Irreguläres Tor bringt Bayern in Hoffenheim auf die Verliererstraße

Hoffenheim_Balljunge_BILD

 

Zur gestrigen völlig unnötigen 0:2-Niederlage der Bayern in Hoffen- bzw. Sinsheim gibt es keineswegs überraschend ein riesiges Echo in den (Boulevard-)Medien, aber auch in den Fanforen. Petersgradmesser beschäftigt sich hier hauptsächlich mit der Szene, welche Manuel Neuer als den „Knackpunkt“ des Spiels bezeichnet hat, nämlich dem zu dem Zeitpunkt überraschenden wie irregulären Hoffenheimer Tor zum 1:0 nach knapp einer halben Stunde.

Bis zu diesem Zeitpunkt dominierten die Bayern die Partie in Hoffenheim komplett, versäumten es aber leider zum wiederholten Mal, frühzeitig verdient in Führung zu gehen. Die anschließende – wohl Spiel (vor)entscheidende – Situation fasst der Kicker wie folgt zusammen: „… Mats Hummels schoss den Ball, nachdem dieser bereits die rechte Seitenauslinie überquert hatte, wieder ins Feld und weit in die TSG-Hälfte. Andrej Kramaric schaltete nun schnell, ließ sich von einem mitdenkenden Balljungen eine zweite Kugel geben und warf diese zackig in den Lauf des durchstartenden Uth. Der Angreifer schloss schließlich wuchtig aus 16 Metern aus vollem Lauf mit links unten zum 1:0 (27.) ab. Das alles passierte, obwohl sich der eingangs von Hummels weggedroschene Ball (…) in der 1899-Hälfte befand…“

Schon während der Szene war für mich persönlich klar, dass es nur eine Schiedsrichterentscheidung geben konnte: Es war ein zweiter Ball auf dem Spielfeld, also muss der Hoffenheimer Einwurf wiederholt werden. Seit im Profifußball mit vielen zur Verfügung stehenden Bällen gespielt wird, kenne ich persönlich ausschließlich diese Regelauslegung, die zudem meist von den Schiedsrichtern sogar noch sehr kleinlich ausgelegt wird. An ein auf diese Weise erzieltes Tor kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern – und ich habe wahrlich kein schlechtes Gedächtnis.

Zu meiner großen Verwunderung und Verärgerung gab aber Schiedsrichter Daniel Siebert dieses Tor doch – aber der neu eingeführte Videobeweis würde doch diese krasse Fehlentscheidung korrigieren? Großes Kopfschütteln, als auch dieser nicht zu einer Annullierung des Tores führte.

Natürlich protestierten die Bayern vehement und selbst Carlo Ancelotti hatte nach eigener Aussage in seiner gesamten Karriere noch nie eine derart sonderbare Regelauslegung erlebt.

Dazu hatte im SKY-Studio der sog. „Schiedsrichter-Experte“ Peter Gagelmann – ja, genau der Gagelmann, der die Bayern mit Vorliebe gegen den BVB „verpfiffen“ hatte – sogleich die entsprechende FIFA-Regel (2) zur Hand, welche er mit einem süffisanten Lächeln vorlas: „Gelangt während des Spiels ein zweiter Ball aufs Spielfeld, hat der Schiedsrichter das Spiel nur zu unterbrechen, falls der Ball das Spiel beeinträchtigt.“ Gagelmanns sinngemäße Zusatzbemerkung: „Da steht es doch explizit drin“.

Nein, Herr Gagelmann, tut es definitiv eben nicht! Trotzdem folgten alle „Experten“ Lemming-mäßig dieser Erklärung. Einzig der hauptbetroffene Mats Hummels, dem anschließend wegen seiner angeblichen Schlafmützigkeit medial und von Fanseite Vorwürfe gemacht wurden, argumentierte in meiner Auffassung korrekt. Hier zitiere ich die SZ:

Hummels wollte also vom Schiedsrichter Daniel Siebert wissen, ob der Treffer regelkonform war. Allein schon aus Neugierde, wie Hummels betonte: „Ich spiele seit 20 Jahren Fußball.“ Der Unparteiische bejahte und erklärte das Tor damit, dass der zweite Ball nicht gestört habe. Hummels widersprach, energisch sogar: „Der zweite Ball führte doch zum Tor, deshalb greift die Regel meines Erachtens nicht.“

