Weltfußballer – die falsche Wahl

Röhrender Hirsch

Chancen für Manuel Neuer

Wer die Wahlen zum Preisträger des FIFA Ballon d’Or in den letzten Jahren verfolgt hat, vor allem die des Jahres 2013, in die der amtierende Fußballer Europas, Franck Ribery, eigentlich als Favorit gegangen ist, der musste eigentlich wissen, dass die Chancen des zweifachen Welttorhüters und Weltmeisters Manuel Neuer die Wahl gegen Cristiano Ronaldo –Markenname CR7 – und selbst gegen den in 2014 schwächelnden Lionel Messi als Deutscher bzw. Bundesligaprofi zu gewinnen in etwa denen der deutschen Sänger beim Grand Prix d ´Eurovision Song Contest entsprachen.

Selbst die Auszeichnung im Dezember zum Weltfußballer 2014 durch die französische Sportzeitung L ´Equipe, und die jeweils zweiten Plätze bei der Wahl zum Weltsportler 2014 (hinter Frankreichs Stabhochsprungüberflieger Renaud Lavillenie) und zu Europas Sportler des Jahres 2014 (hinter F1-Weltmeister Hamilton) – jeweils immer mehr oder weniger klar vor allen Fußballkonkurrenten – nährten wenig Hoffnung, dass Manuel Neuer die Lena Meyer-Landrut des deutschen Fußballs werden könnte.

Während bei den genannten Auszeichnungen internationale Sportjournalisten die Juroren waren, haben bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer alle 209 FIFA-Mitgliedsverbände jeweils drei Stimmen: es dürfen die Nationalmannschaftskapitäne, die Nationaltrainer und „ausgewählte“ Journalisten an der Wahl teilnehmen. Jeder Juror vergibt 5 Punkte für den 1. Platz, 3 für den zweiten und einen für den dritten Platz. Derjenige der 23 Kandidaten, die vorab von einer „Expertengruppe“ von France Football und der FIFA-Fußballkommission ernannt worden sind, der die meisten Punkte auf sich vereint, ist der Sieger der Wahl. Dabei können „Fußballgroßmächte“ wie etwa Afghanistan, American Samoa, Andorra, Aruba, Bhutan, die Kapverdischen Inseln, die Cayman Islands, um nur ein paar ganz wenige zu nennen, im gleichen Maße Punkte vergeben wie z.B. die Vertreter aus Brasilien, Spanien, England, Deutschland oder Italien.

Fußballweltmarken

Wem die Vormachtstellung der seit Jahren zu weltweiten Fußballmarken aufgebauten Fußball-Superstars CR7 und Messi bewusst ist, der konnte nicht ansatzweise an einem Erfolg von Ronaldo zweifeln. Interessant war lediglich, ob Lionel Messi nach einem für ihn mehr als durchwachsenen Fußballjahr 2014 abermals den zweiten Platz wie 2013 (damals vor Ribery) behaupten wird können, was die Wahl aus der Sicht vieler (Experten) noch mehr zur Farce machen würde. Bekanntermaßen ist dieser Worst Case für die Glaubwürdigkeit einer derartigen Wahl eingetreten!

Die beiden Markennamen haben sich bekanntlich einmal mehr durchgesetzt, zur Enttäuschung vieler, die sich auch einfach einmal nur ein bisschen Abwechslung gewünscht hätten. Zur Erinnerung: bei der Wahl geht es nicht um den oder die besten globalen Fußballspieler der letzten 6 bis 8 Jahre, sondern um die überragende Erscheinung und Persönlichkeit auf den Fußballfeldern des Jahres 2014. Im Jahr 2014 hat zudem eine Fußballweltmeisterschaft stattgefunden, mit einem überragenden Weltmeister Deutschland, und bei diesem Weltmeister gab es noch einmal einen Spieler, der herausragte, nämlich Manuel Neuer.

Torwartposition – Nachteil bei der Weltfußballerwahl

Fußballexperten muss man nicht noch einmal die Leistung Manuel Neuers in 2014 erklären: In vielen Jahren herangereift und immer weiter gesteigert, hat der Welttorhüter von 2013 und 2014 bei der WM in Brasilien einem Weltpublikum in atemberaubender Weise eine neue Dimension des Torwartspiels präsentiert. Es gibt nicht wenige, und ich schließe mich diesen an, die behaupten, dass diese neue Art des Torwartspiels vergleichbar mit der Erfindung der Liberoposition durch einen gewissen Franz Beckenbauer zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist – ein Meilenstein für den Weltfußball! Obwohl es sicher noch einige andere Weltklassetorhüter gibt (u.a. der ebenfalls nominierte Belgier Thibaut Courtois), gibt es aktuell wohl keine Position im Weltfußball, bei der der Unterschied zwischen dem besten und zweitbesten derart groß ist, wie bei den Torwarten.

Aber wenn wir von den Positionen im Fußball sprechen, dann sind wir auch bereits beim zweiten großen „strukturellen Nachteil“ von Manuel Neuer gegenüber den Herren Ronaldo und Messi angekommen: in größten Teilen der Fußballwelt ist nur sehr wenig Wissen und Verständnis für das moderne Fußballspiel vorhanden – die Rolle des Torhüters dabei scheint sehr häufig eine große Unbekannte zu. Diese bedauerliche Situation betrifft aber durchaus nicht nur „exotische Fußballregionen“, sondern ist selbst im Land des aktuellen Fußballweltmeisters und Welttorhüters sehr großflächig anzutreffen 😉 Ich möchte die Ausführungen an dieser Stelle aber gerne abbrechen, ist einigen doch bekannt, dass ich selbst zur Gattung der Torhüter zähl(t)e, und ich möchte weder meine ehemaligen noch aktuellen Mitspieler (Feldspieler!) derart verärgern, dass sie zukünftig meinem Blog fern bleiben 😉 😉

