Der FC Bayern und das Triple

Oli K

 

Spätestens seit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte unter dem Trainer Jupp Heynckes im  Jahr 2013, als man zum bislang einzigen Mal in der Historie das Triple geholt hat, diskutieren vor allem die Bayernfans jährlich und dies sehr kontrovers über diesen „Dreifach-Triumph“ innerhalb einer Saison.

Der bayerische Ex-Trainer Pep Guardiola hat dieses Wort sicherlich dreimal hintereinander zu seinem „Unwort des Jahres“ gewählt.

Wie viele aber können sich daran erinnern, dass Oliver Kahn nach dem sensationellen Ausscheiden beim Viertligisten FC Magdeburg  in der 2. Runde des DFB-Pokals in der Saison 2000/01 am 1. November 2000 (3:5 n.E.) folgenden bemerkenswerten Satz von sich gegeben hat:

„Jetzt müssen wir uns wenigstens nicht mehr das grausame Wort „Triple“ anhören!“

Offensichtlich hatten zuvor die beiden ausgezeichneten Saisons 1998/99 und 1999/2000 unter Otmar Hitzfeld schon diese Begehrlichkeiten bei den Spielern, Verantwortlichen und Anhängern des FC Bayern geweckt. 1999 war man souverän mit 15 Punkten Vorsprung deutscher Meister geworden, scheiterte aber dann zweimal dramatisch in den Endspielen. 2000 holte man zum ersten Mal seit 1986 wieder das Double, scheiterte aber im Champions League Halbfinale sehr unglücklich am späteren Sieger Real Madrid.

In jener Saison 2000/01 gewann der FC Bayern zum ersten Mal nach 25 Jahren wieder die Champions League, nachdem man vier Tage zuvor den „4-Minuten-Meister“ Schalke 04 entthront hatte. Zum Triple fehlte „nur“ der DFB-Pokal-Sieg, der aber offensichtlich, wenn man Kahns Ausspruch analysiert den Druck von der Mannschaft nahm  😉

Dass sich die Anhänger des FC Bayern diesen schon immer im „Fußball-Olymp“ gewünscht haben, beweisen die Gesänge noch zu Zeiten der Heimspiele im Grünwalder Stadion: „Bayern holt den Weltpokal  (duda duda dei)“! Angeblich waren diese schon nach den ersten Siegen im Europapokal (der Pokalsieger) aufgetaucht  –  tja, mia san mia!    😉

Advertisements

9 Kommentare zu „Der FC Bayern und das Triple“

  1. Das dämliche Tripelgetröte der Medien ist mitverantwortlich dafür, dass sich die Bayernfans immer noch in „Guardiolistas“ und „Guardiola-Basher“ gegenüberstehen. Diese unsägliche Diskussionskultur könnte sich auch bei Ancelotti fortsetzen, wenn er anders spielen lässt oder beim Tripel „versagen“ sollte.

    Beim letzten Champonsleague Triumpf 2013 wird mir vor allem Frank Riberys Beitrag zu beiden Toren in Erinnerung bleiben. Auch wegen dem Supercup.

    Hier muss ich etwas abschweifen. Sorry, jetzt geht mit mir der Kahn … äh Gaul durch. Doch wenn nicht hier, wo dann 🙂

    Apropos Medien als Taktgeber der Fandiskussion, Dortmund und Ribery.
    Ribery -rot ? Klarer geht’s wohl nicht, oder?

    Gott sie Dank sind Weltklassefußball nicht nur „brave Internatszöglinge“. Manchmal ging und geht halt mal ein bißchen soziales Karma durch. Warum köpfte Zidane im WM-Finale Materazzi aus den Socken? Oder verbiß sich Suarez immer wieder mal als Nosferatu? Weil vielleicht „Fair Play“ kein Überlebensmodus für Problemviertel in Marseille, Montevideo, Boulogne war? Denn wer sich dort provozieren lässt, wird zum Abschuss freigegeben. Was sich womöglich eindrücklich im Leibgedächtnis gespeichert hat.

    „Man kann ihm seine Mentalität aber auch nicht komplett umdrehen, das ist auch sehr schwierig. Ich hoffe, dass es in Zukunft nicht mehr passiert, aber ich kann es nicht garantieren“, sagte dazu wohl treffend Phillip Lahm dazu.

    Solche „Aussetzkandidaten“ werden doch bewusst vom Gegenspieler provoziert. Mit taktischer Marschroute. Ribery wird nicht nur wie Lewa bei der Ballannahme grenzlastig angegangen, weil es einfach anders nicht geht. Sondern zielgerichtet bearbeitet. Dabei sind nicht die vielen kleinen Fouls entscheidend, sondern deren nicklicher Beigeschmack.

    Jede Eishockeymannschaft hätte für so etwas einen „Vergeltungsspezialisten“. Im Fußball müssen das halt Alle richten. Dazu gehört vor allem auch die Medienarbeit. Sie muß ihren Spieler vor- und nachsorglich schützen, statt ihn „political correct“ an den Pranger stellen (zu lassen):

    „Ich wurde auch fast bei jedem kleinen Ballkontakt unfair angegangen. Ich kann es verstehen, wenn da die Sicherungen durchbrennen. Dennoch darf sich Frank nicht so provozieren lassen“ – DIESE Aussage wünsche ich mir SO von Karl-Heinz Rummenigge. Oder dass sie ihm die Medienabteilung in den Mund legt.

