Der FC Bayern vor dem Pokal-Hit gegen den BVB

FCB-BVB_Pokal

Zum sechsten Mal in Folge kommt es im DFB-Pokal zu einem Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Dortmund – 2012, 2014 und 2016 sogar jeweils im Berliner Finale. Seit Mitte der 90er Jahre hat dieses Duell mehr Brisanz als jedes andere im deutschen Fußball, in den letzten Jahren wurde es mehr und mehr in Anlehnung an die Situation in Spanien als „deutscher Klassiker“ tituliert. Häufig wird in diese Spielpaarung aber von außen noch wesentlich mehr hinein interpretiert als sie eigentlich hergibt, vor allem wenn es ein Pokalspiel in der Endphase der Saison ist. So schaukeln die Medien auch Ende April 2017 die Bedeutung in der Form hoch, als dass der Ausgang des heutigen DFB-Pokal-Halbfinals gegen Borussia Dortmund entscheidend für die Bewertung der FCB-Saison 2016/17 sein soll.

Nachdem die Bayern in der vergangenen Woche bereits im Viertelfinale der Champions League gescheitert waren, geisterten in den Gazetten bereits Horrorvisionen eines völlig misslungenen Saisonabschlusses des FC Bayern – ein Bayern-„Desaster“ im Pokal-Halbfinale gegen den BVB könnte sogar noch die sicher geglaubte Meisterschaft in Gefahr bringen. Der Leipziger Punktverlust auf Schalke sollte diese Version letztendlich unrealistisch gemacht haben.

Philipp Lahm hat es meiner Meinung nach Ende letzter Woche gut auf den Punkt gebracht: Wenn das Double abermals gewonnen wird, ist es eine sehr gute Bayern-Saison – wenn nicht, was dann wahrscheinlich an einer Niederlage im heutigen Halbfinale gelegen hätte, immer noch eine gute Saison. Als Anhänger des deutschen Rekordmeisters würde man das angesichts einer Niederlage gegen den Erzrivalen kurzzeitig vielleicht etwas anders bewerten – mit einem gewissen Abstand könnte ich mich persönlich aber mit dieser Ansicht des scheidenden FCB-Kapitäns zumindest anfreunden, auch wenn es nicht meine aktuelle Lieblingsversion ist. Was fast alle dabei vergessen, ist, dass es die fünfte deutsche Meisterschaft in Serie ist – in der deutschen Fußballgeschichte absolut einmalig.  Leider wird hier eine sensationelle kontinuierliche Leistung keineswegs entsprechend gewürdigt, sondern vielmehr madig gemacht.

Die Medien sehen – trotzdem – den ganzen Druck beim FC Bayern, vielleicht auch nur deswegen, weil sich die Misserfolgsgeschichten des Rekordmeisters besser „verkaufen“ lassen als „relative Erfolgsstorys“ – denn nach 2013 scheint nur noch das Triple als „wirklicher Erfolg“ in München zu zählen.  Dabei lässt man völlig außen vor, dass Dortmund nach seinem Double 2012 – inkl. Pokalendspielsieg gegen Bayern – seit fünf Jahren komplett ohne Titel dasteht. Auch diese Situation, dieser Wunsch, endlich einmal wieder einen Titel zu gewinnen, kann durchaus einen gewaltigen Druck erzeugen. Marco Reus wechselte im Sommer 2012 von der Gladbacher Borussia zur Dortmunder und ist seitdem ohne Titel geblieben – kein Wunder, dass er von einem Fifty-Fifty-Duell heute Abend spricht!

Auch wenn es viele im Umfeld des FC Bayern als Floskel und Misserfolgsabsicherung ansehen mögen: Das Statement, dass „die Meisterschaft der ehrlichste Titel“ ist, wird immer Gültigkeit behalten, denn nur das Abschneiden im Ligabetrieb spiegelt einwandfrei die Leistung einer ganzen Saison wider. Vielleicht nicht so spektakulär und umjubelt wie Pokalsiege, aber definitiv ehrlich.

In diesem Sinne – hoffentlich heute Abend über Dortmund ins Pokalfinale gegen Frankfurt in Berlin! 😉

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3 Kommentare zu „Der FC Bayern vor dem Pokal-Hit gegen den BVB“

  1. Bayern wird heute Abend gewinnen.

    Und wenn nicht: Wie im Beitrag geschrieben – 5 Meisterschaften in Folge sind sensationell und einmalig!

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