Festzuhalten ist aber auf alle Fälle, dass sich die meisten Feldspieler nur sehr schwer in das Torwartspiel hineinversetzen können und sich folglich auch schwer tun, sich mit Torhütern zu identifizieren. Und von den abstimmenden Nationalmannschaftskapitänen waren nur sehr wenige Torhüter. Leider konnten aber auch die prominentesten Torwartvertreter bei den Kapitänen nicht über ihren eigenen Schatten springen und somit nicht helfen, dass die eigene Position beim Fußball endgültig den verdienten Respekt bekommt. Zwei der Welttorhüter- Vorgänger Neuers, Gianluigi Buffon (CR7 vor Messi vor Neuer) und Iker Casillas (CR7 vor Sergio Ramos vor Thomas Müller) ließen diese Chance verstreichen, wohl nicht ganz uneigennützig – und Casillas war sowieso extrem beleidigt, als sein ehemaliger madrilenischer Mannschaftskollege Xabi Alonso Neuer als besten Torwart, mit dem er je zusammengespielt hat, bezeichnet hat.

Fürsprecher für Neuer

Manuel Neuer hat aber auch bei den (ehemaligen) Feldspielern zahlreiche Fürsprecher gehabt. Neben Diego Armando Maradona sei auch Europas Fußballer des Jahres 2004, Andrej Schewtschenko, aus der Ukraine erwähnt, den ich hier stellvertretend zitieren möchte, weil er ganz sicher nicht im Verdacht steht, aufgrund von Vorgeschichten parteiisch in Richtung Neuer zu sein: „Er ist nicht nur ein fantastischer Torhüter, sondern er war fantastisch in allen Belangen. Er hat nicht wie ein traditioneller Torwart gespielt, er war auch der letzte Mann in der Abwehr, er hat am Spielaufbau teilgenommen und den Verteidigern enorm geholfen… Er stand bei der WM in der Gewinnermannschaft . Auch Ronaldo und Messi sind großartige Spieler, aber meine Wahl ist Neuer. Er war das gesamte Jahr überragend.“

Dass sich Schewtschenkos Sichtweise nicht durchgesetzt hat, ist ebenso schade wie bekannt. Und so kann ich mich leider nur der Meinung vom DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach anschließen, welcher die Wahl Cristiano Ronaldos zum Weltfußballer 2014 als Fehler sieht. Im Kicker schreibt er: „Die Experten in aller Welt haben eine Riesenchance verpasst…Wenn überhaupt ein Torwart jemals diese Wahl gewinnen könnte, dann wäre es in der Person des herausragenden Rückhalts unserer Weltmeister diesmal mehr als berechtigt gewesen, der zudem das Torwartspiel auf eine neue Stufe gehoben hat.“ Auch Niersbach, der sicherlich als sehr fairer und im Rahmen der Gegebenheiten als objektiver Beurteiler zu bezeichnen ist, kam zu der Erkenntnis, dass Neuer gegen die Weltmarken Ronaldo und Lionel Messi letztlich chancenlos gewesen sei: „Die weltweite Popularität der beiden Superstars wog offensichtlich schwerer als die überragende Klasse des Torhüters unseres Weltmeisterteams“.

Ein anderes sehr interessantes Argument gegen diesen Wahlausgang fand ich die Meinung (leider kann ich aktuell nicht mehr nachvollziehen, von wem diese interessante Argumentation stammte => Hilfe!!), dass sich der Weltfußball insgesamt in den letzten 6 bis 8 Jahren sehr stark verändert und entwickelt hätte und es deswegen besonders schade und eigenartig wäre, dass es in diesem Zeitraum nur ganze zwei Weltfußballer gegeben hätte!

 

Vorhersehbarer Wahlausgang

Nach dem für mich nicht ansatzweise überraschenden Wahlausgang, habe ich viele enttäuschte Kommentare von Fans gelesen, die von „Betrug“ bei der Wahl gesprochen haben. Dies ist sicherlich in keinster Weise der Fall. Der Wahlausgang wurde absolut transparent gemacht, wenn man davon ausgeht, dass die abstimmenden Journalisten auf sauberem Wege zu Juroren ernannt worden sind und kein abstimmender Spieler oder Trainer von irgendeiner Seite bestochen worden ist, was in der Konstellation auch keinen Sinn macht und insgesamt abwegig erscheint.

Was mich persönlich aber schon etwas überrascht hat, ist die Eindeutigkeit des Wahlsieges der Marke CR7. Hätte Franck Ribery in 2013 noch gewonnen, wenn die Juroren nur aus Europa gekommen wären oder auch weltweit nur die Sportjournalisten abgestimmt hätten, so hat CR7 2014 auf allen Ebenen gewonnen: auf allen Kontinenten und sowohl bei den Trainern, Kapitänen und Sportjournalisten.

Zu den Wahlergebnissen im Detail:
1) Wenn meine eigenen Ergebnisberechnungen korrekt sind, dann hat CR7 von den Nati-Kapitänen 619 von möglichen 910 Punkten (182 x 5 Punkte) bekommen: 99 erste Plätze / 37 zweite / 13 dritte. Von nur 33 Kapitänen hat er keine Punkte bekommen. 27 Kapitäne haben nicht mit abgestimmt. Das sind 68,0% der möglichen Maximalpunktzahl.
Messi: 312 Punkte (31/44/25); 34,3%
Neuer : 172 Punkte (22/12/26); 18,9%

2) Nationalmannschaftstrainer:
CR7: 547 von möglichen 905 Punkten (181 Teilnehmer) – 88/31/14; 60,4%
Messi: 279 Punkte – 20/48/35; 30,8%
Neuer: 275 Punkte – 32/30/25; 30,4%

