„Bayern kauft die Bundesliga kaputt“ 2.0

Lewa

Nachdem mein ursprünglicher Beitrag vom August zu diesem Thema (unten anhängend) von all meinen Beiträgen die mit weitem Abstand größte Resonanz – positiv wie negativ 😉 – erhalten hat und die Diskussion immer wieder neu befeuert wird, gibt es – auf allgemeinen Wunsch 😉 – eine Fortsetzung in der Version 2.0 !

Während ich aus dem Lager der Bayernfans ausschließlich positives Feedback erhalten habe, wurde ich von der „Anti-FCB-Fraktion“, angeführt von der Anhängerschar der Dortmunder Borussen, in den Social Media nicht völlig überraschend für meine Ausführungen hart kritisiert. Neben zahlreichen inhaltslosen unqualifizierten Beleidigungen gab es auch einige Ansätze einer sachlichen Diskussion, welche der Anlass für die Wiederaufnahme des Themas in meinem Blog waren.

Wer meinen ursprünglichen Beitrag gelesen hat, sollte eindeutig erkennen können, warum ich den Zeitraum ab der Transferperiode 2010 und den Vergleich FCB / BVB gewählt habe. Weitere Erklärungsversuche meinerseits sollten durch ein nochmaliges aufmerksames Lesen ersetzt werden. Trotzdem werde ich auf das gierige Verlangen einer ausführlicheren Aufarbeitung der Transfervergangenheit des FC Bayern seitens der strikten Vertreter der Ausgangsthese eingehen: Nicht unwahrscheinlich, dass ich wieder Kritik einstecken muss, weil ich nicht alle Bayerntransfers seit der Vereinsgründung im Jahr 1900 aufgreifen kann und werde. Aber zumindest erwarte ich, dass eine Mehrheit damit einverstanden ist, dass ich aus gutem Grunde mit den Transfers im Jahr 1980 anfangen werde…

Fußballkenner werden sicher wissen, warum dieses Jahr gewählt worden ist: In jenem Jahr wurde der Transfer von Del’Haye von Mönchengladbach nach München getätigt. Dieser „gilt als Mutter aller strategischen Transfers der Bayern, getätigt um einen Konkurrenten zu schwächen“ (siehe u.a. http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_sport/article117045348/Die-traurige-Geschichte-vom-froehlichen-Karl-DelHaye.html )

Außerdem wird dieser Transfer von vielen Seiten genüsslich auch als „der Transfer-Flop“ der Bayern-Historie bezeichnet – die Strafe folgte gewissermaßen auf dem Fuß…

Die Behauptung „Bayern kauft die BL kaputt“ wird nämlich durch die Bayerngegnerschaft dahingehend präzisiert, dass man darunter die angeblich zahlreichen Bayern-Transfers versteht, die ausschließlich getätigt worden sind, um die direkte Konkurrenz um die Meisterschaft „strategisch“ (quasi wie im Krieg) zu schwächen. Soll wohl auch in anderen Worten heißen, dass spätestens seit 1980 der FC Bayern weniger daran interessiert war seinen eigenen Kader zu stärken als die Konkurrenz zu schwächen. Nachdem in diesem Zusammenhang ausschließlich vom FC Bayern gesprochen wird, scheint der Verein in diesem Kontext national wie international eine Ausnahmestellung mit ganz eigenen Transfergepflogenheiten zu besitzen….!? 😉

Dass die Verpflichtung von Calle Del´Haye sportlich definitiv ein absoluter Flop war, ist unbestritten. Seine Ablösesumme betrug im Sommer 1980 stolze 1,265 Millionen DM, damit war er erst der zweite Millionentransfer des FC Bayern (nach der Rückholaktion von Paul Breitner). Was die Summe umso außergewöhnlicher machte, ist die Tatsache, dass die Jahresumsätze des damals (noch) ziemlich hoch verschuldeten FC Bayern im Bereich von 12 Millionen DM lagen (Uli Hoeneß hatte 1979 bei seinem Amtsantritt als Manager angeblich eine Schuldenlast von sieben Millionen DM übernommen). In die heutige Zeit übertragen und in Relation zum Jahresumsatz gesetzt wäre die Del`Haye Ablösesumme im Bereich von 60 Millionen EURO! Wenn man den Bayerngegnern Glauben schenken möchte, offensichtlich ausschließlich dazu angelegt, die „direkte Konkurrenz zu schwächen“ …. Ich würde sagen, ein sehr kostspieliges Unterfangen!

