Faktencheck FC Bayern

116 Jahre FCB

Speziell nach den zahlreichen Ausfällen in der Innenverteidigung zu Beginn der Rückrunde wurden beim FC Bayern und seinen Fans die Sorgenfalten hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Saison größer und größer. Die Saisonziele schienen extrem in Gefahr: Für nicht wenige erschien ein Scheitern gegen Juventus Turin im Achtelfinale der Champions League realistischer als die angestrebte Finalteilnahme Ende Mai in Mailand. Bereits vor diesen Verletzungen hatte der zum Saisonfinale scheidende Pep Guardiola vor einem Fehlstart in der Rückrunde aufgrund der zahlreichen Auswärtsspiele gewarnt.

Ende Februar 2016 kann man aber wohl ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass all die befürchteten und prognostizierten Worst Case Szenarien nicht eingetreten sind. Gerade nach dem letzten Verletzungsschock durch Holger Badstuber ging ein Ruck durch die Mannschaft und obwohl man zuletzt eine „Zwergeninnenverteidigung“ ohne gelernte Innenverteidiger aufbieten musste, zeigte gerade ab diesem Zeitpunkt die Formkurve des gesamten Teams eindeutig nach oben.

Von den sechs Auswärtsspielen (bei nur zwei Heimspielen) zu Beginn der Rückrunde wurde keines verloren – lediglich in Leverkusen (0:0) und Turin (2:2) spielte man unentschieden. Im CL-Spiel bei Juventus spielte man die Heimmannschaft, welche wiederum in Italien aktuell alles in Grund und Boden spielt, eine Stunde lang schwindlig. Leider konnte man die 2:0-Führung aufgrund von individuellen Fehlern nicht halten, hat aber trotz des Unentschiedens eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel am 16. März in der heimischen Arena.

Am Wochenende gewann man beim Vize-Meister und möglichen CL-Viertelfinalgegner VfL Wolfsburg mit 2:0. Die Spieler sprachen zu Recht von einem „Big Point“ auf dem Weg zum 25. BL-Meistertitel in einer wegweisenden englischen Woche.

Nachdem vor wenigen Wochen die Skepsis vieler Fans, aber auch der Medien, überwogen hat, ob man diese Saison überhaupt noch erfolgreich bestreiten können wird, setzt nun aber schon wieder die „Phase einer übersteigerten Erwartungshaltung“ ein. Es stimmt, sowohl in Turin wie auch in Wolfsburg war man nicht komplett fehlerlos – aber wer ist das schon?

In der Bundesliga konnte im Jahr 2016 der Vorsprung von acht Punkten auf den einzigen Verfolger Borussia Dortmund nicht weiter ausgebaut werden. Ohne jetzt zu polemisch zu werden, möchte ich aber behaupten, dass man fast schon den Eindruck gewinnen könnte, dass die deutsche Schiedsrichtergilde scheinbar eine vorzeitige Meisterschaftentscheidung verhindern will / soll. Während den Bayern u.a. absolut korrekte Tore aberkannt werden und dies bei völlig offenen Spielständen (zuletzt gegen Darmstadt und in Wolfsburg), genießen die Dortmunder aktuell einen besonderen Schiedsrichter-Bonus. Bei engen Spielen konnten die Borussen zuletzt immer auf den einen oder anderen gravierenden Schiedsrichtereingriff bauen.

So gab es am 16. Spieltag beim Stand von 1:1 gegen Eintracht Frankfurt Ende der 1. Halbzeit eine sehr harte Ampelkarte gegen den Frankfurter Medojevic – Endstand 4:1. Am 19. Spieltag gewann man mehr als glücklich mit 2:0 gegen Ingolstadt nach zahlreichenden Fehlentscheidungen, welche alle ohne Ausnahme pro BVB ausfielen. Am 22. Spieltag übersah der Schiedsrichterassistent eines der klarsten Handspiele der Fußballgeschichte und verweigerte Leverkusen einen Elfmeter, welcher zum Ausgleich hätte führen können. Und gestern führte der Tabellenvorletzte aus Hoffenheim souverän im Signal Iduna Park bis zur 58. Minute mit 1:0. Dann zeigte Schiedsrichter Peter Sippel aus München(!) dem Torschützen Sebastian Rudy eine doch sehr harte rote Karte – Dortmund drehte in Überzahl das Spiel in den letzten 10 Spielminuten.