3) Medien / Sportjournalisten:
CR7: 663 von 905 Punkten – 113/28/45; 73,3%
Messi: 178 Punkte – 4/39/41; 19,7%
Neuer: 315 Punkte – 31/45/25; 34,8%

4) Gesamtwertung (544 Juroren)
CR7: 1829 von 2720 Punkten – 300/96/41; 67,4%
Messi: 769 Punkte – 55/131/101; 28,3%
Neuer: 762 Punkte – 85/87/76; 28,0%

Wie man deutlich erkennen kann: CR7 weit vorne weg, Messi und Neuer insgesamt fast punktgleich. Auffallend aber auch das unterschiedliche Wahlverhalten der drei Gruppen. Bei den aktiven Spielern ist die Weltmarke CR7 weit vor der in 2014 schwächelnden Weltmarke Messi, und auch dieser ist wiederum auffallend weit vor dem „normal sterblichen Torwart“ Manuel Neuer. Wenn es mir in meinem eigenen Beitrag erlaubt ist, etwas polemisch zu sein, dann ist das – im weltweiten Maßstab – auch eindeutig ein Indiz dafür, dass eine nicht selten als Pfau auftretende Tormaschine gerade bei den jüngeren Leuten wesentlich populärer als ein geerdeter sympathischer Typ wie M. Neuer ist, der „leider nur Torwart“ ist. Und selbst eine schwächelnde Weltmarke namens Messi ist immer noch populärer als der wahrscheinlich beste Torhüter der Fußballweltgeschichte! Mein knapper Kommentar hierzu: OJE!! Denn dies ist schon ein eindeutiger Maßstab für die Vorlieben der jüngeren Generation(en)!!

Bei der scheinbar neutralsten Gruppe der Medienvertreter schneidet CR7 sogar am besten ab! (wurden diese wirklich ganz sauber ausgewählt?! 😉 ). Jedoch distanziert hier Manuel Neuer klar Lionel Messi. Insgesamt ist das Abstimmungsverhalten dieser Gruppe für mich noch am nachvollziehbarsten!“

Kleine Randnotiz: Wie man anhand der Anzahl der Teilnehmer sehen kann, haben in allen drei Juroren-Gruppen 27 bzw. 28 Stimmberechtigte nicht an der Wahl teilgenommen (181 / 182 von 209).

Ein bisschen anders ist das Resultat, wenn man nur die Wahlergebnisse in Europa zum Maßstab heranzieht. Die gesonderte Betrachtung ist insofern von Bedeutung, als dass alle zur Wahl zugelassenen Kandidaten bei Topvereinen in Europa ihre Brötchen verdienen und die Abstimmenden somit „wesentlich näher am Geschehen sind“, als wenn etwa Juroren aus der Karibik, Zentralafrika, Ozeanien oder Südasien ihre Stimmen abgeben.
Wie schon erwähnt hätte sich Franck Ribery im vergangenen Jahr bei Europas Juroren durchgesetzt. Auch hier zeigt sich durchaus ein verändertes Bild im Vergleich zum Gesamtergebnis, aber nicht so radikal wie 2013: Auch in Europa hatte CR7 überall seine Nase vorn, aber Manuel Neuer wäre ganz klar auf dem 2. Platz gelandet, hatte seinerseits einen klaren Vorsprung vor Lionel Messi und sein Rückstand auf Ronaldo war bei Weitem nicht so groß wie beim Gesamtergebnis.

„Europa“ wählte wie folgt:

1) Kapitäne:
CR7: 186 Punkte (32/8/2)
Neuer: 57 Punkte (7/4/10)
Messi: 47 Punkte (1/12/6)

2) Coaches:
CR7: 149 Punkte (23/10/4)
Neuer: 101 Punkte (11/13/7)
Messi: 35 Punkte (2/5/10)

3) Medien:
CR7: 197 Punkte (32/11/4)
Neuer: 123 Punkte (14/15/8)
Messi: 30 Punkte (0/6/12)

4) Gesamt Europa:
CR7: 532 Punkte (87/29/6) – 122 Nomierungen
Neuer: 281 Punkte (32/32/25) – 89 Nominierungen
Messi: 112 Punkte (3/23/28) – 54 Nominierungen

Gerade bei der Anzahl der Nominierungen unter den ersten 3 war der Rückstand von Neuer hier bei Weitem nicht so groß wie bei der Gesamtwahl, bei den abstimmenden Trainern war Neuer sogar einigermaßen in Schlagdistanz zu Ronaldo. Messi weit abgeschlagen – nur ganze drei (!) europäische Juroren haben ihn als Jahresbesten gesehen. Hier wären sogar die in der Gesamtwertung auf den Rängen 4 und 5 Platzierten Arjen Robben (7 x Erster) und Thomas Müller (6x) vor Messi platziert gewesen.
„Punkteklau“ durch Vereinskollegen des FC Bayern

Damit wären wir beim 3. entscheidenden Nachteil von Manuel Neuer bei dieser Wahl angekommen: Während neben CR7 und Messi bei dieser Wahl niemand von Real Madrid oder dem FC Barcelona in den vorderen Rängen gelandet ist, waren vier Bayernspieler am Ende in den Top6 der Weltfußballerwahl! Neuer Dritter, Robben Vierter, Müller Fünfter und Philipp Lahm Sechster. Ob Toni Kroos bei dieser Wahl eher Real Madrid oder dem FC Bayern, als dessen Spieler er sämtliche wichtigen Titel in 2014 gewonnen hat, zuzuordnen ist, überlasse ich jedem selbst. Auch die WM-Finalhelden Basti Schweinsteiger und Mario Götze sammelten einige Punkte.

