Für wie lange verlängert Pep bei Bayern?

Pep_Lewangolski

Zugegeben – jeden „eingefleischten“ Bayernfan beschäftigt wohl aktuell die Frage, ob und wie lange Pep Guardiola beim FC Bayern verlängert. In meinem Umfeld ist dabei der Wunsch sehr groß, dass er möglichst langfristig verlängert. Wir halten ihn schlichtweg für ein Trainer-Genie. Vor drei Tagen hatte ich das Vergnügen eine öffentliche Trainingseinheit an der Säbener Straße zu erleben. Obwohl dabei nur eine Rumpftruppe der Profis – ohne die Nationalspieler – mitgewirkt hat, kann ich meinen eigenen Eindruck vom Training nur mit „sensationell“ beschreiben. Die Erfolge in den Pflichtspielen dieser Saison bestätigen meinen Eindruck nur.

So kann man es den Fußballmedien aktuell gar nicht verübeln, dass man dieses Thema rauf und runter diskutiert – es werden ebenso zahlreiche Argumente genannt, warum Pep Guardiola bei den Bayern verlängern sollte, wie auch, warum er den Verein verlassen wird.

Neben den ollen Kamellen aus den vergangenen zwei „Pep-FCB-Jahren“ und den etwas neueren aus dem „Super-Gerüchte-Sommer 2015“ werden aktuell zahlreiche Meldungen über „fundierte Informationen“ aus dem Ausland eingebracht: Spanier, Engländer und sogar, nein vor allem die Italiener scheinen aktuell besser als wir deutsche Fußballfans informiert zu sein. Einem Medienbericht aus Italien zufolge haben sich die Münchner sogar schon mit Carlo Ancelotti als Peps Nachfolger auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Dies lässt besonders aufhorchen, nachdem es angeblich auch die Italiener waren, die als erste von Guardiolas möglichem Engagement beim FC Bayern berichtet haben (Spätherbst 2012).

Bemerkenswert ist an dieser Variante, dass sie bereits im Herbst 2015 eine kräftige Trainerrotation im Sommer 2016 antizipiert: Demnach würde Pep Guardiola im Sommer 2016 das Traineramt bei Manchester City übernehmen. Wohl dieselben „gut informierten Kreise“ haben aber schon Anfang 2015 informiert, dass Pep ManCity bereits im Sommer 2015 übernehmen werde. Stattdessen ist aber der Katalane in München geblieben und der chilenische City-Trainer Manuel Pellegrini hat in Manchester bis 2017 verlängert. Wenn diese Version stimmte, wäre Pellegrini sicherlich ein „maximal motivierter“ Trainer im Amt bei City, der zwar gerade erst dort verlängert hat, dennoch aber schon auf dem abgesägten Ast sitzt. Eine ebenso gewagte Theorie wie ein gewagtes Spiel seitens des englischen Spitzenclubs. Und der ehemalige Trainer von Real Madrid, der Italiener Ancelotti, würde das Amt von Guardiola bei Bayern übernehmen, weil der 2016 Pellegrini in Manchester beerbt! Wow – ein nahezu schwindelerregendes Trainer-Karussell!

Persönlich kann ich mir nicht ansatzweise vorstellen, dass dies ein mögliches Szenario von Pep Guardiola und des FC Bayern sein kann. Guardiola bringt eigentlich zuerst seine Missionen zu Ende und widmet sich dann neuen Herausforderungen – so habe ich seinen Charakter verstanden. Dafür spricht seine Fairness, seine Konsequenz, wie auch seine Professionalität. Und der FC Bayern, allen voran der erklärte „Pep-Fan“ Kalle Rummenigge, wird einen Teufel tun, und zeitgleich mit einem anderen Trainer verhandeln. Ein für mich undenkbares Szenario!

Dann gibt es für mich noch eine ganz andere Erklärung, warum Ancelotti eine denkbar ungünstige Trainervariante als Nachfolger von Guardiola wäre: Wer sich noch einmal die Champions League Halbfinals von 2014 zwischen Ancelottis Madrid und Guardiolas Bayern ins Gedächtnis ruft, weiß sicher noch, dass der Italiener eine komplett andere Spielphilosophie verfolgt als der bayerische Katalane. Das wäre ein gigantischer Bruch, eine Potenz höher als die Umstellung von Jupp Heynckes auf Pep Guardiola im Sommer 2013 nach dem Triple-Gewinn. Mir persönlich gefällt Peps Spielweise wesentlich besser, auch wenn einige noch eine „taktische Vorführung Peps durch Ancelotti“ im Hinterkopf haben mögen. Die Gründe für das krachende Ausscheiden der Bayern im Mai 2014 gegen Real Madrid waren jedoch ganz andere, nicht taktische, oder durch das generelle Spielsystem bedingte.

Meine persönliche Meinung zur aktuellen Trainer-Situation beim FC Bayern ist eine ganz andere. Zudem drückt sie auch noch meine Hoffnungen aus: Pep Guardiola ist gerade dabei, „seine Bayern“ auf seine Art und Weise zu prägen, zu perfektionieren. Es macht eigentlich keinen Sinn, dass dieser eingeschlagene Weg im kommenden Sommer vorbei sein soll – sei es als Champions League Sieger oder nicht, als Triple-Sieger oder nicht.

Folglich könnte ich mir sogar vorstellen, dass es aktuell bei den Verhandlungen zwischen dem Verein und Trainer weniger darum geht, ob er noch verlängert oder nicht, sondern wie lange er verlängert. Guardiola hat auch in Barcelona nur jeweils immer um ein Jahr verlängert. So strebt er vielleicht in München zunächst auch erst einmal eine Verlängerung bis 2017 an, während Rummenigge & Co. ihn eventuell jetzt schon gerne auf eine Verlängerung bis 2018 oder gar 2019 festlegen würden. Wenn ich die aktuell in den Medien diskutierten Szenarien mit diesem hier vergleiche, erscheint mir dieses nicht nur das positivere, nein sogar das wesentlich logischere. Für mich war Guardiolas Entscheidung pro FC Bayern Ende 2012 / Anfang 2013 übrigens auch keine große Überraschung, wie häufig in den Medien zu lesen war – nein lediglich eine logische Fortsetzung seiner Trainerkarriere unter seinen Lieblingsbedingungen!

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