Uns zieht keiner die Lederhosn aus!

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Eine Nachbetrachtung zum DFB-Pokal-Finale in Berlin

Fast in derselben Besetzung wie beim Finale 2014 ebenfalls gegen Borussia Dortmund ging es auch dieses Jahr nach Berlin. Voller Vorfreude – denn die vor allem durch Verletzungen bedingten Sorgen des FC Bayern waren in diesem Jahr wesentlich geringer als vor zwei Jahren. Unsere „Münchner Helden“ konnten durchaus selbstbewusst als leichte Favoriten dem Finale entgegen fiebern. Wir freuten uns auf einen aufregenden Tag mit einem spannenden Spiel – auch wenn doch die Hoffnung bestand, dass es nicht erneut zu einem Spiel mit „Herzinfarktrisiko“ wie in der Champions League gegen Juventus und Atlético kommen würde.

Es wurde in der Tat ein sehr aufregender Tag mit einem nahezu nervenzerfetzenden Spiel im Berliner Olympiastadion. Ein strahlender warmer Frühsommertag. Leider aber – gerade im Vergleich zu 2014 – mit einigen negativen „Nebenerscheinungen“. Diese trugen fast alle ein gelbes Trikot. Konnte man sich vor zwei Jahren noch über die freundschaftliche Atmosphäre zwischen den beiden Fanlagern vor dem Spiel und die faire Beurteilung der Dortmunder nach dem Spiel freuen, war dies am 21. Mai 2016 doch etwas anders.

Die BVB-Fans versammelten sich wie vor zwei Jahren wieder hauptsächlich im Berliner Westen, in „Ku´damm“ – Nähe, während sich die Bayernfans ebenfalls wieder schwerpunktmäßig am „Alex“ im Berliner Osten auf das Spiel vorbereiteten, wo natürlich auch wir waren. Das Konfliktpotenzial war aufgrund dieser Verteilung verhältnismäßig gering, dennoch gab es schon dort vereinzelt BVB-Fans, die aufgrund von Beleidigungen – in Worten und Gesten – sehr negativ aufgefallen sind. Es verwundert schon, wenn z.B. aus einem Touristenbus das Wort mit dem großen A auf einem niederprasselt, von – meist jungen – Leuten, die man zuvor nie gesehen hat.

Nahm man diese unschönen Gesten noch mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis, wurde die U-Bahn-Fahrt vom Alexanderplatz zum Olympiastadion schon ärgerlicher. An Pokalendspieltagen verwandeln sich die Berliner Metros Richtung Stadion sowieso schon immer in eine stickige Saunalandschaft. Dabei wünscht man sich sicherlich permanent eine Erfrischung, aber gewiss nicht in Form von Bierduschen, welche BVB-Fans außerhalb der U-Bahn den Bayern-Fans in der hoffnungslos überfüllten U-Bahn zukommen ließen. Natürlich haben sich dabei einige Bayernanhänger auch nicht gerade vorbildhaft verhalten, dass aber ein bereits etwas älterer BVB-Fan noch damit drohte, eine volle Bierflasche als Zugabe in das Abteil zu werfen, war schon nicht mehr lustig. Eine Ordnungskraft hat ihn gerade noch davon abgehalten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ging auch diese unangenehme U-Bahn-Fahrt zu Ende und ungefähr zwei Stunden vor Spielbeginn trafen wir im Innenbereich des Berliner Olympiastadions ein, wo wir uns – wie viele andere auch – noch ein Bier auf der großen Wiese vor dem Stadion sitzend bzw. liegend genehmigt haben.

Eine Stunde vor Spielbeginn waren wir auf unseren Plätzen – nicht in aber direkt anschließend an die Bayernfankurve – ein paar Reihen unterhalb des Blockes, den das Fernsehen immer wieder fälschlicherweise als Bayernkurve gezeigt hat, in die sich zwei BVB-Fans „verirrt“ haben. Kurz vor dem Spiel präsentierte die Bayernkurve dann eine fantastische Choreografie „Mit Stolz für Stadt und Verein“, während man sich in der BVB-Kurve auf das Schwenken von Fahnen beschränkte.

Und von der ersten Sekunde an entwickelte sich für den Stadionbesucher ein hochdramatisches Spiel – die Stimmung auf den Rängen des Berliner Olympiastadions war entsprechend heiß. Ich möchte dies hier extra erwähnen, weil dies wohl für die TV-Zuschauer nicht ansatzweise so herüber gekommen ist. Dazu später mehr.