Zusätzlich zu den 89 Nominierungen von Neuer in Europa für die ersten 3 Plätze gab es noch einmal 111 Nominierungen für weitere Bayernspieler. Diese waren einigermaßen gleichmäßig auf die Jurorengruppen Kapitäne/Trainer/Medien verteilt. Die Verteilung 16/41/54 ergab weitere 257 Punkte für Bayernspieler in Europa. 200 Nominierungen (48/73/79) von insgesamt ca. 450 möglichen in Europa stellen einen einsamen Bestwert für den Verein FC Bayern dar!

Aber nicht nur bei den europäischen Juroren, sondern auch bei der gesamten Abstimmung schnitten die Bayernspieler überragend ab – übrigens auch wesentlich besser als in der Triple-Saison 2013:
Die insgesamt 544 Juroren vergaben insgesamt 616(!) Top3-Platzierungen (148/230/238) an Spieler des deutschen Rekordmeisters, also durchschnittlich wählte jeder Wahlmann Bayernspieler 1,13x in sein Top3-Team!
Besonders erwähnenswert nach Manuel Neuer: Robben (17/71/59), Müller (22/36/50) und Lahm (12/17/31).

Dennoch muss man beim Wahlergebnis als Gesamtfazit (etwas konsterniert) feststellen, dass gegen die Marke CR7 kein Kraut gewachsen war: Sagenhafte 300 von 544 Juroren (ca. 55%)wählten ihn auf den 1. Platz. Der gesamte FC Bayern wurde 148x auf den 1. Platz gesetzt (davon stolze 85x Manuel Neuer), Messi 55x. Bleiben 41 erste Plätze für den „Rest der Fußballwelt“.

 
Überragendes Wahlergebnis für CR7 – verdient??!

Die Fußballweltmarke hat sich gegen den Weltmeister, Welttorhüter und darüber hinaus wohl besten Tormann der Geschichte des Weltfußballs durchgesetzt. Aufgrund der geschilderten Konstellationen war dieses Ergebnis alles andere als eine Überraschung, war es aber verdient?

Petersgradmesser sagt eindeutig: NEIN!

Niemand bestreitet, dass CR7 ein herausragender Fußballspieler und eine zumeist „gnadenlose Tormaschine“ ist, auch hat er 2014 in einigen Wettbewerben Tore wie am Fließband erzielt. In der Saison 2013/14 wurde er mit insgesamt 31 Ligatoren zusammen mit Luis Suárez (damals noch FC Liverpool) Europas Torschützenkönig. In der Champions League stellte er in der gleichen Saison mit insgesamt 17 Treffern einen beeindruckenden neuen Rekord auf. Und in den ersten 15 Ligaspielen der aktuellen Saison hat er auch schon wieder sagenhafte 25 Tore geschossen …

ABER: Ich habe in den letzten Wochen der auch hierzulande nicht so kleinen Fangemeinde von CR7 die „ketzerische Frage“ gestellt, ob mir irgendjemand meine dringende Frage beantworten könne, ob unter all diesen zahlreichen Toren auch nur ein einziges wirklich wichtiges entscheidendes gewesen wäre. Und man sollte es kaum glauben: Die Resonanz, das Ergebnis war gleich NULL! Kein Ronaldo-Fan konnte mir nur ein einzig entscheidend wichtiges Tor seines Idols in 2014 nennen!

Wenn es schon die eigenen Fans nicht hinbekommen, habe ich mich selbst daran gemacht, eines zu finden: Und ich kann vielleicht eines (aber auch nur ein einziges!) anbieten: Das 3:0 im Viertelfinal-Hinspiel im Bernabeu gegen Borussia Dortmund. Wenn er dieses nicht geschossen hätte, wäre es wahrscheinlich im Rückspiel, das 0:2 ausgegangen ist, noch enger geworden!

Kann es wirklich sein, dass bei dieser Anzahl an Toren kein entscheidendes dabei ist? Ja, es kann!

Von den 17 CL-Toren der Vorsaison hat CR7 acht(!) in den Play-Offs in 2014 erzielt: Beim 6:1 auf Schalke das 3:0 und das 6:0, beim 3:1 im Rückspiel zwei Tore. Das schon erwähnte 3:0 gegen den BVB, ebenso wie das 3:0 und 4:0 im Rückspiel in München – ich war selbst im Stadion: jeder im Stadion wusste das das zweite Ramos-Tor bereits die Finalteilnahme für Madrid bedeutet hat.

Ach ja – und dann war noch das 17. und letzte des Wettbewerbs im Finale gegen Atlético: CR7 lieferte insgesamt eine ziemlich maue Vorstellung ab, Atlético führte bis in die 93. Minute mit 1:0, Real kam immer stärker, angetrieben von Ramos, Marcelo, di Maria, auf und Ramos machte tatsächlich noch den 1:1 Ausgleich. Bereits die ersten Minuten der Verlängerung zeigten, dass Atlético körperlich völlig am Ende war, ein weiterer Treffer für Real war nur noch eine Frage der Zeit. Aber es war nicht CR7, der das vorentscheidende 2:1, auch nicht das 3:1. CR7 trat in der 122. Minute beim Stande von 3:1 zum Elfmeter an, verwandelte diesen souverän und bejubelte anschließend in seiner typischen Art und Weise frenetisch diesen an sich völlig bedeutungslosen Treffer. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass einige Gazetten am folgenden Tag gerade diese völlig übertriebende Geste als Zeichen des Eingeständnisses seiner eigenen Schwäche im Finale interpretiert haben – sehr schön beschrieben! 😉

Bei der WM in Brasilien passte er sich – völlig außer Form – dem bescheidenen Niveau seiner portugiesischen Teamkollegen an. Beim 0:4 gegen Deutschland war sein Freistoß aus 30 Metern, bei dem er das Kunststück fertig gebracht hat, den „Wandschrank“ Philipp Lahm, der sich ihm als Ein-Mann-Mauer(!!) entgegengestellt hat, anzuschießen, seine einzige Aktion, die in Erinnerung geblieben ist … 😉 Nach dem kläglichen Scheitern Portugals in der Vorrunde beschwerte er sich über die mangelnde Qualität des Teams, anscheinend vergessend, dass auch er ein Teil dessen war und gleichermaßen versagt hat!