Es ist nämlich in der Tat ein riesiger Unterschied, ob irgendwo auf dem Spielfeld ein zweiter Ball hinein rollt, hinein geworfen oder geschossen wird, oder ob der erste, der Spielball sich noch mitten auf dem Feld befindet. Als Kramaric den Ball eingeworfen hatte, war der von Hummels weit in die Hoffenheimer Hälfte geschlagene Ball wohl noch nicht einmal auf dem Boden aufgekommen! Auf dem Foto, welches ich von der BILD, zusammen mit deren Überschrift übernommen habe, kann man deutlich erkennen, wie Kramaric sich um einen zweiten Ball bemüht, während Hummels noch dem von ihm aufs Spielfeld geschlagenen ersten Ball nachschaut, ähnlich verhielten sich alle anderen Bayernspieler, aus meiner Sicht völlig normal in dieser Situation, denn DER Spielball war noch mitten im Spielfeld!

Was wäre übrigens passiert, hätte sich aus dieser Situation kein Hoffenheimer Tor ergeben und die Bayern wären in den „Gegenangriff Richtung erster Ball“ gegangen? Hätte dann Schiedsrichter Siebert den FCB-Angriff wegen eines zweiten Balles abgepfiffen und die Münchner somit in einer Situation zweimal in Folge benachteiligt?

Übrigens eine Bemerkung zum Balljungen: Dieser hat keineswegs so gerissen gehandelt, wie es von den einen gelobt und von den anderen verteufelt wird. Es war Kramaric, der ihm weit entgegengelaufen ist und von ihm den Ball gefordert hat. Bei genauerer Betrachtung der TV-Bilder schien der Junge sogar selbst überrascht, denn auch er hat ursprünglich dem Ball von Hummels nachgeschaut – Ja, auch so entstehen Legenden!

Was lernen wir aus diesem Spiel: Es wurde einmal mehr die Legende vom „Bayern-Dusel“ widerlegt: Hätte Lewandowski in der überlegen geführten Anfangsphase nicht die Oberkante der Latte getroffen, sondern das verdiente 1:0 erzielt, wäre das Spiel sowieso anders verlaufen. Wo war zudem der legendäre „Bayern-Bonus“? Zumindest in der Bundesligageschichte dürfte ein Treffer auf diese kuriose Art, ich nenne ihn „absolut irregulär“, ein Novum gewesen sein. Und dann zahle ich für „Fußballspiele werden im Kopf entschieden“ noch einmal ins Phrasenschwein ein, denn dieser irreguläre Treffer war tatsächlich der „Knackpunkt“ des Spiels. Ob es jetzt eine Schwäche der FCB-Spieler im gestrigen Spiel oder eine kollektiv normale menschliche Reaktion war – das 0:1 schien mental während des restlichen Spiels für das gesamte Team unverdaulich.

 

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40 Kommentare zu „Irreguläres Tor bringt Bayern in Hoffenheim auf die Verliererstraße“

  1. Warum hat Hummels für dieses unsportliche Ballwegschlagen eigentlich kein Gelb gesehen? Oder ging der Kelch an ihm vorbei, weil Kramaric lieber spielen wollte…

        1. Nicht ganz unberechtigt deine Frage Gallus. Hab mich das nach der Studie der Szene auch gefragt. Vielleicht wäre die Summe der „Bestrafungen“ einfach zu viel des Guten gewesen.

        2. Danke Güno!
          Das Thema Handlungsschnelligkeit bleibt uns aber erhalten. Auch beim Hertha-Spiel resultierte ein Tor aus einem schnell ausgeführten Einwurf.

        3. Generell sind wir in der Defensive (noch) etwas schlafmützig. Ist zumindest mein Eindruck Gallus.

        4. @ GÜNO: Gallus ist eingefleischter VfB-Fan, wollte hier ein bisschen (nach-)zündeln und lacht sich wahrscheinlich gerade ziemlich tot 😉

          @ Gallus: Aus „schnell ausgeführten Einwürfen“ werden immer wieder Tore entstehen – das war aber nicht das Thema bei H’heim gegen Bayern …

        5. Das stört mich überhaupt nicht Peter. Auch „Fans“ anderer „Clubs“ haben manchmal Ahnung und beweisen Sachverstand. 😉

      1. @ GÜNO: Jenseits von Fußballsachverstand etc. habe ich hier das Gefühl, dass es es dir hier vor allem darum geht, unbedingt recht zu haben. Liege ich da völlig falsch?

