2:2 bei Benfica – Bayern zum fünften Mal in Folge im Champions League Halbfinale

Benfica-FCB

 

Der FC Bayern zieht hochverdient nach einem 2:2 (1:1) zum fünften Mal in Folge – Vereinsrekord – ins Champions League Halbfinale ein!

Arturo Vidal war mit seinem fulminanten Tor zum 1:1 (37. min) zum wiederholten Male die „Lebensversicherung“ der Bayern. Denn eigentlich musste man nur in den elf Minuten nach dem überraschenden 0:1 in Sorge um ein Weiterkommen der Bayern sein.

Dieses 0:1 in der 26. min. durch den Mexikaner Jimenez war aus Bayernsicht ebenso überraschend wie fast unvermeidbar – ein Weltklassetor: Eine millimetergenaue Flanke aus dem Halbfeld direkt auf den Kopf des in vollem Tempo – zwischen zwei Bayernabwehrspielern – auf das Tor von Neuer zustürmenden Torschützen. Eine Torchance aus dem Nichts, fast nicht zu verteidigen.

Und dabei schließe ich auch im besonderen Manuel Neuer mit ein, der von einigen „Experten“ mit-/hauptverantwortlich für das Gegentor gemacht worden ist. Andere meinten, dass er / es zumindest „unglücklich ausgesehen“ hätte. Aber wäre Neuer im Tor geblieben, wäre er bei diesem platzierten Kopfballtorpedo chancenlos gewesen. Die andere mögliche „Verhinderungs-Variante“ nannte der Ex-Keeper von Juve, Stefano Tacconi, vor vier Wochen. Nur gut, dass Manuel Neuer viel zu fair aber auch zu intelligent für so eine Abartigkeit ist!

Auch wenn vor allem nach dem Spielverlauf der 2. Halbzeit ein Sieg mit zwei Toren möglich und verdient gewesen wäre, sollte man sich lieber über den Erfolg freuen, als wieder überall die Haare in der Suppe suchen.

Übrigens sind alle vier Viertelfinalpaarungen mit einem Gesamtscore von 3:2 beendet worden. Gab es schon jemals so eine Konstellation?

ManCity- PSG  2:2; 1:0

Madrid – Wolfsburg 0:2; 3:0

Atleti – Barca 1:2; 2:0

und eben Bayern ….

Hört sich in diesem Zusammenhang zwar eigenartig an, aber eigentlich waren nur die Bayern (nach Müllers 2:1 in der 52. min) frühzeitig durch. Die beiden madrilenischen Mannschaften mussten ergebnistechnisch bis zum Abpfiff zittern. Bei ManCity machte de Bruyne eine Viertelstunde vor Schluss alles klar.

Bei aller Kritik der letzten Zeit an Pep Guardiola – auch seine gestrige Startaufstellung mit Vidal, Thiago und Xabi und ohne Lewy war nicht jedem verständlich – sollte man aber auch konstatieren, dass er der zweite Bayerntrainer der Vereinshistorie nach Ottmar Hitzfeld (1999-2001) ist, der dreimal hintereinander ins CL-HF eingezogen ist. Hitzfelds Bayern wurden in jenen 3 Jahren auch jeweils deutscher Meister und er krönte seine 3. HF-Teilnahme mit dem Titel in MAILAND 2001! Viele schöne Parallelen … 2001 stellten sich mit Madrid (HF) und Valencia (Finale) auch noch zwei spanische Mannschaften in den Weg. Der 4. HF-Teilnehmer war damals übrigens auch eine englische Mannschaft: Leeds United.  Kleine Info am Rande: Leeds schaltete im Sommer 2000 den TSV 1860 in der CL-Quali aus, das waren noch Zeiten 😉

Bei den Wettanbietern sind übrigens nach dem Ausscheiden von Barcelona nun die Bayern der Favorit – vor Madrid – Atletico und ManCity   http://www.wettfreunde.net/champions-league-quoten/    … Letztere würde (wohl nicht nur) ich persönlich mir als HF-Gegner wünschen. Peps zukünftiger Verein!!