Die bereits in der ersten Halbzeit optisch überlegenen aber nicht sehr effektiven Bayern übernahmen zu Beginn der zweiten Halbzeit komplett das Kommando, schnürten die Borussen teilweise am eigenen Strafraum ein, vergaßen aber wie zuletzt so häufig leider das Toreschießen. Die Dortmunder blieben mit ihren wenigen Kontern stets gefährlich, dennoch durfte es – wenn es doch einen „gerechten Fußballgott“ geben sollte, beim abschließenden Elfmeterschießen nur einen verdienten Sieger geben – und so kam es ebenso glücklicher- wie hochverdienterweise auch. Als Douglas Costa den letzten Elfmeter zum 4:3 verwandelte, verwandelte sich die Bayernkurve – noch mehr – in ein Tollhaus!

Und spätestens als Philipp Lahm dem scheidenden Pep Guardiola die Ehre überlies, den Pokal als erster in die Höhe zu stemmen, sollte dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass die Beziehung des Katalanen zu seinen Spielern eine wesentlich bessere war, als viele Medien fälschlicherweise vermitteln wollten.

Ungefähr eine Stunde nach Spielschluss verließen wir die Jubelfeier im Stadion und machten uns mit der U-Bahn auf den Weg Richtung Ku´damm, um dort in einem Restaurant gebührend weiter zu feiern. Und man kann es fast schon ahnen: die Beleidigungen seitens der BVB-Fans vor dem Spiel setzten nach der Partie in einer erheblich gesteigerten Form fort. Fast an jeder Metro-Station wurden den Bayernfans gestreckte Mittelfinger gezeigt. Als wir schließlich die U-Bahn verlassen konnten, gingen wir an einem hysterisch kreischenden jungen Mädchen in einem BVB-Trikot vorbei. Auf dem Weg zum Restaurant wurde man immer wieder „dumm angemacht“ und angegrabscht. Diese feindselige Stimmung setzte sich selbst im Restaurant fort, in dem ein Dutzend älterer BVB-Fans seinem Frust freien Lauf ließ. Ja – ich habe mich in ihren Augen schuldig gemacht, nicht zuzustimmen, dass die „Sch…Bayern“ ein unverdienter Sieger waren.

Ein Fußballkumpel von mir, welcher ebenfalls zum Spiel in Berlin war, fasste das Verhalten des sog. Dortmund-„Fans“ wie folgt passend zusammen: „Arrogant bis zum geht nicht mehr, provokant und schlechte Verlierer!“

Nachdem ich seit Jahren die negative Entwicklung im Internet verfolgt hatte, hoffte ich, dass die Stadionfans etwas fairer sind – leider völlig falsch gedacht! Wenn aber der hochgeachtete (bei den Dortmunder Fans) BVB-„Einpeitscher“ Norbert Dickel schon vor dem Spiel im Stadion sinngemäß verkündet, dass sowieso nur Dortmunder „echte (Liebe) Fans“ wären und dass er in ganz Berlin neben den 70.000 bis 80.000 Schwarz-Gelben keinen einzigen Roten gesehen hat, dann muss man konstatieren, dass bei diesem Verein und seinen Fans der Wahnsinn Methode hat und gewisse Wahrnehmungen mehr als gestört. Eine Niederlage der eigenen Mannschaft kann nur auf einen Betrug zurückzuführen sein, vor allem wenn der Gegner der verhasste FC Bayern ist.

Zum Spiel sei noch gesagt, dass alle Bayernfans – natürlich inklusive meiner Wenigkeit 😉  – permanent unzufrieden mit der Spielleitung von Clemens Fritz waren. Für uns waren eindeutige Tendenzen „pro BVB“ festzustellen. Wenn man allerdings in einem Finale derart emotional involviert ist und auch zugeben muss, dass die Perspektive vom eigenen Stadionplatz nicht die allerbeste ist, um die meisten Spielsituation adäquat zu beurteilen, kommen einem mit einem gewissen zeitlichen Abstand zum Spiel auch kleine Zweifel auf. Zudem waren wir uns schon im Stadion ziemlich sicher, dass es irgendwann im Spiel eine Szene gegeben haben wird, von der „ganz Dortmund“ behaupten wird, dass dies die spielentscheidende Benachteiligung war. Und natürlich gab es auch genau diese Szene mit dem „Scharmützel“ zwischen Franck Ribéry und Gonzalo Castro. Dortmunds Schmelzer hat sich am meisten darüber echauffiert, aber auch nach mehrmaliger Betrachtung der Szene im Internet schließe ich mich hier genau der Auffassung von SR Fritz, beide Akteure zu verwarnen, an. Markus Merk hat dies auf Sky wohl genauso gesehen.