        Ich zitiere gerne (noch einmal) Mats Hummels http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/705844/artikel_hummels_was-der-schiri-sagte-passt-nicht-zur-situation.html

        „…Ein zweiter Ball wird ins Spiel gebracht, und mit diesem zweiten Ball wird ein Tor geschossen. Der Schiedsrichter sagte, wenn der zweite Ball nicht stört, wird es nicht abgepfiffen. Das passt aber leider überhaupt nicht auf die Situation, weil der zweite Ball ja der ist, mit dem das Tor geschossen wurde. Trotzdem dürfen wir Uth nicht laufen lassen. Aber die Situation ist sehr interessant zu beurteilen. Ich bin gespannt auf die offizielle Regelkunde dazu. Aber am Ende des Tages bringt es uns überhaupt nichts, wenn es als irregulär bezeichnet wird. Aber rein aus Neugier würde es mich interessieren, ich spiele ja jetzt auch seit 20 Jahren Fußball und hatte so eine Situation noch nie.“

        Ist der deutsche Weltmeister ein Depp? Und wir auch, wenn wir genau dieser Meinung sind?

        Übrigens kam zur Regelkunde nichts mehr nach. Durchaus auch interessant.

        Jetzt sollten wir langsam das Thema auch wirklich schließen, oder?

        1. Ich denke auch, dass nun alles gesagt ist.

          Ruhig bleiben, Jungs 😉

          Dem Gallus habe ich über Facebook übrigens ein Bild der Szene geschickt als Beweis, dass dies nie und nimmer eine gelbe Karte für Unsportlichkeit sein konnte (kann ich hier leider nicht anhängen)
          Er hat nicht widersprochen 😉

        2. Ich WILL nicht Recht haben Erich. Ich HABE Recht. 😉

          Was Mats sagt ist vollkommen irrelevant und er liegt einfach falsch damit.

          Dazu zwei Links, die (eigentlich) alle Unklarheiten beseitigen sollten ;-):
          https://is.gd/B09z1G
          https://is.gd/8Th2A3

          Ich bin seit ich denken kann Bayern Fan und interessiere mich kaum für andere „Clubs“ oder „Mannschaften“, aber Regeln sind dazu da eingehalten zu werden und man kann sie nicht einfach auslegen, wie es einem gerade gefällt.

        3. @ GÜNO: NEIN, hast du nicht – und Wiederholungen langweilen auf Dauer. Hier kommt nichts Neues (Intelligentes) dazu.

        4. Nachdem sich hier wirklich nur noch alles im Kreis dreht, tatsächlich nichts Neues dazu kommt, jedoch die Provokationen und Heftigkeit zunehmen, bitte ich speziell euch beide, hier (nur unter diesem Beitrag) Ruhe zu geben.

          Vielen Dank! 😉 😉

        5. @Peter

          Ich wollte hier keinesfalls jemanden provozieren und denke auch nicht, dass ich das mit meiner Wortwahl gemacht habe. Sollte es dennoch so rübergekommen sein, möchte ich mich dafür entschuldigen.
          Jedoch denke ich, dass ich immer sachlich geblieben bin und keinen persönlich angegriffen habe.

          Außerdem denke ich, dass meine Argumentationslinien klar und deutlich nachvollziehbar sind. Desweiteren unterlege ich meine Standpunkte auch noch mit faktenbasierten Artikeln und Dokumenten. Ob diese gelesen werden oder nicht, weiß ich nicht und ich kann auch niemanden dazu zwingen sie zu lesen.

          Ich denke, mehr kann man wirklich nicht zu einer vernünftigen Diskussion beitragen. Das Emotionale gehört meiner Meinung nach hier, bei einer Fachdiskussion, völlig aus dem Spiel gelassen.

          Ich kann mir in dieser Hinsicht keinerlei Vorwürfe machen und bleibe bei meinem Standpunkt, da alle Fakten dafür sprechen. Ob das jemand wahrhaben will oder nicht, entzieht sich meinem Einflussbereich.

          Damit ist dann auch von meiner Seite alles zu dem Thema gesagt, denn alle „Beweise“ wurden von mir vorgebracht oder verlinkt.