Dann möchte ich einen Blick auf die sagenhaften 25 Tore in den ersten 15 Ligaspielen 2014/15 werfen. Schon auf den ersten Blick wird klar, warum ihn seine Gegner in Spanien mit dem Spitznamen „Penaldo“ verunglimpfen (nein, bitte keine falschen Assoziationen! 😉 ). Die Vorsilbe „Pe“ kommt vom spanischen Wort „Penalti“ für Elfmeter und sieben der 25 Tore resultierten aus Elfmetern. (im Übrigen gibt es in Spanien unzählige „Penaldo-Witze, -Attachments etc.).

Und wenn man noch genauer hinschaut, fällt auf, dass diese wirklich beeindruckenden 25 Liga-Tore, wenn man vorausschickt, dass wahrscheinlich auch andere Madrid-Stars einen Elfmeter verwandeln könnten, Real Madrid definitiv keinen einzigen(!) zusätzlichen Punkt in der Primera División gebracht haben! All diese Spiele wurden zumeist extrem dominiert (u.a. 8:2, 5:1, 5:0, 5:0, 4:0, 5:1). Dagegen wurden die beiden Spiele verloren, die eng waren und auch ein CR7 konnte jeweils keinen entscheidenden Impuls geben!
Die Trefferquote in der laufenden CL-Saison ist bislang auch noch nicht so toll – 5 Tore in 6 Spielen, davon wieder 2 Elfmeter, und mit den Gegnern Basel, Razgrad (aus Bulgarien) und dem extrem schwächelnden und bereits ausgeschiedenen ehemaligen englischen Rekordmeister FC Liverpool hatte Madrid in der Vorrunde 2014 wohl sogar die leichteste CL-Gruppe erwischt.

Was war eigentlich beim spanischen Pokalfinale 2014, welches Madrid knapp mit 2:1 gegen den Dauerrivalen aus Barcelona gewonnen hat? …. CR7 konnte verletzungsbedingt nicht mitwirken ….

In Kenntnis dieser zusätzlichen Informationen sollte man noch einmal reflektieren, ob es wirklich für die Wahl zum Weltfußballer ausreicht, wenn man sich als Tormonster in relativ einfachen Spielen bewährt. Was mich dabei schon ein bisschen wundert, ist, dass diese Tatsache in der Sportpresse gar so wenig beachtet worden ist, selbst hier in Deutschland. Ich stelle mir dann sogar die Frage, ob da einige Sportjournalisten bewusst weggeschaut haben, vor allem wenn man bedenkt, welche Rekordwerte CR7 bei der Wahl von den Sportmedien bekommen hat … Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

Hätte dann nicht auch ein Gerd Müller für seine Torquoten in der ersten Hälfte der 70er Jahre permanent Europas Fußballer des Jahres sein müssen (den Weltfußballer gab es damals noch nicht)? Übrigens hat Gerd Müller zusätzlich noch entscheidende Tore u.a. im WM-Finale, im EM-Finale, aber auch im Europapokalfinale (Vorgänger der CL) geschossen …

 

Fußballmarke CR7 – geeignetes Vorbild für die Fußballjugend?

Nur die super Torquote (wenn auch ohne entscheidende Tore), nur die starke Technik und überragende Geschwindigkeit des Fußballers Cristiano Ronaldo alleine machen ihn sicher nicht zu dieser herausragenden Fußballmarke, bei der sehr viele selbst bei schwachen Leistungen gnädig darüber hinweg schauen. Ich habe auf meinem Smartphone eine sehr populäre Fußball-App, namens Onefootball, bei der die User bei jedem Spiel selbst den „Player of the Match“ wählen können. Bei Spielen von Madrid und Portugal ist dies bei 95% der Spiele ein gewisser CR7, egal welche Leistung er bei diesen Spielen abruft – die meisten können das Spiel wohl nicht einmal live im Fernsehen sehen, voten aber für ihn … sein Vorsprung entspricht meist mindestens dem bei seinem Sieg in der hier diskutierten Weltfußballerwahl! Zum Vergleich: bei Bayernspielen ist die Auswahl an potentiellen Siegern locker im zweistelligen Bereich!

Nun sind wir am aus meiner Sicht traurigsten Punkt dieses Beitrags angekommen: mit ein Grund für die Popularität von CR7 ist sein zum Teil ausuferndes Machogehabe, sind seine übertriebenen Posen – ob in Jubel, Freude oder auch Trauer und Wut. Was für viele erwachsene Fußballfans ein zum Teil schier unerträgliches Gehabe ist, scheint weltweit bei großen Massen an Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen extrem gut anzukommen. Sein Brunftschrei eines Hirsches zum Abschluss seiner Dankesrede bei der Weltfußballerwahl hat viele Anwesende im Saal zunächst etwas verdutzt drein blicken und dann verlegen Beifall spenden lassen. Wenn aber eine Geste wirklich passend „wie die Faust auf dem Auge“ zum Weltfußballer CR7 wie zur gesamten Weltfußballerwahl war, dann diese – sie war schlicht MEGAPEINLICH und pubertär!

Natürlich musste er sich gerade in den Social Media dafür viel Häme gefallen lassen – der Brunftschrei wurde dabei nicht selten durch einen tiefen Megarülpser ersetzt. Aber auf der anderen Seite nahm ihn reflexartig seine große Schar an Anhängern in Schutz gegen die „Unwissenden, die nicht wüssten, was diese Geste bedeutet“! Leute, ganz ehrlich, schnurzegal, was diese zu bedeuten hat, warum er sie gemacht hat – das war nur PEINLICH!

