Champions League Sieger 2015 – FC Bayern!

Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Final

Jetzt denken sich einige wohl: Jetzt dreht er völlig durch – der Gradmesser!

Zugegeben – Anfang des Jahres war ich mir ganz sicher, dass diese großartige Mannschaft des FC Bayern eine große Chance hat, die Champions League bzw. sogar das Triple zu holen. Trotz eines nahezu unglaublichen Verletzungspechs seit Anfang der Saison schaffte es Pep Guardiola immer wieder, eine sehr starke Mannschaft aufzustellen, welche sich keineswegs vor irgendeinem Fußballteam auf dieser Welt verstecken musste. Der aktuelle Kader des FC Bayern ist IMHO sowieso der weltbeste, vielleicht sogar in Hinblick auf die gesamte Fußballgeschichte. Denn: Gab es wirklich jemals schon eine derartige Anhäufung an Weltklassespielern wie im aktuellen Bayern-Kader?

Getrübt wurden diese Aussichten jedoch immer wieder von Verletzungen absoluter Schlüsselspieler: Javi Martinez ist zwar seit Kurzem wieder im Mannschaftstraining, hat aber seit seinem „Totalschaden im Knie“ am 13. August 2014 in Dortmund noch kein einziges Spiel bestritten. Holger Badstubers Verletzungsmisere seit Ende November 2012(!) ist nahezu beispielslos. Auf das so heiß ersehnte Comeback von Thiago Anfang April mussten die Bayernfans über ein Jahr warten!

Monatelang im Krankenstand waren mit Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm beide Kapitäne, zudem immer wieder Medhi Benatia und Claudio Pizarro. Im Herbst 2014 kam es zu der kuriosen Situation, dass der ehemalige Mainzer Bundesligatorhüter Heinz Müller aufgrund der monatelangen Verletzungen der Nr. 2 Pepe Reina und der Nr. 3 Tom Starke und wegen weiteren Verletzungen bei den Torhütern der 2. Bayern-Mannschaft in der Regionalliga Bayern „auf Abruf“ an der Säbener Straße mittrainiert hat.

Bereits monatelang verletzt sind aktuell immer noch bzw. wieder die absoluten Leistungsträger Arjen Robben, David Alaba und Franck Ribery. Zwischendurch waren auch Rafinha und Jerome Boateng für einige Wochen verletzt und aktuell kommt Robert Lewandowski nach der Attacke des Dortmunder Torhüters Langerak mit einer Gehirnerschütterung, Nasenbeinbruch und Oberkieferbruch zur schier unendlichen Patientenliste des FC Bayern 2014/15 dazu.

Kurz zusammengefasst: vor Kurzem wurde eine Statistik veröffentlicht, die die Verletzungshäufigkeit des Bayernkaders 2014/15 auf einem traurigen einsamen ersten Platz aller Bundesligaclubs und europäischen Topvereine in den letzten fünf Jahren ausweist! Unfassbar!

Ohne auf die einzelnen – auch mehrfachen – Verletzungen der Spieler explizit einzugehen, kann festgestellt werden, dass die Gründe dafür sehr unterschiedlich sind. An dieser Stelle möchte ich auch nicht auf die Schmutzkampagnen verschiedener Boulevardmedien eingehen, bei welchen es um z.T. wirklich abenteuerliche Erklärungen gegangen ist und immer wieder geben wird.

Wie gesagt, für die Verletzungen gab es unterschiedliche Gründe: Einige wurden quasi aus der letzten extrem anstrengenden Weltmeistersaison „herüber transportiert“, davon betroffen waren vor allem die deutschen Weltmeister, aber auch die genannten Langzeitverletzten. Es gab tragische Unfälle, vor allem das Drama um Javi Martinez, Ermüdungsverletzungen bzw. –brüche wie bei Philipp Lahm. Die meisten der letzten Verletzungen entstanden aber auch durch zum Teil rüde Fouls der gegnerischen Mannschaften. Diesbezüglich einseitige Schuldvorwürfe zu machen ist nahezu pervers, aber dennoch ein Lieblingsspiel der Medien. Da ich mir, wie es sämtliche anderen Außenstehenden auch handhaben sollten, kein – medizinisches Urteil – über einen einzigen Krankenfall erlauben kann, werde ich mich auch nicht an etwaigen Spekulationen beteiligen!

Und trotz dieser zum Teil extremen Dezimierung des Kaders hat sich die Mannschaft immer wieder zu absoluten Spitzenleistungen aufgerafft, die zu größten Hoffnungen berechtigt haben. Stellvertretend möchte ich nur die beiden grandiosen CL-Rückspiele gegen Donezk (7:0) und vor allem gegen Porto (6:1) erwähnen, aber auch die – obwohl spielerisch nicht überzeugend – Willensleistungen beim Sieg in Dortmund (1:0) und im Pokalviertelfinale in Leverkusen (5:4 n.E.).

Bei den internationalen Wettbüros war der FC Bayern mit kleinen Ausnahmen während der gesamten Saison der Topfavorit auf den Sieg in der Champions League. Selbst nach dem 1:3 in Porto wurde man noch an der zweiten Position hinter Barcelona und noch vor Real Madrid geführt. Nach dem grandiosen 6:1 gegen Porto positionierten die Wettbüros Bayern nur hauchdünn hinter Barcelona und klar vor Madrid. Nun muss man aber feststellen, dass die jüngsten schlimmen Verletzungen aus dem Pokal-Halbfinale gegen Dortmund und die immer noch völlig ungewisse Aussicht auf das Comeback von Franck Ribery den FC Bayern auf den dritten Platz haben abrutschen lassen.