          Danke, dass ich das noch anbringen durfte.

        6. @ GÜNO:

          Alles gut und danke!

          Ich denke einfach, dass hier zwei unterschiedliche und definitiv nicht kompatible Sichtweisen aufeinander prallen. Beide Seiten haben mehrmals ihre – immer aus ihrer Sicht – schlüssigen Argumente gebracht und konnten die „andere Seite“ damit aber nicht ansatzweise überzeugen.

          Dieses Patt sollte man nun akzeptieren und respektieren.

          Vor einigen Jahren habe ich selbst ein paar Mal als Schiedsrichter fungiert (nie wirklich gerne, aber ich denke, ich hatte auch nie ansatzweise Probleme mit den Spielern) und wenn ich noch einmal in diese Gelegenheit kommen sollte, dann würde ich als Schiri so eine Situation SOFORT (das ist wichtig dabei!) abpfeifen. Das hat nämlich bei mir gar nichts mit Vereinsbrille zu tun, sondern ist meine feste Überzeugung.

          Im Profifußball wird es aber ein derartiges Tor wegen dieser Geschichte sowieso nicht mehr geben – deswegen wird es darüber zukünftig auch keine Diskussionen mehr geben.

  2. Wie man hier und in anderen Foren sieht, kann man über die Regel(auslegung) völlig unterschiedlicher Meinung sein.

    Ich bleibe bei meiner Meinung – und bin damit ja nicht allein. Hat definitiv nichts mit „Vereinsbrille“ zu tun, sondern mit meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Hätte, wenn das Tor auf der anderen Seite gefallen wäre, auch von einem „irregulären Tor“ gesprochen.

    Ein paar Dinge stoßen mir aber doch übel auf:

    Egal wie viel Pech eine Bayernmannschaft mittlerweile hat, egal, wie sehr sie von den Unparteiischen benachteiligt wird, eine Vielzahl der eigenen „Fans“ argumentieren in der Form, dass das Team so etwas wegstecken „muss“. Ein Bayernteam muss jeden Gegner in der BL dominieren, etc. Die Spieler werden nicht mehr als Menschen gesehen, sondern (wie Erich mich hier von FB zitiert 😉 ) als „perfekt zu funktionierende Fußballroboter“. Wie viele Ausreden, die Menschen mittlerweile in allen Lebenslagen für sich selbst beanspruchen-
    aber berechtigte Einwände dieser Mannschaft zählen nicht, ist „unwürdig“ und „Nicht FCB-like“! Diese Haltung der Bayernfans ist übrigens auch gegenüber allen anderen Teams bzw Vereinen im höchsten Maße arrogant – Motto: „Egal was passiert, wir klatschen euch sowieso weg!“
    Gefällt mir gar nicht diese Haltung!!

    Und dann nervt in den Social Media ein Trend, eine Verhaltensweise: Die Leute lesen gerade mal die Überschrift, und diese noch nicht einmal richtig und fangen dann damit an zu beschimpfen, einem unsägliche Themaverfehlungen zuzumuten etc. Ich weiß, dass es ein Erfolgsgeheimnis des Boulevard ist, dass man reißerische Überschriften und damit eine Masse an Klicks kreiert. PGM´s Ziel ist ein ganz anderes: Kontroverse Diskussion – bitte ohne Beleidigungen!
    (Das hier lesen aber sowieso nur die, die fähig sind, nicht nur Twitterbeiträge zu „verarbeiten“)

    Danke an meine Leser und Forumsteilnehmer hier!

    1. Sehr guter Kommentar Peter!

      DA stimme ich Dir wieder, bis auf den Absatz zum „irregulären Tor“, zu. Uneingeschränkt. 😉
      Denn das „Überschriftenlesen“ und das nicht akzeptieren von Fehlern unseres Teams bzw. unserer Spieler geht mir auch auf den Sack.

  3. Mensch, jetzt aber!

    „Ach so? Ein Ball der die Seitenauslinie deutlich überquert hatte ist dadurch wieder „im Spiel“, weil ihn ein Spieler mit dem Fuß aufs Feld zurückbefördert hat…?“

    Der Ball war vielleicht einen halben Meter im Aus und wurde dann von Hummels noch in der Bewegung zurück aufs Feld befördert. Passiert in jedem Spiel mindestens ein Dutzend Mal: Dann wartet man, bis der sich auf dem Spielfeld befindliche Ball hinausgekickt wird und weiter geht es. Kenne ich seit ewigen Zeiten so. Du nicht?