    Sollte einer davon mal lobenswerte Fanblogs wie diesen lesen: „Reframing“ nennt man so etwas.

    Und hier schließt sich das Thema doch sehr markant: Gerade beim Tripel muss man ganz gewaltig am Reframing arbeiten! Immer wieder. Und nicht oft genug. Bis Sie’s nicht mehr hören können.

    Ist doch nicht so schwer: „Wir wollen das Tripel. Aber im Gegensatz zu Euch Journalisten ist es für uns nicht der ultimative Erfolgmaßstab. Real Madrid gewann vier Jahre keine nationale Meisterschaft. Da fühlen wir uns doch besser.“

    „Mia san mia“ heißt auch sich souverän nicht von den Medien vorschreiben zu lassen, wie man sich zu befinden hat.

    Und überhaupt Tripel? Ich will das Quadruple! 🙂

    Und habe fertig.

    1. Was soll ich sagen: Ja, Du schweifst durchaus ab – aber ansonsten Zustimmung auf allen Ebenen!! 😉 😉
      (freue mich immer über Deine Reflektionen)
      Unser guter Franck erfährt speziell bei den Spielen gegen den BVB immer eine „extrem liebevolle Sonderbehandlung“. Medial wird so etwas wohl nie thematisiert werden, weil man dann vom „Gut (BVB) – böse (FCB) – Schema“ abweichen müsste. Und der ach so liebe „Wahre-Liebe-Verein“ kann sich anschließend IMMER als Opfer präsentieren. Deutet aber auch vermehrt auf deren „Minderwertigkeitskomplexe“ hin. Schlimm dabei ist, dass dies zu sich steigernden Eskalationsstufen unter den Fans – meist von BVB-Seite ausgehend – führt. Die bösen bösen Bayern haben uns schon wieder besch…en….

      Viele Bayernfans prangern seit längerer Zeit an, dass der Verein bzw. seine Medienabteilung und die Vereinsführung die eigenen Spieler nicht (ausreichend) schützt, die (z.T. auch völlig zu Unrecht) in den Medien attackiert werden …. Aus der aktuellen Mannschaft können da neben Franck sicher auch Robben und Vidal ein leidvolles Lied singen. Auch diesbzgl. fragt man sich, was der Verein an seinem eigenen Slogan „mia san mia“ nicht verstanden hat. War das nur ein Plagiat von „Mes que un club“ und man hat es selbst nicht richtig verstanden?

      Konntest Du Dich aber an Kahns genervte Aussage vom November 2000 erinnern? Ich – ehrlich gesagt – nicht mehr. Und nachdem man wieder vor einem Pokalspiel gegen einen Viertligisten gestanden war, fand ich es noch „aktueller“. Aber die 2016er Bayern sind wesentlich stärker als die Generation Kahn, Effe, Scholl, Elber, Liza & Co !

      1. „Viele Bayernfans prangern seit längerer Zeit an, dass der Verein bzw. seine Medienabteilung und die Vereinsführung die eigenen Spieler nicht (ausreichend) schützt.“

        Ja, die Öffentlichkeitsarbeit ist gigantisch dilletantisch:

        Wie sonst kommt es bei Frank Riberys Wikipedia-Eintrag unter „Spielweise“ zum einzigen Unterpunkt (!!!!!!!!!!!!) „Unsportlichkeit“?

        Zitat:
        „Zeitgleich wird Franck Ribéry aber auch nachgesagt, dass er sein Temperament nicht im Griff hat. So erhielt er in seiner gesamten Profikarriere bereits sechs Platzverweise. Weiterhin ist er häufig in Spielsituationen wie Hand- oder Ellenbogenschläge involiviert, in denen Experten die rote Karte für den Franzosen forderten, der Schiedsrichter aber zugunsten Ribérys entschied.“

        aus https://de.wikipedia.org/wiki/Franck_Rib%C3%A9ry#Unsportlichkeit

        1. Dazu auch http://www.transfermarkt.de/franck-ribery/leistungsdatenverein/spieler/22068

          Franck spielt nun die 10. Saison bei Bayern, hat in insgesamt 323 Pflichtspielen 2 Rote (darunter die unsägliche im CL-HF 2010 gegen Lyon) und 2 Gelb-Rote gesehen.

          Die Frage ist auch: wie viele seiner Gegenspieler sahen Rot, Gelb … oder hätten Rot sehen müssen, was nicht passiert ist …

          Um Wikipedia & Co. kümmert sich der FCB wohl kaum. Das heißt doch: in der Bayernhistorie ist auch einiges falsch dargestellt. Ich kenne die Leute (Erlebniswelt, Archivar etc.), die das korrigieren wollen und werden. Das hat aber nichts mit der Medienabteilung zu tun.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s