Mittlerweile habe ich auf Youtube (fast) das gesamte Spiel und auch die anschließende Ehrung und Feier gesehen – der Stream (ARD) dauert gut 3 Stunden 16 Minuten. Eigenartigerweise beginnt diese Übertragung aber erst in der vierten Spielminute, so dass ich nicht mehr überprüfen konnte, ob Robert Lewandowski bei seinem Tor ganz zu Beginn des Spiels tatsächlich im Abseits gestanden ist – im Stadion hatte ich daran erheblichen Zweifel! Ich behaupte lieber nicht, dass dieser Stream genau aus diesem Grund mit voller Absicht erst etwas später im Spiel beginnt.

Leider hat das Anschauen dieses Streams meine Beobachtungen im Stadion bestätigt: Clemens Fritz hat es sehr gut mit den Dortmundern gemeint. Dass dies in der ARD nicht ansatzweise herübergekommen ist, lag wohl am Reporter Gerd Gottlob, welcher Gerüchten zufolge im BVB-Trikot übertragen hat. 😉  Herr Gottlob wies immer wieder darauf hin, wie viel Glück Ribéry wohl hatte, nicht in der ersten Halbzeit vom Platz gestellt worden zu sein. Dass sein Gegenspieler Castro der Verursacher war und als erster die Hand in Ribérys Gesicht hatte, übersah er geflissentlich. Auch ist es mittlerweile offensichtlich bei deutschen Fußballreportern Usus, bereits beim zweiten Foul von Arturo Vidal die Ampelkarte zu fordern. Diese hätten dagegen auf Dortmunder Seite durchaus die Herren Reus, Hummels und Sokratis sehen können, wenn nicht müssen. Warum z.B. SR Fritz Marco Reus bei ca. 15 Fouls, davon durchaus einige heftige dabei, nicht einmal gelb gezeigt hat, bleibt sein Geheimnis.

Dagegen ist Herrn Gottlob nicht aufgefallen, dass Mats Hummels in seiner letzten Partie für den BVB seinem zukünftigen Mitspieler Vidal bei einem elfmeterwürdigen Trikotzerren das Trikot komplett zerrissen hat. Mehr Indiz für ein klares Vergehen im Strafraum gibt es gar nicht. Konsequenz wäre Elfmeter für Bayern und Gelb-Rot für Hummels gewesen. Auch Lewandowski wurde im BVB-Strafraum einmal (1. Halbzeit) in bester Position umgerissen und einmal „weggecheckt“ (Verlängerung). Die Kommentare des Herrn Gottlob hierzu waren so unprofessionell, dass man sie am besten nicht erwähnt.

Wie gesagt hätte ich gerne die Lewandowski-Szene mit dem Abseitstor ganz am Anfang der Begegnung gesehen. Klar sollte jedoch sein, dass Aubameyang bei seiner „Riesenchance“ kurz vor Schluss im Abseits stand – das Tor hätte jedoch – zu Unrecht – gezählt und Herr Gottlob hätte es auch gefeiert.

Übrigens hat auch Dortmunds Torwart Bürki bei jedem Elfmeter einen klaren Regelverstoß begangen. Am eindeutigsten war dies beim von Joshua Kimmich vergebenen Elfmeter zu erkennen: Bevor Kimmich überhaupt gegen den Ball getreten hat, ist ihm Bürki drei(!) Meter entgegengelaufen. Im Hallenhandball erlaubt – sicher nicht im Fußball! Klar ist, dass kein Torhüter die eigentlich strenge Regel, dass man sich beim Elfmeter nur auf der Linie bewegen darf, einhält. Aber z.B. verhielt sich dabei Manuel Neuer völlig im Rahmen der Regelauslegung, indem er sich maximal einen Meter nach vorne bewegte. Bei Bürki waren es regelmäßig irreguläre drei bis vier Meter. Herr Fritz, wie konnten sie DAS übersehen? Herrn Gottlob ist selbstverständlich auch nichts aufgefallen …