Im Gegensatz zum eher ruhigen bescheidener wirkenden Messi (solange dieser keine Dolce & Gabbana Anzüge trägt 😉 ), seinem Fußballmarken-Kontrapart, ist CR7 ein „Selbstdarsteller vor dem Herrn“. Seine Mitspieler scheinen für ihn häufig nur Statisten in seiner „Fußball-One-Man-Show“ zu sein. Und wehe, wenn einer, wie zuletzt der „90-Mio-Mann“ Gareth Bale, ihm aufgrund einer verweigerten Torvorlage den Spaß verdirbt, dann wird er richtig sauer und pampig – und das noch auf dem Rasen und vor aller Welt. Die Madrid-Fans, naturgemäß seine treuesten Gefolgsleute, haben den „abtrünnigen“ Gareth auch gleich mit einem riesigen Pfeifkonzert im Namen von Cristiano abgestraft! Mittlerweile glaube ich zumindest, dass an den Gerüchten um das Heimweh von Gareth Bale nach „seiner Insel“ doch etwas dran sein könnte.

(Köstlich fand ich übrigens das Sommertheater 2013 in Madrid: als der Verein – traditionsgemäß – stolz verkündet hat, dass man mit Bale einmal mehr den gemäß Ablösesumme teuersten Spieler der Fußballwelt verpflichtet hat, machte CR7 so lange auf beleidigt, bis der Verein zurück gerudert ist … nein nein Cristiano, Du bist und bleibst der Teuerste! ! Kindergarten à la Real Madrid 😉  )

In dieser Woche wurde über die Social Media ein nettes Outing eines sympathischen deutschen Spitzensportlers publik gemacht: Felix Neureuther gestand, dass er mehr oder weniger wider jeglicher Vernunft als gestandener Ski-Weltcup-Rennläufer nebenbei heimlich und mit falschem Namen (zumindest in den Medien) im Fußballverein gekickt hat. Irgendwann habe er aber eingesehen, dass dieses Doppelleben nicht seine beste Idee sei. „ABER für mich war der Teamgeist, dieses Gefühl, mit einer Mannschaft zu gewinnen oder zu verlieren, unheimlich wichtig“,erklärte er.

Danke, Felix, genau dies war, ist und wird immer mein Argument für viele Mädels und Jungs sein, Fußball zu spielen, aber auch anderen Mannschaftssport zu betreiben, auch wenn sie vielleicht gar nicht so begabt sind und diesen früher oder später wieder aufgeben werden. Heute noch viel mehr als in meiner Kindheit leben wir in einer extrem egoistischen Gesellschaft, jeder ist sich selbst der nächste, schaut, wie er ganz alleine – auch mittels spitzer Ellbogen – weiter kommt. Die anderen können dabei gerne auf der Strecke bleiben oder untergehen. Ist es da nicht lehrreich und auch einmal besonders schön, wenn man in der Gemeinschaft etwas versucht, erreicht, gewinnt, aber auch verliert und scheitert, sich wieder gegenseitig aufbaut…? Und dabei denke ich als Vorbild viel eher an einen Kumpel von Felix Neureuther, nämlich Bastian Schweinsteiger, der im WM-Finale gnadenlos gefoult wird, immer wieder aufsteht, nahezu martialisch für seine Mannschaft, aber auch den Gegner Zeichen setzt: Ich – nein WIR lassen uns nicht unterkriegen! BS31 (ja, auch ein Markenname 😉 ) ist jetzt übrigens Weltmeister, nicht CR7 – der nach einer Klatsche gegen Deutschland weinerlich auf sein eigenes Team schimpft, obwohl er, der Selbstdarsteller, Alleskönner und Weltfußballer, doch eigentlich ganz alleine alles rausreißen können müsste!

Fazit der Weltfußballerwahl

Wer sind die Gewinner und Verlierer der Ballon D´Or Auszeichnung?

Natürlich ist der unbestrittene Sieger der Wahl Cristiano Ronaldo.

Für mich persönlich aber genauso der in seinem Auftreten wesentlich bescheidenere und sympathischere Weltmeister, Welttorhüter und Weltfußballer der Herzen, Manuel Neuer. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er in ein ähnliches Loch wie Ribery nach der Wahl 2013 fällt – er wirkt dazu viel zu gefestigt und konnte sich anhand des Negativbeispiels um Franck R. im Januar 2014 auf genau dieses realistische Szenario einstellen.

Gewinner ist für mich aber auch der Verein und vor allem das Team des FC Bayern. Nicht nur wegen des überragenden Mannschaftsergebnisses bei der Wahl, sondern weil man über diesen gerade angesprochenen herausragenden Teamgeist verfügt, mit dem man auch aus dem Vize-Jammertal 2012 ins Triple-Paradies 2013 kommen konnte.