Und außerdem erinnere ich noch einmal gerne an den bayerischen 20-Jahres-Rhythmus: 1976 Europapokalsieger der Landesmeister – 1996 UEFA-Cup-Sieger – 2016?  Dass man dabei immer Benfica im Wettbewerb elimiert hat, muss ich nicht noch einmal betonen …. Für die häufig abergläubischen Fußballfans aber gewiss kein schlechtes Omen … 😉

11 Kommentare zu „2:2 bei Benfica – Bayern zum fünften Mal in Folge im Champions League Halbfinale“

  1. Bald muss Pep aber alle Aufstellungen durch haben.
    Eventuell Lewandowski als Innenverteidiger nach hinten, ist noch möglich!:)
    Und auch gegen Lisabon hat es wieder gut geklappt.
    Sein wir mal ehrlich, das was die Portugiesischen sich zusammen gespielt haben, war teilweise noch nicht einmal Bundesliga Nivou.
    Sinnloses drauf gehauen und irgendwie auf den Abpraller hoffen…
    Um so überraschender, vielleicht auch ein bisschen glücklich ist, dass sie auf diese Art noch zwei Tore hinbekommen haben.
    Aber ansonsten hatte Bayern, das Spiel mehr oder weniger die kompletten 90 Minuten in griff, lediglich nach den 1 zu 0, gab es eine Unsicherheit.

    1. Haha, Julian – dein Ernst?

      Das mit den Aufstellungen – Lewy als IV – habe ich ja noch ernst genommen 😉

      Aber: Benfica nicht einmal BL-Niveau???
      Du hast doch auf der Gradmesser-Facebook Seite auch das BVB-Debakel kommentiert – bis gestern Abend hätte ich gesagt: Benfica wäre nur gegen Bayern und den BVB ausgeschieden … Nach dem Liverpool-Spiel sage ich: Nur gegen Bayern! Denn der BVB ist ganz offensichtlich „nicht Hölle-resistent“!!
      Beide Treffer der Portugiesen waren Weltklasse, aber ansonsten stimme ich dir schon zu: Bayern war insgesamt klar besser, der Gesamtscore von 3:2 spiegelt das nicht wider…. Und wenn die übl(ich)en Verdächtigen in unserer Medienlandschaft von einem „Zittern“ der Bayern sprechen, dann wissen wir wohl auch, was davon zu halten ist. Davon hätte man sprechen können, wenn der BVB gestern das 3:3 ins Ziel gezittert hätte! 😉

  2. Die Parallelen zu Hitzfeld sind mir noch gar nicht aufgefallen, hoffentlich bringt das auch Glück. Ebenso der im Text erwähnte 20-Jahre-Rhythmus. Bin ja schon etwas abergläubisch 😉

    Zum Spiel: Harter Gegner, aber verdient weitergekommen. Finde, dass die Mannschaft zwar nicht mehr so begeisternden Fußball spielt, wie noch in der Vorrunde, aber es spricht für die Qualität des Teams, wenn die Spiele trotzdem alle gewonnen werden. Im Halbfinale und hoffentlich im Finale spielen natürlich auch Glück und die Tagesform eine große Rolle. Bin insgesamt sehr optimistisch. Aber selbst, wenn es ein Scheitern geben sollte: Man kann jetzt schon stolz auf das Erreichte sein. Pep hat meines Erachtens einen prima Job gemacht und wird das auch bis zum Ende so fortführen.

  3. Zu Neuer: Je häufiger ich diese Szene sehe, umso mehr bin ich der Meinung, dass er dabei herausragend reagiert hat – und zwar nicht im Sinne von Torverhindern, sondern in dem Moment, in dem er wusste, dass er chancenlos ist, dass er zur Seite weggetaucht ist … Alternative wäre wahrscheinlich bei dem Tempo von allen Seiten und den vielen involvierten Spielern einer der schlimmsten Crashes der Fußballgeschichte gewesen!!!

    1. In der Tat, das Wegducken war genial. Es bestätigt auch den Grundsatz, dass Fehler passieren dürfen (das Rauslaufen war wohl nur die zweitbeste Variante, also ein „Fehler“). Entscheidend ist, wie man mit dem Fehler umgeht – läßt man ihn sich zur Katastrophe auswachsen (Gegner verletzt, Rot, lange Sperre, Elfer, Tor), oder akzeptiert man das Tor?

      Ich muss Neuer in den nächsten Spielen besser beobachten. Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass er nicht mehr ganz auf dem Level von 2013 / 2014 ist.