    Du stellst Gegenfragen, ohne meine eigene beantwortet zu haben 😉 – Schon mal so ein Tor erlebt???

    A) und B) sind in meinen Antworten beinhaltet.

    1. Danke für deine Antwort auf die Fälle A) und B) Erich.

      Zu deiner Frage: „Schon mal so ein Tor erlebt???“

      Genau so ein Tor…? Könnte ich mich nicht daran erinnern. Ähnliche…? JA. Schon des Öfteren. Nämlich dann, wenn der Ball vom verteidigenden Spieler mit Absicht weggeschlagen wurde, sei es auf die Tribüne oder eben „nur“ ins Aus.
      Macht für mich auch NULL Unterschied, da der Ball ja in allen Fällen im Aus und damit aus dem Spiel war.

      Die Argumentation von Mats (https://is.gd/WPrUbb , „Das passt aber leider überhaupt nicht auf die Situation, weil der zweite Ball ja der ist, mit dem das Tor geschossen wurde.“) macht übrigens meiner Meinung nach auch null Sinn, da in dem Moment, in dem der „erste“ Ball das Spielfeld „verlässt“, dieser eben nicht mehr zwingendermaßen der „erste“ Ball sein muss.

      1. GÜNO, was gibt es an „Solange der Ball noch innerhalb des Feldes ist (egal wo genau), ist regulär kein zweiter Ball ins Spiel zu bringen.“ nicht zu verstehen? Das ist meine Antwort auf A) und B) !

        Ich schließe mich Mats und Peter an, und finde da eher deine Interpretation eine „interessante Sichtweise“, aber eben nicht zutreffend 😉

        1. Erich… Der Ball war eben NICHT MEHR innerhalb des Feldes und daher auch NICHT MEHR „erster Ball“. „Erster Ball“ war ab dem Zeitpunkt des Einwurfs jener, der eingeworfen wurde. Ob dann z.B. der Torwart am anderen Ende des Spielfelds mit einem Ball spielt, ist doch für den Spielverlauf absolut irrelevant.

          Sorry. Will hier wirklich nicht streiten, aber Eurer Argumentation kann ich einfach nicht zustimmen, wenn ich Euch auch Recht geben muss, dass sowas die Spieler vielleicht ablenken könnte. Sollte es aber nicht. Denn das Spiel läuft von dem Ort aus weiter, an dem der (andere) Ball ins Aus befördert wurde. Und darauf sollte man sich fokussieren.

        2. Gunö … ist mir neu, dass der Spielball, nur weil er sich ganz kurz (Bruchteil einer Sekunde) im Aus befunden hat, nicht mehr existent ist 😉

          Dass ein Fußball-Weltmeister (nicht Waldmeister) wie Hummels komplett unserer Meinung ist, heißt dann wohl auch nichts …

          Lieber wird eine FIFA-Regel angewandt, die eben nicht der Spielsituation entsprochen hat.

          Du kennst offensichtlich auch kein einziges Tor in der gesamten Fußballgeschichte, in welcher eine derartige Situation zu einem Tor geführt hat – und die wird es jetzt wohl auch nicht mehr geben.

          Noch interessanter wäre es gewesen, wenn der Ball noch knapper im Aus gewesen wäre und sogar das strittig gewesen wäre.

          Wenn du sagen würdest, dass Hummels eine schlechte Ballannahme gehabt hat, die fatalerweise zu diesem Einwurf geführt hat, dann würde ich dir zustimmen.

          Aber jetzt begraben wir hier das „Kriegsbeil“, oder? 😉

        3. Ein „Kriegsbeil“ hat es nie gegeben Erich. 😉

          Und Mats is ja absolut auf dem falschen Dampfer, wenn er sagt: „Der zweite Ball führte doch zum Tor, deshalb greift die Regel meines Erachtens nicht.“

          Denn, wie im Laufe dieser Diskussion schon öfters erwähnt, dieser laut Mats „zweite“ Ball, war in der folgenden Spielsituation glasklar der erste.

      2. @ GÜNO:

        Sehe schon, hier werden wir in 10 Jahren Diskussion nicht zusammen kommen 😉

        Ein zweiter Ball (der ursprüngliche Spielball) AUF dem Spielfeld – oder ein ins AUS / auf die TRIBÜNE geschlagener Ball: Genau das ist der Unterschied!