Das Gegenbeispiel ist für mich persönlich das Team von Real Madrid, auch wenn von vielen aus dem Verein in den Medien gebetsmühlenartig ebenfalls dieser große Teamgeist gepredigt wird. Einige Gesten und Zeichen aus der jüngeren Vergangenheit lassen mich ein bisschen daran zweifeln: Die bereits angesprochene Szene zwischen Bale und Ronaldo im Spiel gegen Espanyol. Aber vor allem auch der Torjubel von Sergio Rámos bei seinem 1:0 im Klub-WM-Finale in Marrakesch gegen den südamerikanischen Meister San Lorenzo aus Argentinien. Während CR7 im gesamten Turnier ohne einen eigenen Torerfolg blieb, machte Rámos sowohl das 1:0 im Halbfinale als auch das 1:0 im Finale: sein nachfolgender Torjubel war eine originalgetreue Kopie des exaltierten Jubels mit allen entsprechenden Gesten von CR7 (siehe auch CL-Finale). Rámos schoss die entscheidenden Tore gegen Bayern im CL-Halbfinale, köpfte ein zum vorentscheidenden 1:1 im Finale gegen Atlético und machte eben auch diese Treffer bei der Klub-WM. Seine Ansage – vielleicht auch stellvertretend für den Rest des Teams – ich kann es genauso! Ob CR7 nach dem Finalsieg wegen seines ausgebliebenen eigenen Tores oder des Torjubels von Rámos so sauer drein geschaut hat, weiß ich allerdings nicht 😉 😉

Wenn ein Spieler in einem Weltklasseteam derart dominant wahr genommen wird, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass dies keine Spuren bei den anderen hinterlässt. So sind CR7s Teamkollegen bei der Weltfußballerwahl mehr oder weniger untergegangen: Bale und James bekamen hauptsächlich Stimmen aus ihren Heimatländern, Rámos wurde (zur Entschädigung oder aus Dank? 😉 ) vom Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft, CR7, auf den ersten Platz gesetzt, Benzema ist ebenfalls nahezu untergegangen. Übrigens ging es Messis Kollegen von Barcelona (u.a. Neymar, Iniesta) nicht viel besser. Barca spielte aber auch keine gute Saison.

Bei Ronaldos Dankesrede anlässlich seines Sieges beim Ballon d´Or ist natürlich vor allem der abschließende Brunftschrei des Hirschen mit entsprechender Geste in Erinnerung. Ich persönlich kann mich aber nicht daran erinnern, dass er seinem herausragenden Team, seinen Mannschaftskameraden von Real Madrid gedankt hätte, dass sie ihm diesen Titel ermöglicht haben. Beim Sieg eines Bayernspielers – gerade bei Manuel Neuer – ein undenkbares Szenario! Aber auch sein Trainer in Madrid, Carlo Ancelotti, lässt keine Gelegenheit aus, Ronaldos – aus seiner Sicht – Ausnahmestellung im Weltfußball hervorzuheben. Er kündigt selbst schon den 4. Weltfußballertitel Ronaldos an ….

Diese Situation um die Marke CR7 macht für mich das Team von Real Madrid zum Verlierer dieser Wahl – es hätte mehr Respekt verdient!
Dieser Mikrokosmos in Madrid ist aber auch auf den Weltfußball und die Botschaft dieser Wahl an die Fußball liebende Jugend in der ganzen Welt übertragbar: Fußball als Teamsport zur Erziehung des Teamgeistes von Kindern und Jugendlichen hat eindeutig gegen das Image, die Marke eines egoistischen und selbst verliebten Superstars verloren – das stimmt mich persönlich am traurigsten!

Zu allem Überfluss wurde CR7 in der vergangenen Woche in Portugal – anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Verbandes – zu „Portugals Spieler des Jahrhunderts“ gewählt. Zweiter wurde der vor einem Jahr verstorbene Eusebio, der von 1961 bis 1973 für Portugal seine Fußballstiefel schnürte. Damit der Titel noch fantastischer rüberkommt „sprengte“ der portugiesische Fußballverband sogar die Jahrhunderte – wie kann ein Spieler im Jahr 15 eines Jahrhunderts „Spieler des Jahrhunderts“ sein? Dass dieser Mensch bei einem derartigen Personenkult völlig die Bodenhaftung verlieren muss, sollte auch klar sein!

Eine Hoffnung, dass sich das bei der Wahl für 2015 im Januar 2016 ändert, habe ich persönlich nicht!

 

Anhang

Hier habe ich einige (aber bei Weitem nicht alle) „Schmankerl“ bei den einzelnen Stimmabgaben, die ein bisschen Schmunzeln lassen, herausgesucht.

Als gelungenes Beispiel für die Klüngelei bei Spielern aus dem eigenen Land dient z.B. der belgische Kapitän Kompany: Seine Nummer 1 ist der belgische Torhüter Courtois, gefolgt von Landsmann Eden Hazard und Arjen Robben, um die Benelux-Connection abzurunden.

Bei den Brasilianern haben sowohl Kapitän Neymar als auch der neue Coach Dunga keinen einzigen Spieler der Mannschaft gewählt, die Brasilien im WM-Halbfinale die 1:7-Schlappe, das sog. Mineirazo, zugefügt hat. Eine IMHO etwas peinliche Revanche!

Der Kapitän von Gabun und Spieler von Borussia Dortmund, Pierre Emile Aubameyang konnte natürlich auch keinen Spieler des Erzrivalen aus München wählen: seine Wahl lautete Messi – CR7 – Neymar!

Dass die beiden ehemaligen Welttorhüter Buffon und Casillas nicht über ihre Schatten springen konnten, wurde weiter oben schon mit Bedauern vermerkt. Der dritte ehemalige noch aktive Welttorhüter Petr Cech hätte übrigens für Neuer gestimmt – leider ist aber bei den Tschechen der ehemalige Dortmunder Borusse Rosicky Kapitän ….

Portugals Kapitän CR7 hat seinen Mannschaftskollegen Rámos, Bale und Benzema den Vortritt gelassen 😉

Auf St. Lucia scheint ein Mario Götze Fanclub zu sein: Drei seiner 5 ersten Plätze hat der Schütze des WM-Finaltores den Vertreter dieser karibischen Insel zu verdanken 😉

Das Voting von Österreich entspricht zwar nicht ganz dem des Grand Prix Klassikers – „Germany Zero Points“, aber keiner der drei Wahlmänner konnte sich dazu durchringen (trotz eigener BL-Erfahrung) einen deutschen Spieler auf den Thron zu setzen! 😉

Der tschechische Coach Pavel Vrba (Nachfolger von Pep? 😉 ) ist ein absoluter Bayern-Fan: Robben – Lahm – Neuer

Ecuadors Coach Vizuete dagegen bevorzugt eine noch „exotischere Lösung“: Kroos vor Pogba vor James!

