Pele und der FC Bayern

Pele

Wer hätte das gedacht: Einer der größten Fußballspieler aller Zeiten, Edson Arantes do Nascimento, kurz Pele, sollte 1966 zum FC Bayern kommen. Der ehemalige Bayern-Präsident (1958-62) Roland Endler wollte diesen Deal einfädeln.

Dazu Pele im Interview vom September 2012

„Ich hatte Angebote von Mailand, Madrid, aber das konkreteste Angebot war von Bayern: Der damalige Präsident Roland Endler hat mich direkt angesprochen: Wenn du nach München kommen willst, dann machen wir das. Roland war ein richtiger Fan von mir. Als er gehört hat, dass ich heirate, hat er mich zur Hochzeitsreise nach Deutschland eingeladen und dabei immer wieder gesagt: du musst auch zum FC Bayern kommen zum spielen. Aber ich fühlte mich wohl in Brasilien. Ich wollte dort nicht weg. Später bin ich zu Cosmos New York gewechselt, weil der Präsident versprach, eine gute Mannschaft aufzubauen mit Franz Beckenbauer usw. Deshalb bin ich noch einmal gewechselt: Um den Fußball auch in den USA ein wenig voranzubringen…“

Allerdings wusste Pele wohl nicht oder hat es vergessen, dass 1966 nicht Endler, sondern Wilhelm Neudecker der Präsident des FCB war.

Hierzu auch der Spiegel 13 / 1966  http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46266095.html

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9 Kommentare zu „Pele und der FC Bayern“

  1. Bei „Fussballgott Pele“ haben wir vielleicht noch einen kleinen Dissens 🙂

    Nicht nur Katsche (so sehr ich ihn verehre) hätte heute im athletischen Hochgeschwindigkeits- und Positionsfußball keine Chance mehr.

    Selbst bei Pele und unserer eigenen Lichtgestalt hätte ich meine Zweifel an ihre „Zeitkompatibilität“ als Fußballspieler. Während sie doch vergleichsweise im analogen Tippkick-Speed den Ball und die Welt verzaubern durften, sehe hier bei Messi schon digitales Playstationformat.

    Der größte Spieler „aller Zeiten“ ist für mich daher GERD MÜLLER !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Allein schon, wegen der „Zeitkonstante“ Torpfosten. Von dem, der Ball nur zu ihm sprang. Um dann trocken onetouch, liegend, gedreht oder sonst wie reingewurschtelt zu werden.

    Kurzum: Hätte der Bomber damals eine Zeitmaschine gehabt, hätte er getrost in den 90ern oder auch im Jetzt als weltbester Stürmer landen können. Was wäre, wenn Messi dann beleidigt in den 70er zurückgereist wäre? Dieser Freak hätte, schlicht und ergreifend kaputtgetreten, dieses Zeitalter nicht mehr verlassen können. Wäre er noch irgendwie gelaufen, hätte ihn spätestens 1977 der gelernte Werkzeugmacher Lothar Wölk endkalibriert.

    1. Ein sehr interessantes Fußball-Medley hast du da geschickt: Bomber Müller Tore, aber auch 1954, alle Tore des WM-Finales 1974 und der Landesmeister-Cup Endspiele 74-76 … und als Zuckerl der Gerd in Fort Lauderdale bei den dortigen Strikers … leider ist er in Florida auch ziemlich untergegangen .. )-:

      Zeitkompatibilitäten und -Maschinen wären sicher auch im Fußball interessant. So ganz sicher bin ich mir nicht, ob er im später viel athletischeren Fußball auch diese Rolle gespielt hätte. Er war ja schon zu seiner Zeit extrem oft verletzt, was in seinem jetzigen sehr traurigen Dasein zusätzlich zu seiner Demenzerkrankung noch erschwerend hinzukommt.

      Dem „Bomber der Nation“ – darf man das in der heute so überkorrekten Welt überhaupt noch sagen? – wünsche ich jetzt nur noch das Allerbeste. Ich befürchte aber eher, dass zeitnah eher eine „schlimme Meldung“ über ihn in den Medien kommt … vielleicht für ihn selbst sogar das Beste … pahhh, jetzt bin ich melancholisch und traurig!

      1. Stimmt.

        Passend dazu eine Übersetzung von „sound of silance“ brlliant gesungen von Ex-Bayern Spieler Andreas Görlitz

        http://www.11freunde.de/video/musik-von-ex-bayern-spieler

        „Und im nackten Licht sah ich zehntausend Menschen.
        Vielleicht auch mehr. Leute die sprachen ohne etwas zu sagen.
        Menschen die hörten ohne zu zuhören.
        Leute die Lieder schrieben um nie von Stimmen gesungen zu werden.
        Und niemand wagte es den Klang der Stille zu stören.“

      1. Danke für dieses Fundstück!

        Jeder gelungene Rückblick auf die Geschichte verändert das Jetzt.
        Dies zeigt nicht nur der von Fans „ausgegrabene“ Kurt Landauer.
        Zudem ist das beste Mittel für „mia san mia“ und gegen identitätslosen Kommerz: Erinnerungskultur ….

        (Nebenbei täte es heute dem Spiegel garantiert nicht schlecht einmal selbst reflexiv in seiner eigenen Geschichte zurückzublicken. Aber das gehört nicht auf diese erfreuliche Seite)

        1. Sehr gerne!

          Es gab übrigens sehr viele sehr beeindruckende Persönlichkeiten in der Bayernhistorie. Kurt Landauer war nur eine von vielen. Und dieser – wenn man z.B. die Bayernbücher von 1975 bis 2000 durchstöbert – war nie „so vergessen“, wie dann dargestellt worden ist. Nur hatte die FCB-Führung offensichtlich so wenig Ahnung von der FCB-Geschichte, dass man sich nicht wehrte….

          Wenn Du den Landauer-Film gesehen hast: das ist ein sehr hübscher Film, der gerade dem Bayernfan gut gefällt. Aber die „Heldentaten“ Landauers im Film wurden in der Realität von mehreren Personen begangen. Der Drehbuchautor Dirk Kämper hat diese dann alle auf Landauer vereint. Z.B. ist nicht Landauer (vom 24.06. bis 26.06.1945) in US-Haft gesessen, weil er das Spiel (in der Realität gegen Wacker München) bei den US-Behörden nicht angemeldet hat, sondern der (Interims-)Präsident Xaver Heilmannseder, der spätere Inhaber des Löwenbräukellers, jahrzehntelanger Ort aller FCB-Feiern …. heute ob des Namens gar nicht mehr denkbar 😉

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