        1. Ok. Also macht es für Euch in dieser Situation bzw. in einer ähnlichen Situation keinen Unterschied, ob der Ball z.B. auf die Tribüne geschlagen wird und dort verbleibt, oder ob er, beim Versuch ihn wegzuschlagen, wieder zurück aufs Feld prallt WEIT AB vom Spielgeschehen…?

        2. GÜNO, du gibst nicht auf 😉

          „Also macht es für Euch in dieser Situation bzw. in einer ähnlichen Situation keinen Unterschied, ob der Ball z.B. auf die Tribüne geschlagen wird und dort verbleibt, oder ob er, beim Versuch ihn wegzuschlagen, wieder zurück aufs Feld prallt WEIT AB vom Spielgeschehen…?“

          Jetzt willst du uns wohl verwirren? 😉

          DAS ist genau der Unterschied:

          Ball auf der Tribüne – bitte nächster Ball!!

          Ball wird von Hummels knapp hinter der Auslinie wieder direkt(!!) zurück aufs Feld geschossen / geschlagen und segelt mitten(!!) auf den Platz — mit dem Ball wird dann entweder weiter gespielt oder mit einem anderen Ball, wenn dieser Ball vom Feld entfernt worden ist.

          „…wenn ich Euch auch Recht geben muss, dass sowas die Spieler vielleicht ablenken könnte.“

          Jetzt verstehst du so langsam, um was es uns (auch) geht 😉 Ersetze „ablenken könnte“ durch „ablenkt“ und schon nehmen wir dich in unserer Mitte auf.

        3. Macht für mich nachwievor NULL Sinn, da sich durch so eine Regelauslegung die verteidigende Mannschaft IMMER einen Vorteil rausschlagen könnte, indem sie denn Ball, so wie Mats, nachdem er im Aus war, wieder zurück aufs Feld schlägt. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das in eurem Interesse wäre.

        4. Ach ja… Für diese „Ablenkung“ der Spieler hat exklusiv Mats gesorgt.

  4. „…denn DER Spielball war noch mitten im Spielfeld!“
    Nein Peter, das war er eben nicht, denn er hatte ja, wie du auch selbst schreibst, zuvor deutlich die Seitenauslinie überquert.

    Was Hummels dann machte, war meines Erachtens ein riesen Schwachsinn, denn wenn der Ball von einem selbst ins Aus geht, sollte man diesen nicht auch noch wegschlagen, sei es auf die Tribüne, ins Aus, oder auch wieder zurück ins Feld, denn damit lenkt er auch noch die Aufmerksamkeit seiner Mitspieler auf das weggeschlagene Spielgerät und es ist schlichtweg unsportlich.

    Wär ja absoluter Schwachsinn, wenn er auf diese Weise einen Vorteil für unseren Club herausschlagen könnte. Denn hätte er den Ball nicht wieder ins Spielfeld befördert, wäre das Spiel „normal“ weitergegangen und keiner hätte sich beschweren können/dürfen, wenn so dasselbe Tor gefallen wäre, denn es ist nun mal „state of art“ im modernen Fußball, dass sich die Mannschaft, welcher der Einwurf zugesprochen wurde, so schnell wie möglich einen neuen (oder eben denselben) Spielball organisiert, um die verteidigende Mannschaft zu überrumpeln.

    Als Bayernfan möchte man vielleicht so argumentieren wie du, aber es ist schlichtweg falsch. Sorry!

    1. GÜNO, kein Problem – wir sind ja sonst häufig einer Meinung. 😉

      Dieses Mal eben in keinster Weise.

      Das Tor hätte mich übrigens in jedem anderen Spiel auch aufgeregt, weil es für mich irregulär bleibt, da überzeugt mich deine Argumentation keineswegs. Ich fühle da als aktiver Spieler, und kann mich in die Bayernkicker hineinversetzen.

      1. Wie gesagt Peter. Wenn der Ball schon deutlich die Seitenauslinie überquert hat und man dann so dumm ist, sich ausschließlich auf das extrem weit entfernte Spielgerät zu konzentrieren, ist man selber schuld.
        Außer ihn selbst und seine verwirrten Mitspieler hat das keinen in irgendeiner Art und Weise beeinflusst.

