Grazie Carlo

Grazie Carlo

 

Es wird sich noch zeigen, ob er sich nach seinem Engagement beim FCB unter die Riege der ganz großen Bayerntrainer einreihen wird. Was er allerdings schon jetzt für mich ist: Ein großer Sympathieträger!

Als großer „Pep Guardiola Fan“ war ich zunächst durchaus skeptisch, was seine Verpflichtung betraf. Dennoch konnte ich mich ziemlich schnell – schon vor seinem Trainingsstart an der Säbener Straße – mit der Situation anfreunden. Ich bin mir auch nach wie vor sicher, dass er der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt war und ist. Nach den drei Jahren mit dem permanent fordernden Trainer-Genie Pep war ein ruhigerer Zeitgenosse nicht die schlechteste Wahl.

Als sehr angenehm empfinde ich auch, dass Carlo durch seinen sehr seriösen Umgang mit den (Boulevard)Medien eine FCB-Baustelle entfernt hat. Trotzdem konnte ich Guardiolas Haltung fast immer verstehen und nachvollziehen!

Auch wenn meine FCB-Fan-Sehnsucht nach einem erneuten Champions League-Titel groß ist, weil dieser zum einen schlichtweg absolut im Bereich des Möglichen ist und zum anderen auch verdient wäre, kann man nie jemandem – ob Trainer oder Spieler – einen Vorwurf machen, wenn es wieder nicht geklappt hat. Im Gegensatz zum „ehrlichsten Titel“ einer Meisterschaft gehört bei einem Pokalwettbewerb immer sehr viel Glück dazu: Du bist in acht von neun Monaten einer Fußballsaison das mit Abstand beste Team, scheiterst aber genau in diesem einen Monat an einer Mannschaft in Überform, hast selbst nicht deine Bestform, eine große Anzahl an Verletzten und ein Schiedsrichter hat einen schlechten Tag oder eine Vereinspräferenz – das war es dann schon!

Gerne wiederhole ich meine These, dass die Bayern wohl in mindestens zwei von vier Spieljahren nach dem 2013 er Triple auch eine Europäische Superliga gewonnen hätten – für die ich aber trotzdem nicht plädiere.

Carlos Motto sollte sich dem von Thiago anpassen: „Ich verlasse den Verein nicht, bevor ich die Champions League gewonnen habe.“ Und sollte es schon 2018 der Fall sein, hoffe ich dennoch, dass beide noch länger bleiben 😉

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5 Kommentare zu „Grazie Carlo“

  1. Als die FCB Führung die Verpflichtung von Carlo Ancelotti bekannt gab, war ich begeistert, genau das hatte ich mir gewünscht! Mittlerweile bin ich allerdings etwas ernüchtert.

    „Kater Carlo“ ist fraglos ein sympathischer Typ, er spielt auf der medialen Klaviatur längst nicht so dünnhäutig wie Pep, sondern vielmehr altmeisterlich souverän und gibt verletzten Spielern ausreichend Zeit, wieder in den Spielbetrieb einzusteigen, ohne sie kurzfristig zu verheizen.

    Ferner hieß es, Ancelotti könne gut mit Stars, was insbesondere das Beispiel RM zu belegen schien. Ist das in München ebenfalls so?
    Man liest gegenteiliges, Stichwort Ribery. Fraglich natürlich ob das alles stimmt, die Vorgehensweise der Medienschaffenden ist ja hinlänglich bekannt. Man wird sehen, ob es auch Feuer gibt, wo vermeintlich Rauch zu sehen ist.

    Desweiteren kann ich seine Personalpolitik teilweise nicht nachvollziehen. Kaum Spielzeit für die jüngeren Spieler, obwohl sich im Laufe der Saison genug Möglichkeiten geboten hätten, Stichwort Rotation und darüber hinaus so manche, zumindest fragwürdige Wechsel (Höhepunkt im Rückspiel gegen RM) aber auch sonst, z.B. fast ausnahmslos Rafinha für Lahm, Costa für Ribery etc.

    Auch eine Handschrift vermag ich im Gegensatz zu Pep nicht erkennen. Taktische Finessen gibt es kaum, abgesehen vom Spiel gegen Leipzig. Solche Überraschungsmomente wären gerade für die CL eminent wichtig. Nun ja, man wird sehen, wie es weitergeht. Die Perspektiven für die folgende Saison hängen für mich nun entscheidend von den kommenden Transfers, der zukünftigen Personalpolitik sowie einem schlüssigen taktischen Konzept von Carlo ab.

    Kein Zweifel, seine ruhige und souveräne Ausstrahlung tut dem traditionell emotionalen Umfeld des FC Bayern richtig gut, jetzt liegt es aber an ihm, aus dieser, ihm scheinbar innewohnenden Ruhe auch Kraft und Inspiration für die kommenden Aufgaben zu schöpfen, auf das bald Nasen wie ich nichts mehr zu meckern haben.

    In diesem Sinne: Grazie e buona fortuna, Carlo!

    1. Um gleich zu Beginn auf eine Befürchtung von dir einzugehen: Ich halte das angebliche Problem zwischen Carlo und Franck genauso für eine mediale Ente wie das Gedöns um Renato Sanches´ Vertragsmodalitäten.

      Von außen betrachtet meint man (meine Wenigkeit eingeschlossen) natürlich immer, Fehler des Trainers bemerken zu können und andere Entscheidungen wären erfolgsträchtiger gewesen. Ich denke aber nicht, dass Bayern in den beiden Pokalwettbewerben wegen Coaching-Fehlern ausgeschieden ist. Die Sache mit Vidal hat er plausibel erklärt und letztendlich war es ja auch eine Schiedsrichterfehlentscheidung.

      Die Degradierung von Kimmich nach dessen mehr als überzeugenden Leistungen im Frühherbst habe ich aber auch nicht so richtig verstanden. Dass Carlo dabei sogar Rafinha den Vorzug vor Kimmich gegeben hat, könnte allerdings darauf hinweisen, dass er den RV der Nati selbst nicht auf dieser Position sieht – auch wenn KHR das Zukunftsmodell derart sieht.

      Die Saison hätte schlimmer laufen können 😉

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