Ach ja – dann sollte man auch noch einige Bemerkungen zur Übertragung der ARD machen, zur Kameraführung und zu den Tontechnikern. Letztere haben offensichtlich die Außenmikros in der Bayernkurve auf ein Minimum herunter gedreht. Selbst als der vorübergehende Ribéry nach seinem durch Muskelbeschwerden bedingten Ausscheiden drei Minuten lang frenetisch in der Kurve gefeiert wurde, hat man davon am TV nichts gehört. Während die Bayernkurve sehr lautstark fast das gesamte Spiel die eigene Mannschaft angefeuert hat, war dies in der Dortmunder Kurve wohl nur halb so lange der Fall. Dennoch zeigte die ARD die Dortmunder Kurve während der Spielübertragung satte 12(!) Mal – und man glaubt es kaum: die Bayernkurve lediglich zwei Mal. Einmal wurde sogar die BVB-Kurve gezeigt, als sie absolut ruhig war und man als Hintergrundgeräusch die Bayernfangesänge hören konnte … Ist das der Beitrag der ARD zum Ammenmärchen „Echte Liebe Super Fans“ in Dortmund und zur Abqualifizierung der Bayernfans als „langweilige Kunden“? Und für so eine Manipulation muss ich als Bayernfan auch noch Fernsehgebühren zahlen?

Ähnlich verfälscht hat die ARD übrigens auch die Situation um die zum Spielende hin immer häufiger auftretenden Muskelkrämpfe der Spieler. In der Fernsehübertragung konnte man durchaus zur Erkenntnis kommen, dass sich diese gleichmäßig auf beide Mannschaften verteilt haben. Im Stadion war das Verhältnis aber eher 10:1 pro Dortmund – Herr Fritz unterbrach dann auch regelmäßig, wenn Bayern im Angriff war ….

Dass vor allem die BVB-Fans aufgrund all dieser Dinge – am TV – ein anderes Spiel gesehen haben wollten, ist fast schon nachvollziehbar. Die Übertragungs-Außenmikros waren auch ganz offensichtlich immer dann am lautesten – und offensichtlich nur in der BVB-Kurve – aufgedreht, wenn diese „Zieht den Bayern die Lederhosn aus“ zum Besten gab. Als es unmittelbar nach dem siegreichen Elfmeterschießen als Antwort aus der Münchner Kurve ein doppelt so lautes „Uns zieht keiner die Lederhosn aus“ gegeben hat, waren die Außenmikros schon wieder auf Minimum.

Wie bitte sollen die derart aufgeputschten jüngeren BVB-Fans jemals kapieren, dass sich der Bayer niemals die Lederhose ausziehen lässt! Sollte ein derartiges Ungeschick passieren, handelt es sich viel wahrscheinlicher um einen auf der Münchner Wiesn im bajuwarischen Beinkleid präsenten „Burschen“ aus Dortmund… 😉

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5 Kommentare zu „Uns zieht keiner die Lederhosn aus!“

  1. Weitere Infos zu den „Echte-Liebe-Fans“ in Berlin: http://www.focus.de/sport/fussball/sonderzug-verwuestet-nach-pokalfinale-bvb-fans-singen-antisemitische-lieder-und-ziehen-28-mal-die-notbremse_id_5568990.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-sport&fbc=facebook-focus-online-sport&ts=201605261714

    Die sind zwar wohl noch negativer aufgefallen als der Rest dieses am 21. Mai 2016 wirklich insgesamt wilden Haufens, aber wenn von Dortmunder „Fanseite“ diese nun als „vereinzelte Idioten“ bezeichnet werden, dann kennt man dort die eigenen Fans überhaupt nicht!

  2. 1. Der Gerd Gottlob ist so spannend wie eine Topfpflanze. Und sein Gegenstück Tom Bartels vom ZDF ist genau so schlecht. Die Rundfunkgebühren sind eigentlich dazu gedacht, ein qualitativ anständiges Programm zu ermöglichen. Tatsächlich produzieren die Öffentlichrechtlichen für die „Quote“. Ich finde das inzwischen nicht mehr lustig. Genau so unterirdisch wie die Fußballübertragungen sind übrigens Wahlsonntage, aber ich will nicht das Politisieren anfangen ..

