Machtdemonstration FC Bayern

Bayern in anderer Welt

Als der FC Bayern vor gut zwei Wochen nach wettbewerbsübergreifend zwölf meist sehr überzeugenden Siegen in Serie mit 0:2 bei Arsenal London verloren hat, habe ich mich noch am selben Abend nach der bislang höchsten Niederlage der Champions League Historie der Gunners erkundigt: ein 0:4 beim AC Milan im Februar 2012. Denn ich war mir sicher, dass diese unglückliche und frustrierende Pleite im Emirates Stadium die Bayern zu einer Topleistung anstacheln würde. Bereits in der letzten CL-Saison haben die Roma, Shakhtar Donezk und der FC Porto historische Pleiten gegen die Münchner erlitten.

Einige Bayernfans ließen sich von der Pleite in London etwas verunsichern, was die wahre Leistungsfähigkeit der Bayern betrifft – „die Bundesliga ist zu schwach und international kein Maßstab“ als Grundtenor. Mich hat es jedoch in keinster Weise überrascht, dass die Bayern Arsenal am Mittwochabend mit 5:1 aus der Allianz Arena geschossen haben und sogar englische Reporter gemeint haben, dass nur Arsenals Weltklassetorhüter Petr Cech eine noch höhere Pleite verhindert hat. Und ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass zu dieser Demontage des aktuellen Tabellenzweiten der englischen Premier League (punktgleich mit dem Ersten Manchester City) nicht einmal eine absolute Topleistung im Vergleich zu anderen Saisonleistungen in der bisherigen Spielzeit ausgereicht hat: Vor allem die ersten Minuten wirkten nervös und unkonzentriert. Nach dem 1:0 von Lewandowski in der 10. Minute jedoch kam die Angriffsmaschinerie der Bayern wie gewohnt ins Rollen. Ein erneuter Beweis, wie wichtig ein frühes Tor für den gesamten Spielverlauf ist. Trotzdem waren Slapstick-Einlagen wie das Umtreten der Fahne bei der Ausführung einer Ecke durch Xabi Alonso auch typisch für dieses teilweise fahrige Spiel. Nicht zuletzt drei Weltklassetore – Alaba zum 3:0 – Robben zum 4:0 nach famoser Vorarbeit von Coman und Alaba – Müller zum 5:1 nach Sololauf von Costa – übertünchen in der Erinnerung einige schwächere Phasen.

Die Leistungen der Bayern beim 5:1 in der BL gegen Borussia Dortmund, welches aktuell weit stärker als Arsenal erscheint, und vor allem die erste Halbzeit beim Pokal-Auswärtssieg beim Titelverteidiger in Wolfsburg schätze ich um einiges besser ein als beim Rekordsieg gegen Arsenal. Dass im Netz ein Arsenal-Fan nach der Pleite seiner Mannschaft in München folgendes Statement zum Besten gab, zeigt die aktuelle Stellung des deutschen Meisters auch im internationalen Fußball: „There is nothing to be ashamed of… We played Bayern, the best team in the world right now, not ManUnited…”

Auch Pep Guardiola sieht seine Mannschaft noch nicht perfekt spielen, aber nun in seinem dritten Jahr beim Verein “viel besser als in den ersten beiden Jahren”! Das ist eine Ansage, wenn man bedenkt, welchen Traumfußball die Fans zum Teil auch schon in den ersten beiden „weniger guten“ Jahren von Peps Bayern gesehen haben.

Auch die internationalen Wettbüros bewerten die aktuellen Leistungen der Münchner in der Form, dass sie den FC Bayern als Favoriten auf den Champions League Titel, der Ende Mai 2016 in Mailand ausgespielt wird, sehen – vor Barcelona, Real Madrid, PSG und ManCity. Viele sehen außerdem im Endspielort ein gutes Omen für den Verein! 😉

Gerade in den Heimspielen ist das Bayern-Team eine Macht: In den fünf CL-Heimspielen 2015 erzielte man nahezu sagenhafte 26 Tore (bei vier Gegentreffern). Abhängig vom letzten Heimspiel gegen Olympiakos Piräus am 24. November sollte man einen entsprechenden Wettbewerbsrekord aufstellen. In der Bundesliga wurden u.a. die CL-Teilnehmer Leverkusen mit 3:0 und Wolfsburg mit 5:1 nach Hause geschickt. Der BL-Tabellenzweite, Borussia Dortmund, der wettbewerbsübergreifend in den restlichen 20 Spielen ungeschlagen ist, wurde in der Allianz Arena mit 5:1 gedemütigt.

Der aktuelle Bayernkader stellt für mich – einmal mehr – den besten dar, der jemals an der Säbener Straße trainiert hat. Wenn dieser, anders als im Frühjahr 2015, in der entscheidenden Saisonphase 2016 nicht wieder durch übermäßiges Verletzungspech ausgedünnt ist und das Team den unter Guardiola eingeschlagenen Weg weiter geht, sich sogar noch weiter entwickelt, dann ist die Chance auf den sechsten Champions League (bzw. Landesmeister) Triumph nicht die schlechteste. Eine Garantie auf den höchsten Titel im Vereinsfußball hat man jedoch selbst als Favorit nie – unter anderem auch durch die Quote für den CL-Sieg der Bayern 2016 dokumentiert: 3,85.

Der Verein hat auf alle Fälle in allen leistungsrelevanten Bereichen hervorragende Arbeit geleistet, um bestmögliche Grundvoraussetzungen für einen CL-Sieg oder auch ein erneutes Triple zu schaffen: Dies fängt bei der Verpflichtung der Spieler Costa, Coman, Vidal, Kimmich an und endet wohl nicht bei der Neustrukturierung der medizinischen Abteilung.

Im November gewinnt man natürlich noch keine Titel, die aktuellen Leistungen der Bayern auf dem Platz demonstrieren aber auf alle Fälle schon einmal, dass auch 2016 bei der Vergabe aller Titel sehr stark mit dem FC Bayern München zu rechnen ist.

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