Ach ja, und dann gibt es noch einen Haken an der Sache: 1980 war der FC Bayern (nach sechsjähriger Durststrecke) gerade einmal wieder Deutscher Meister geworden. Borussia Mönchengladbach wurde in der Abschlusstabelle der Saison 1979/80 als Tabellensiebter ausgewiesen – kann man denn da überhaupt von wirklicher Konkurrenz sprechen? In der Diskussion zum ursprünglichen Beitrag meinte ein BVB-Fan, dass man mit der Verpflichtung von Marco Reus 2012 keinen „direkten Konkurrenten“ geschädigt hätte: Der BVB war Meister, Gladbach Vierter … aha – entweder pure Unkenntnis oder gnadenlose Arroganz würde ich sagen!  😉 Noch eine kleine Randnotiz: die als geschwächt bezeichnete Gladbacher Borussia wurde in der Folgesaison 1980/81 mit einem Punkt mehr in der Abschlusstabelle Tabellensechster!

Zusammenfassend: Die „Mutter aller strategischen Transfers der Bayern, getätigt um einen Konkurrenten zu schwächen“ war der Transfer eines zum damaligen Zeitpunkt (hoch?) verschuldeten Clubs, bei dem eine Wahnsinnsablösesumme gezahlt worden ist, hauptsächlich deswegen um einen Club im Mittelfeld der Tabelle zu schwächen!!? (Das Grinsen in meinem Gesicht könnte gerade nicht größer sein! 😉 😉 ). Glaubt diesen Blödsinn wirklich jemand? Uli Hoeneß war damals zwar noch Jung-Manager, aber sicher kaum derart verrückt, sich so einen Unsinn auszudenken. Der oben angeführte Artikel über Del´Haye in welt.de sollte da schon eher zur Aufklärung beitragen!

Ganz ehrlich: Wenn schon die Basis für die waghalsige These „Bayern kauft die BL kaputt“ wegfällt, könnte ich es mir jetzt einfach machen und die Baustelle als „erledigt“ schließen. Aber – keine Angst – jetzt wird wirklich „tabula rasa“ gemacht! 😉

1984 verpflichtete der Tabellenvierte der BL-Abschlusstabelle, der FC Bayern München, Lothar Matthäus vom Dritten aus Gladbach. Strategische Schwächung? Oder musste man sich verstärken, weil der Leader K.-H. Rummenigge von Inter Mailand verpflichtet worden ist, und man selbst wieder eine „Erfolgsstory“ schreiben wollte? Bayern wurde in den drei darauf folgenden Jahren deutscher Meister und Gladbach „stürzte“ 1985 auf den 4. Platz „ab“ ….

1988 wurden Matthäus und Brehme ebenfalls von Inter Mailand verpflichtet – hat etwa in den 80er Jahren „Inter Bayern kaputt gekauft“ ?!  😉

Im selben Jahr verpflichtete der FCB den Jungstar Olaf Thon von Schalke 04, welches als Tabellenletzter abgestiegen war. Nur Zyniker werden behaupten, ebenfalls eine Schwächung der direkten Konkurrenz. Olaf Thon, das war damals der, der in seiner Jugend in Bayern-Bettwäsche geschlafen hat und als Bayernspieler 1990 Weltmeister geworden ist …

In den 80er Jahren wurden u.a. auch drei Spieler vom Nürnberger Club verpflichtet: 1984 Norbert Eder (FCN als Tabellenletzter abgestiegen!) und in späteren – etwas besseren – Club-Jahren die Herren Roland Grahammer und Stefan Reuter. Es ist mir persönlich nicht bekannt, dass der Club nach 1968 jemals in direkter Konkurrenz zum FCB stand!! Reuter verließ die Bayern schon drei Jahre später wegen eines wesentlich höheren Gehaltsschecks in Lire bei der Alten Dame in Turin und nur ein weiteres Jahr später lockte offensichtlich ein noch größerer Gehaltsscheck in Dortmund (am Ende genau dieser Kette stand der „Beinahe-Konkurs“ des BVB!).