    2. Zum Glück hab ich ein Sky-Abo, beschränkt auf CL und DFB-Pokal. Darum hab ich die Möglichkeit, auch in den Pokalspielen unseren beiden öffentlichrechtlichen „Qualtiätssendern“ aus dem Weg zu gehen. Ich denke, dass das in Zukunft immer mehr Fans so machen werden. Zumal die Pestbeule Marcel Reif endlich abserviert wurde.

    3. Ich hab das Spiel in einem Biergarten bzw. die 2. HZ dann in einer Wirtschaft gesehen. Für eche Fans ist das schon grenzwertig. Oft hat man nur einen schlechten Platz, der Biergarten war dann auch zu ca. einem Drittel mit aufgehübschten weibliche „Fans“ gefüllt, die mit dem Rücken zur Leinwand die ganze 1. HZ geplappert haben .. Ich kann aber verraten, dass auf Sky das Spiel deutlich besser kommentiert wurde – obwohl sie ihren schwächsten Mann ans Mikro gelassen haben.

    4. Für das CL-Finale werde ich entweder nach Schwabing gehen oder Sky anwerfen. Die Öffentlichrechlichen bleiben jedenfalls „kalt“.

    5. Zum Spiel: Wie um alles in der Welt können BVB-Fans glauben, dass sie gegen 10 Bayern in 120 Minuten ein Tor erzielt hätten. Hätte also auch Elferschießen gegeben ..

  3. Spannend Peter, wie Du Deine dichte atmosphärische Schilderung mit Überlegungen, wie ein mediales Zerrbild entsteht, verbindest.

    Was mir wieder einmal gewaltig stinkt, ist Manuel Neuers Wie-oft-noch- Kicker- & Co -Durchschnittsnote. Er hatte ja im Spiel nichts zu halten. Die Süddeutsche bedauerte das sogar. Weil man da nicht sehen könnte, welch großartiger Torwart er doch sei.

    Entsprechend seicht wird dann über das Elfmeterschießen „berichtet“. Bender einfach schwach geschossen, Sokratis versemmelt eben.

    War kurz davor nicht die unglaublichste Parade des ganzen Spiels, als Manu schon ins Eck segelte und dabei gegenläufig noch seinen rechten Fuß hochriß und Kagawas mittige Granate beinahe nach erwischte? https://www.youtube.com/watch?v=gQ6BhCpb_pg

    Elfmeterschießen ist kein Lotteriespiel mit gleichverteilten Wahrscheinlichkeiten. Es ist psychologische Kriegsführung. Die sich situativ verdichtet und ihr Eigenleben entfacht.

    Warum tat sich Tuchel so schwer seine Elfmeterschützen zu finden? Erhellend dazu wohl ausgerechnet Boas Statement direkt nach dem Spiel: Natürlich hätte er sich auch getraut zu schießen. Aber gegen Manu hätte er nicht antreten wollen, fügte er noch beiläufig hinzu. „Kleiderschränke“, die kleine Kinder erschrecken können, fürchten sich offenbar von Ihresgleichen.

    Als der (etwas tiefergelegte) „Freistilringer-Kleiderschrank“ Sokratis zum Punkt trat, wusste ich (meine erlesene und da noch nüchterne Fernsehrunde kann’s bezeugen): Der versemmelt. Im Angesicht eines wie ein Gummiball erwartungsfreudig hüpfenden Kleiderschrankmodells „Riesen-Baby mit Pokerface“, das eigentlich „nur spielen will“.

    Wem das zu viel Küchenpsychologie ist, dem seien trocken zwei Hard Facts eingeschenkt:

    Bürki, Quote gehalten Elfmeter komplette Karriere: 17,24 %
    und
    Neuer, Quote gehalten Elfmeter komplette Karriere: 31,91 %

    Also alle wackere Elferschützen der EM und von Morgen:
    Keine Panik. Er will nur spielen. Gebt ihm doch endlich seinen Ball 😉

    1. Deine Kommentare sind auch immer Highlights – danke! 😉

      Ja, mit der Einschätzung von Manuel Neuer tun sich die Medien gewaltig schwer.

      Im letzten BL-Spiel gegen Hannover hat man gut sehen können, wie eine Grundordnung verloren gehen kann, wenn ein anderer Torwart wie Manu (Sven Ulreich) ab der 50. Minute von hinten die Bälle verteilt. Ulreich ist sicher kein schlechter ….

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