        Was Hätte deiner Meinung nach zu passieren:
        A) Wenn der Ball, wie in diesem Falle INNERHALB des Feldes, aber noch etwas näher an der Seitenauslinie und in der Nähe der gegnerischen Eckfahne zu liegen gekommen wäre?
        B) Wenn der Ball 10cm AUSSERHALB des Feldes in der selben „Region“ wie in A zu liegen gekommen wäre?

        Sollte das, nachdem der Ball sowieso schon die Seitenauslinie überquert hatte, wirklich über den weiteren Spielverlauf entscheiden?!

        Für mich hat in diesem Fall der Schiedsrichter absolut regelkonform und nachvollziehbar gehandelt.
        Dem Einzigen dem hier nicht ein, nicht zwei sondern drei Fehler anzukreiden sind, ist unser lieber Mats.

        1. Ist doch Quatsch, GÜNO! 🙂

          Der von Hummels geschlagene SPIELBALL landete im Spielfeld und ist damit noch im Spiel. Als Spieler schaust du dem automatisch nach. Solange der Ball noch innerhalb des Feldes ist (egal wo genau), ist regulär kein zweiter Ball ins Spiel zu bringen.

          Hast du schon einmal so ein Tor in irgendeinem anderen Spiel erlebt? Wenn nicht, warum nicht?

          Warum wusste ein Ancelotti nichts davon? Ist der im Gegensatz zu uns deutschen Fußballfans ein Fußballlaie…

          Schade, dass die Bayernfans von ihrer Mannschaft eher robotermäßige Leistungen (PGM auf FB 😉 ) abrufen, als diese als Menschen zu sehen.

          Hummels hat in der Aktion vorher nicht glücklich agiert. Dass er sich auf einen – ich wiederhole hier PGM!! – irregülär ins Spiel gebrachten Ball nicht konzentriert, ist normal… Ich sage das auch als ehemaliger Kicker! Spielst du selbst aktiv Fußball, GÜNO? (Nicht böse gemeint)

        2. „Der von Hummels geschlagene SPIELBALL landete im Spielfeld und ist damit noch im Spiel.“

          Ach so? Ein Ball der die Seitenauslinie deutlich überquert hatte ist dadurch wieder „im Spiel“, weil ihn ein Spieler mit dem Fuß aufs Feld zurückbefördert hat…?

          Interessante Sichtweise. 😉

          Vielleicht möchtest du ja auch auf die Fälle A) und B) antworten Erich…?

          „Spielst du selbst aktiv Fußball, GÜNO?“

          Nicht mehr Erich. Hab aber ca. 13 Jahre lang gespielt. Danach bin ich auf Basketball umgestiegen. Mittlerweile habe ich aber auch meine aktive Basketballkarriere beendet. 😉

          BTW: Ich bin Mats gar nicht böse. War halt nur extrem unglücklich und z.T. auch naiv, wie er in dieser Situation agiert hat.

        3. Mensch, jetzt aber!

          „Ach so? Ein Ball der die Seitenauslinie deutlich überquert hatte ist dadurch wieder „im Spiel“, weil ihn ein Spieler mit dem Fuß aufs Feld zurückbefördert hat…?“

          Der Ball war vielleicht einen halben Meter im Aus und wurde dann von Hummels noch in der Bewegung zurück aufs Feld befördert. Passiert in jedem Spiel mindestens ein Dutzend Mal: Dann wartet man, bis der sich auf dem Spielfeld befindliche Ball hinausgekickt wird und weiter geht es. Kenne ich seit ewigen Zeiten so. Du nicht?

          Du stellst Gegenfragen, ohne meine eigene beantwortet zu haben 😉 – Schon mal so ein Tor erlebt???

          A) und B) sind in meinen Antworten beinhaltet.

    2. Falsch Kollege. Es waren 2 Bälle auf dem Platz, und da ist und war es gang und gebe, egal ob der Ball schon im Aus war oder nicht, das ein Spiel nur mit 1 Ball weiter geführt wird. Sonst machen es demnächst alle, nur um den Gegner zu beeinflussen. Und so läuft es seit dem der Fussball erfunden wurde.

      1. „Sonst machen es demnächst alle, nur um den Gegner zu beeinflussen.“

        Was machen demnächst alle, nur um den Gegner zu beeinflussen Mario Keller?

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