Japans (oder Mexicos) Torwartspiel scheint abweichend von dem in Europas zu sein: Der Nationaltrainer Javier Aguirre, ein Mexikaner, stimmte mit Courtois vor Neuer und Iniesta!

Für mich sehr überraschend stimmte der kolumbianische Sportjournalist mit Schweinsteiger vor CR und erst an 3. Stelle James!

Auch Tahiti hat einen exotischen Fußballsachverstand: Pogba vor James und Neuer!

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11 Kommentare zu „Weltfußballer – die falsche Wahl“

  1. Cr7 ist halt auch bei manschen der FIFA funktionäre, die ja auch nicht alle ganz sauber sind, die Nummer 1.
    Denke solange das so bleibt, wird auch keiner mal auf den Tisch hauen und den Spuk ein ende setzen.
    Denn leider traut sich keiner gegen die Fifa zu wetteifern, wie man an Beispiel Wm in Katar sieht.
    Wer was gegen sie sagt, der muss ganz schnell als Sündenbock herhalten, wie man zuletzt bei Beckenbauer gesehen hat.
    Denn die FIFA jetzt die schuld an Katar in die Schuhe schieben will.

  2. Du sagst es selbst: CR7 ist eine weltweite Marke. Klar positioniert und sehr gut vermarktet.
    Entscheidende Treffer gab es wenig und bei den Großereignissen hat man ihn nicht gesehen.
    Der aus meiner Sicht noch besseren Marke Leo Messi ging es noch schlimmer. Nix geholt und doch noch Spieler der WM geworden. Charakter zeigt man, wenn man da nicht hingeht; wie zum Hohn bekam Leo das Ding noch überreicht – das Gesicht sprach Bände.

    Zukünftig werden wir das noch viel öfter zu sehen bekommen: hier in Südostasien ist die aktive Fussballkultur nicht so ausgeprägt. Aber trotzdem springen hier sehr viele Trikots rum von Man United, Chelsea, Barca, real,- und auch dem FCB. Die deutsche Nationalelf rundet das Bild ab. Randbemerkung: diese Trikots gibt es bevorzugt in Größe „M“,

    Bitte diese Abstimmungen vergleichen mit der Markenbekanntheit und da die Konflikte ausarbeiten (messi vs. mas Que un club oder CR7 vs. Real).

    Grüße,
    Gallus

    1. Hallo Gallus,
      danke für Deinen sehr interessanten Kommentar.
      Das mit Messi wollte ich eigentlich schon im Beitrag erwähnen – aber die Leute weinen sowieso schon wegen der Länge der Beiträge 😉
      Der „Running Gag“ zu den individuellen Ehrungen nach dem WM-Finale war ja: Der beste Fußballer des Turniers … und daneben stand Messi ….

      Witzig ist, was Du am Schluss zur Ausarbeitung vorschlägst: Hatte / habe ich wirklich vor (ist im Beitrag ja schon angesprochen) – ich bin zwar weniger in Singapur unterwegs, aber verfolge die chinesischen Social Media … der Weltfußballertriumph von CR7 hat v.a. bei Tencent (chinesisches Facebook) eher eine negative Auswirkung auf die Popularität des Vereins … wenn aber zukünftig noch mehr CR7-RMA-Trikots in China verkauft werden, solls dem Verein trotzdem recht sein!

  3. Diese „Wahl“ ist Kasperletheater. Das gute an der Ribery-Niederlage letztes Jahr war, dass es nun kaum mehr einen gibt, der das noch ernst nimmt.

    1. Mit dem „Kasperletheater“ hast Du absolut recht – darüber kann man eigentlich nur noch schmunzeln … oder wie ein Hirsch röhren … 😉

      Das eigentlich Fatale sind die weltweiten Konsequenzen, v.a. für die Jugend, den Jugendfußball, die davon ausgehenden Signale …. Fußball als „positives Erziehungsinstrumentum“ geht in eine völlig falsche Richtung!!!!

  4. Dank Laola1.tv kann man live bei den Spielen der Primera División dabei sein … Heute Mittag gab es Getafe gegen Madrid … Endstand 0:3 – das Spiel hatte insgesamt ein grauenvolles Niveau und ist von der Konstellation mit den Duellen U´haching gegen Bayern vor 15 Jahren vergleichbar. Madrider Vorstadtclub mit einem sehr kleinen Stadion, das nicht mal ansatzweise ausverkauft war (11.500 Zuschauer). Auch CR7 machte ein sehr mäßiges Spiel, war aber 2x an der richtigen Stelle (zum Einschieben und Einnicken) … so kommt man auch zu Torrekorden gegen ganz schwache Gegner – Getafe wäre in der BL mit Abstand Tabellenletzter – da bin ich mir sicher!

    Trotzdem lautet die Überschrift des Kicker nach dem Madrid-Sieg: „Dank CR7 hakt Real die Copa-Pleite ab“ !!! Die Legendenbildung geht weiter … gesamter Kicker-Beitrag
    http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/619171/artikel_dank-cr7-hakt-real-die-copa-pleite-ab.html

    1. Bei solchen Verlinkungen muss man immer aufpassen: am Abend hat der Kicker nach den Spielen von Barca und Atleti den gesamten Artikel umstrukturiert bzw. ergänzt – die ursprüngliche eigentliche Headline „Dank CR7 hakt Real die Copa-Pleite ab“ ist komplett verschwunden. Nun ist Messi mit seinem Dreierpack die Schlagzeile …. 😉 😉

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