1990 kam vom Tabellenfünfzehnten(!) aus Gladbach eine weitere spätere Gallionsfigur der Bayern: Stefan Effenberg. Dieser ließ sich aber – zusammen mit seinem Bayern-Kumpel Brian Laudrup – auch schon zwei Jahre später lieber in Lire entlohnen (Fiorentina!).

In den 90er Jahren gab es dann tatsächlich einen Verein, den man als „Bayerngeschädigten“ ausweisen muss: den Karlsruher SC! Dennoch: der KSC war nie ein wirklicher Konkurrent von Bayern! 1990 (bis 1995) Michael Sternkopf; 1991 (bis 1997) Oliver Kreuzer; 1992 Mehmet Scholl; 1994 Oliver Kahn; 1997 Thorsten Fink (bis 2006) und Michael „Tanne“ Tarnat (bis 2003). Abgesehen davon, dass Kahn und Scholl „Bayernlegenden“ sind, Tarnat seit 2010 Nachwuchskoordinator und sportlicher Leiter des FCB-Juniorteams ist, haben alle sechs Spieler wesentlich längere (Profi-)Karrieren beim FCB als in Karlsruhe gehabt. Eine strategische Schwächung des KSC konnte man übrigens von 1991 bis 1997 in keinster Weise in den jeweiligen Abschlusstabellen feststellen – der KSC belegte immer Plätze zwischen 6 und 8. 1998 stieg man allerdings ab …

Trotzdem ist selbst beim KSC die Argumentation einer „strategischen Schwächung eines direkten Konkurrenten“ völlig fehl am Platz – alle Spieler nahmen (nehmen) jahr(zehnt)elang wichtige Positionen beim FCB ein und der KSC war nie direkter Konkurrent bei den Verpflichtungen!

Verpflichtungen von Werder-Spielern in den 90er: 1995 Andi Herzog kam vom Vizemeister zum Tabellensechsten an die Isar. 1996 ging Herzog wieder zurück nach Bremen; Mario Basler kam (95/96: Bayern 2. + UEFA-Cup-Sieger; Werder 9.).

2001 kam außerdem noch Claudio Pizarro vom Tabellen-Siebten aus Bremen zum amtierenden Meister und CL-Sieger!

Basler, aber vor allem Pizarro bringt man wohl insgesamt viel mehr mit Bayern als mit Werder Bremen in Verbindung!

1998 kam der „Tiger“ Effenberg – lustigerweise wieder vom Tabellenfünfzehnten – aus Gladbach und prägte eine kurze Bayern-Ära. Jens Jeremies kam vom Tabellendreizehnten 1860 – auch seine Karriere wird nur sehr am Rande mit den Löwen in Verbindung gebracht.

Anfang des neuen Jahrtausends hat sich dann Bayern in größerem Maße bei Bayer 04 Leverkusen „bedient“. Interessant hierzu ist folgender Artikel vom 20.06.2001 http://www.welt.de/print-welt/article458768/Ballack-kann-gehen-Nowotny-darf-noch-nicht.html Darin geht es um die wechselwilligen Herren Jens Nowotny, Michael Ballack und Zé Roberto. Schon im Sommer vor dem sportlich erfolgreichsten Jahr der Leverkusener Vereinsgeschichte (mit tragischem Ende) war Reiner Calmund klar, dass er diese Leistungsträger auf Dauer nicht halten könnte. Ballack wollte schon zu diesem Zeitpunkt zu Bayern, Zé Roberto war sich eigentlich schon mit Deportivo La Coruña einig – nur wollten die Spanier nicht die Ablösesumme von 30 Millionen DM zahlen.