      1. Und jetzt sagst du mir noch, was für dich die „beste Variante“ gewesen wäre?

        Lass mich raten: im Tor verweilen, dem Ball staunend hinterher schauen und dann der erste Gratulant des Torschützen sein haha 😉

        Und lass es dir von einem ehemaligen Weltklassetorwart 😉 sagen: Neuer ist mindestens noch auf dem Level von 2013/14 (als er übrigens nach dem HF-Rückspiel gegen Madrid stark kritisiert wurde). Neuer gibt sich nie mit dem „Normalen“ zufrieden, er versucht immer noch Außergewöhnliches – wenn es dann „schief“ geht, sprechen viele (Ahnungslose) von einem Fehler. Wenn er sich aber seinem Schicksal (sprich dem Gegentor) auf „regulärem Wege“ gefügt hätte, dann hätten alle gesagt: unhaltbar, chancenlos, alles ok …

    2. … und wir sehen es mittlerweile als selbstverständlich, dass Neuer in den unmöglichsten Situationen angespielt werden kann und auch deshalb angespielt wird, immer öfter auch scharf und halbhoch. Viele sehen nicht die Ruhe, den Raum, die Atemluft und das Tempo, das ein unvergleichlich mitspielender Torwart, der den Ball sofort verarbeiten kann, dem Team eröffnet. Ich habe mir z.B. bei Liverpool gegen Dortmund oft gefragt, wie sich diese Situationen wohl mit Neuer statt mit Weidenfeller positiv für Dortmund aufgelöst hätte. Neuer ist im Mitspiel noch besser geworden: Ein Jahrtausend“torwart“ ….. der das Mitspiel offenkundig auch geniesst und der hier immer noch bei Journalisten und Fans verkannt wird. Übrigens auch beim „Marktwert“.

  4. Bayern war 88 Minuten im Hinspiel (plus Verlängerung) und 79 Minuten im Rückspiel (auch plus Verlängerung) rechnerisch „weiter“. So gesehen ein sehr „relaxtes“ Viertelfinale ..gegen ManUtd. und gegen Porto war man rechnerisch jeweils einige Zeit sogar „raus“. Pep wollte eindeutig ein kontrolliertes Vorgehen. Plan aufgegangen, „mission accomplished“.

    Zwei Punkte noch:

    1. Lewa war draußen. Das könnte durchaus wieder passieren – erstens harmoniert der Raumdeuter Müller besser mit den inversen wingern Ribery und Costa, und zweitens liebt unser coach bekanntlich Mittelfeldspieler.

    2. Und daher gleich Punkt 2: Ich denke, die Variante mit Vidal und Alonso könnten wir „auswärts“ auch im HF sehen. 2014 und 2015 haben uns die Gegentore das Kreuz gebrochen – das blöde 1:0 von Real und das späte 1:0 von Barca, woraufhin wir aufmachen mussten. Defense wins championships, und die defense findet vor allem im Mittelfeld statt.

    1. Nennen wir es „vergleichsweise relaxtes VF“: Zur Beruhigung hat sicher das 1:1 beigetragen, zur größeren Beruhigung des 2:1.

      Es spielt aber bei solchen Rechnungen natürlich immer eine große Rolle, ob man zuerst auswärts oder dahoam 😉 spielt.

      Persönlich bin ich weder Freund der Variante „Lewy draußen“, noch ein Anhänger von der Kombi Vidal / Alonso … Peps Devise ist aber eindeutig mehr Safety first als in 2014 und 2015 … Deswegen sehe ich dieses angeblich große Nachlassen in der Leistung nicht wirklich, eher eine veränderte ökonomischere Ausrichtung – was einen weniger mit der Zunge schnalzen lässt. Aber auch ein 0:2 gegen einen Gegner wie Arsenal würde aktuell wohl eher nicht passieren.

      Zudem lassen bei allen Teams die Kräfte zum Saisonende nach, nicht nur bei Bayern. Der CL-Sieg 2001 war fast ausschließlich einer des Willens, weniger der großen spielerischen Klasse … Die 1999er waren um einiges besser als die 2001er Bayern. Hoffentlich spricht das nicht für Atletico! Quatsch, die Quoten, Argumente und Omen sind PRO Bayern 😉

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