Die Anhäufung der spielentscheidenden Schiedsrichterpfiffe pro BVB in den letzten Spielen ist auffallend, aber vielleicht sollte man das beim FC Bayern in der Form positiv sehen, dass dadurch trotz einer beeindruckenden Serie in der Bundesliga noch keine Entscheidung gefallen ist und ein konzentrationsbedingtes Nachlassen nicht möglich ist. Dennoch sollte die Deutsche Meisterschaft bereits am kommenden Samstag entschieden sein, wenn Bayern – einen Sieg am Mittwochabend zuhause gegen Mainz 05 vorausgesetzt – auch die Festung Signal Iduna Park einnimmt.

Die Freude über die zuletzt aufsteigende Form des gesamten Teams wird durch das bislang glänzende Comeback von Franck Ribéry noch einmal gesteigert. Wenn bislang auch nur ausschließlich Einwechselspieler in der 2. Halbzeit, konnte der immer noch flinke Edeltechniker dem Spiel jeweils seinen Stempel aufdrücken.

Wenn Mario Götze am Mittwoch gegen Mainz ein ähnlich glänzendes Comeback gelingen sollte, dann sind die „Fanta-Sieben“ in der Bayernoffensive endlich gemeinsam fit, was dem einen oder anderen Gegner durchaus Angstschweißausbrüche bereiten sollte.

Zudem hatte Medhi Benatia bereits in Turin ein Kurzcomeback und auch Javi Martinez hat wieder mit dem Lauftraining begonnen. So sollte auch das Rückspiel gegen Juventus Turin – mit dem eigenen Publikum und einer fantastischen Heimbilanz im Rücken – mit Optimismus angegangen werden können.

Außerdem gibt es am heutigen 29. Februar beim FC Bayern ein großes Comeback: DER Macher der letzten Jahrzehnte, Uli Hoeneß, wird aus der Haft entlassen. Genauso wie der Urteilsspruch gegen ihn im April 2014 meiner Meinung nach im Verein eine gewisse Lähmung bei einzelnen Personen nach sich gezogen hat, wünsche ich mir von diesem erfreulichen Ereignis, dass es das Team zusätzlich motiviert, um das große (inoffizielle) gemeinsame Ziel erreichen zu können: Das Triple 2016!

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14 Kommentare zu „Faktencheck FC Bayern“

    1. Hallo GÜNO,
      könntest du das bitte präzisieren?
      Bist du kein großer Freund von Uli Hoeneß oder bist du einer der Mahner, die das Wort „Triple“ nicht hören wollen?
      Vielen Dank für dein erneutes Feedback! 😉

      1. Also bei so einem Beitrag am Tag der Haftentlassung von Uli H. muss das erwähnt werden.
        Und wer aktuell als Bayernfan NICHT an das Triple denkt bzw. darauf hofft, dem ..äh… ist nicht zu helfen 😉

        Folglich finde ich persönlich gerade den abschließenden Satz hervorragend. Und es würde mich brennend interessieren, was daran auszusetzen ist!

      2. Ich find’s, nachdem wir dieses Ziel eh schon erreicht haben, einfach blöd immer vom (erneuten) Triple zu sprechen oder darauf zu hoffen petersgradmesser.
        Ich wär mit dem Triumph in der CL schon zufrieden. 😉

        1. OK, einigen wir uns auf den CL-Triumph … und sollten dann überraschenderweise Meisterschaft und DFB-Pokal auch dazu kommen, dann sind wir nicht unglücklich, wenn es doch das Triple wird! 😉

        2. Wenn Du meinst petersgradmesser. 😉

          CL schmeckt halt am süßesten UND ich will zurück nach Mailand!

        3. Vielleicht hast du ja noch Recht damit: Bayern will das Triple gar nicht … und konzentriert sich auf die CL! … Mit der gestrigen Leistung gewinnt man allerdings keinen einzigen Titel!

        4. Ach was petersgradmesser. War doch halb so schlimm. Man muss auch die Leistung des Gegners respektieren. Glückwunsch Mainz 05!

        5. Ich habe mich auch nach dem Spiel hauptsächlich über die uninspirierten pomadigen Bayern geärgert, die natürlich auch nicht gerade das Glück gepachtet haben.
          Aber als ich heute von einer Fehlentscheidung nach der anderen gegen Bayern erfahren habe, bin ich doch leicht wütend geworden.

          Bayern-Malus und BVB- und Barca-Bonus zum Trotz – jetzt MUSS DAS TRIPLE HER!!! hahahaha

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