Ich zitiere aus dem Artikel: Ohne Neid und Missgunst stellte Calmund fest: „Wir gehören leider nicht zu den großen Topklubs in Europa. Da können in Deutschland maximal Bayern und Dortmund mithalten.“ Entsprechend realistisch sieht er die Chancen, Ballack vom Bleiben überzeugen zu können: „Wenn er wechseln will, so kann ich das nur allzu gut verstehen. Ballack ist jung. Er bewegt sich gerade auf den Höhepunkt seiner Karriere zu. Verständlich, dass er die Herausforderung bei einem großen Verein sucht.“

Wie man an den Beispielen Karlsruhe und Leverkusen sieht, geht es auch ohne ganz großes Jammern und mit sportlicher Fairness und realistischer Sichtweise. Calmund ist übrigens noch heute mit dem damaligen sportlichen Gegner und „Raubritter“ Uli Hoeneß gut befreundet. Bayer Leverkusen nimmt weiterhin im deutschen Fußball eine gute Position ein. Auch der KSC wurde nicht nachhaltig geschädigt: auch wenn man aktuell in der 2. Liga spielt, kamen zwischendurch wieder einige Jahre Erstligafußball dazu.

Michael Ballack suchte übrigens schon nach vier Jahren die Herausforderung „Premier League“ bei Mourinhos Chelsea, und folgte dabei so namhaften Spielern wie Rummenigge, Matthäus, Brehme, Effenberg, Kohler, Reuter, usw., die ihrerseits wiederum eine noch größere (?) Herausforderung in ausländischen Top-Ligen gesucht haben. Haben diese Abgänge dem FC Bayern weh getan? Ja – natürlich! Hat sich der FC Bayern beschwert und gejammert, dass ihn das Ausland kaputt kauft? SICHER NICHT!!

Und wenn man jetzt – nach jahrzehntelanger Arbeit – an der „Spitze der Fußballnahrungskette“ steht, dann sollte das allenfalls Respekt abnötigen. Mit Jammern ist noch nie ein Verein – weder in finanzieller noch in sportlicher Hinsicht – erfolgreich geworden! Wenn einige Vereine früher / aktuell / in Zukunft weniger erfolgreich waren / sind / sein werden, dann lag / liegt das nicht am bösen FCB, sondern an eigenen Unzulänglichkeiten!

Außerdem sollte man gerade den heutigen Spitzenfußballspielern eine eigene Meinung zu ihrer eigenen Karriereplanung zum einen zutrauen und zum anderen zugestehen! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Spieler jemals gezwungen worden ist, zu Bayern zu gehen. War dabei ein gutes Gehalt auch ein gutes Argument? Ganz sicher! Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Aussicht, in einer sportlich außergewöhnlich guten Mannschaft spielen zu können und Erfolge, sprich Titel zu holen, viel attraktiver als ein noch fetteres Bankkonto ist! (wenn man das mit dem „fetten Bankkonto“ weglässt, kann selbst ich davon ausgiebig erzählen 😉 )

Wem jetzt immer noch nicht klar ist, dass die Aussage „Bayern kauft die BL kaputt“ ziemlich unsinnig ist, und dass daran auch stumpfsinnige permanente Wiederholungen nichts ändern, dem kann zumindest ich nicht mehr helfen!

Spitzenspieler wollen eben auch zu Spitzenvereinen – das scheint für manche wohl selbst heute noch einigermaßen überraschend zu sein…

Das Transfergebaren des FCB entspricht exakt seiner aktuellen Stellung im Weltfußball –absolut korrekt und den Gepflogenheiten entsprechend.

Wie sollte das übrigens aussehen, wenn man durch Transfers die sog. direkte Konkurrenz nicht schwächen darf / soll? Bis zum Saisonende warten, bis die Abschlusstabelle feststeht? Der Erste darf sich nicht beim Zweiten bis Fünften bedienen? Gilt die Regelung nur für den FCB? Darf der direkte Bayernkonkurrent aufgrund eines Bayern-Malus trotzdem einen Bayernspieler kaufen? Gilt das dann in der BL auch für untere Tabellenregionen? Auch in niedrigeren Klassen? Sollen Tabellenplätze oder Punktabstände herangezogen werden?