Der CL-Halbfinal-Gegner und spanische Tabellenführer aus Barcelona scheint aktuell das Glück zu haben, sich in der Liga ausschließlich gegen „Fallobst“ aus den Niederungen der Tabelle nach Lust und Laune warm schießen zu dürfen, während bei Bayern die Hiobsbotschaften gar nicht mehr abzureißen scheinen!

Nach der Auslosung haben fast alle von einem 50:50-Duell gesprochen. Ich persönlich habe Bayern – „Pep-Faktor“ (er kennt sehr viele wichtige Akteure der Katalanen aus seiner eigenen Zeit dort bestens) – sogar als leichten Favoriten gesehen. Davon kann man aufgrund der jüngsten Entwicklungen leider nicht mehr sprechen, Barcelona ist mehr oder weniger klarer Favorit und zudem zusätzlich aufgrund der 0:7-Demütigung von 2013 hochmotiviert.

Ich möchte auch nicht auf die insgesamt sehr positive Europapokalstatistik der Bayern gegen Barcelona hinweisen (5 Siege / 2 Unentschieden / 1 Niederlage), sondern erinnere mich augenblicklich eher an die Situation vor dem Pokalfinale im Mai 2014 in Berlin gegen Borussia Dortmund.

Als ich damals am Freitagabend mit zwei Freunden nach Berlin gefahren bin und auch während des gesamten Finaltages kam – ebenfalls verletzungsbedingt – eine Hiobsbotschaft zur anderen. Vorher gab es schon schmerzhafte Ausfälle (allen voran Thiago), im Spiel gab es Verletzte (Lahm, Neuer musste – obwohl schulterverletzt – zu Ende spielen). Zudem war der BVB in den Wochen vor dem Finale in Topform, während die Leistungskurve des „frühesten BL-Meisters aller Zeiten“ (März 2014) stetig nach unten zeigte. Unsere Skepsis, überhaupt eine Chance im Finale zu haben, stieg nahezu minütlich. Und dann gewannen die Bayern dieses Finale dank einer taktischen Meisterleistung von Pep Guardiola und einer absoluten Willensleistung einer charakterlich sensationellen Truppe!

Daran erinnere ich mich in diesem Kontext wirklich gerne: Du hast eigentlich keine Chance, FC Bayern, aber nutze sie!

Und manchmal ist es einfach auch der Aberglaube von Fußballspielern und –fans, der mir zusätzlich noch eine Hoffnung gibt: Ich war in dieser Saison mit zwei Ausnahmen immer in der Allianz Arena – diese waren die Niederlagen gegen M´gladbach (0:2; fatale Verletzung Robben) und nun gegen den BVB im Pokal-HF! Mit mir gab es nur gute bis sehr gute Spiele und Siege!! (das 1:1 gegen S04 in Unterzahl vergesse ich  😉  )

Und sollte der FC Bayern bei all diesen ungünstigen Voraussetzungen – in der Vergangenheit war ein langes erfolgreiches WM-Turnier ebenfalls immer eine große Hypothek – am 6. Juni in Berlin tatsächlich den Champions League Titel holen, dann wäre dies für mich persönlich der größte Titel, die größte Leistung der Vereinsgeschichte. Und dieser Erfolg würde auch das Triple von 2013 toppen! Und ich weiß, dass ich mit dieser Meinung bei Weitem nicht allein dastehe!

Die gesamte Mannschaft, inklusive Trainer- und Betreuer, hätte diesen Titel nach diesen Turbulenzen mehr als verdient. Für mich ist das das charakterlich stärkste und sympathischste Team, das jemals für den FCB aufgelaufen ist – und es ist fähig, einen sensationellen Fußball zu spielen.

Leute, alles rausholen! Kämpfen und siegen!

Noch ein Wunsch: Die Champions League Sieger Party 2015 in München sollte man auch auf dem Borsigplatz hören können! 😉 Und dann würde noch der Wolfsburger DFB-Pokalsieg mitgefeiert werden …..

Ich hoffe, man darf noch träumen ….. 😉 😉

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2 Kommentare zu „Champions League Sieger 2015 – FC Bayern!“

  1. Ich bleibe dabei von der Regel her dieser Saisong, müssten wir Barcelona eigentlich weg klatchen!
    Die wichtigsten Spiele in überblick!
    Donetzk 0 zu 0 danach 7 zu 0
    In Porto 1 zu 3 danach 6 zu 1
    gegen Dortmund unglücklich raus, also in hinspiel gegen Barcelone 5 oder 6 zu 0^^^ dann das rückspiel ruhig 0 zu 3 verlieren ( wäre egal).
    Dann in Finale ein schöhnes 4 zu 0:).

    Naja realystic gesehen, hab ich ein 2 zu 1 in Barcelona in Gefühl

    1. OK … schauen wir mal, was es mit der „Julian-Regel“ so auf sich hat! 😉

      Wenn ich bislang eine „Regel“ bei den Play-Off Spielen in der CL erkennen kann, dann ist es die, dass Bayern jeweils im Rückspiel zu Hause um 7 (SIEBEN!) Tore besser war als im Hinspiel auswärts ….

      Das hieße: maximal mit 3 Toren Unterschied in Barcelona verlieren und mit vier Toren in München kontern ….;-) 😉 Realistisch!!??? 😉

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