PS: Wer sich jetzt zum Abschluss noch darüber freut, dass ich die Transfers von Berthold, Jorginho, Helmer, Linke, Elber, Salihamidzic, Lucio, Podolski, Klose, Gomez vergessen habe … nein, habe ich nicht! Eine noch weitere Beleuchtung ergäbe aber auch keine anderen Ergebnisse … HABE FERTIG!!

Ursprünglicher Beitrag 21.08.2014

Für jeden der sich in Deutschland nur ein bisschen für Fußball interessiert, gibt es scheinbar nur zwei Alternativen, wenn es um die Bewertung des FC Bayern München geht: Man ist Anhänger des deutschen Rekordmeisters, liebt und verehrt den Club oder man ist absolut auf „Anti-Bayern getrimmt“, bei nicht wenigen ist diese Neigung genauso wie eine Vereinsmitgliedschaft ausgeprägt.

Zu der Schar der Fußballinteressierten, die eine Antipathie gegen den Verein hegen, gesellt sich erstaunlicherweise auch eine größere Anzahl an eigentlich völlig Fußballuninteressierten, welche meist mit dem „Argument“ – „der FC Bayern kauft die deutsche Bundesliga kaputt“ – aufwarten. Ein sog. „Totschlagargument“, welches sich nun seit Jahrzehnten zäh wie Kaugummi hält und von den meisten, ohne es zu hinterfragen und ohne eine wirkliche Ahnung zu haben, gebetsmühlenartig zu jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit bei Fußballdiskussionen zum „Besten“ gegeben wird.

Ich habe mir nun einmal die Mühe gemacht, die Transferaktivitäten des FC Bayern der letzten fünf Transferperioden (ab Sommer 2010) mit denen des zuletzt vermeintlich „Hauptgeschädigten“ in der Bundesliga, also von Borussia Dortmund, zu vergleichen. Ich trenne hierbei nicht zwischen Sommer- und Wintertransferperiode, sondern beziehe mich auf BL-Saisons. Rückholaktionen von an andere Vereine ausgeliehenen Spielern (z.B. Alaba / Hoffenheim) lasse ich selbstverständlich auch außen vor.

Auffallend bei einem ersten (Über)Blick auf sämtliche Transferaktionen (Zu- und Abgänge) aller jeweils 18 Bundesligisten in diesem Zeitraum ist schon einmal, dass der FC Bayern eigentlich Jahr für Jahr die geringsten Fluktuationen im Kader aufgewiesen hat und aufweist. Man besitzt einen „Luxuskader“, welcher punktuell immer weiter verstärkt werden soll. Die Spieler, welche auf Sicht keine Perspektiven beim FC Bayern haben, werden früher oder später (zuletzt Diego Contento) abgegeben.

2010/11 – der FC Bayern wurde erst in der Winterpause tätig: Luiz Gustavo kam aus Hoffenheim und David Alaba wechselte im Gegenzug leihweise für die Rückrunde nach Hoffenheim.

2011/12 – Manuel Neuer kam von Schalke 04, Jerome Boateng von ManCity und Rafinha wurde von Genua geholt.

2012/13 – Javi Martinez wurde für die Rekordablösesumme von 40 Mio Euro von Atletic Bilbao verpflichtet, Xherdan Shakiri vom FC Basel.

Aus der Bundesliga wurde Dante von Borussia M´gladbach verpflichtet, Mandzukic kam vom VFL Wolfsburg. Als „Gegenleistung“ gab der FC Bayern Ivica Olic an den VFL ab. Der „Ur-Bayer“ 😉 Claudio Pizzaro kam ablösefrei von Werder Bremen zurück an die Isar, Nils Petersen ging dafür von München nach Bremen. Zu guter Letzt verpflichteten die Bayern Tom Starke von der TSG Hoffenheim als zweiten Torhüter hinter Neuer. Starke war zwar in der Vorsaison die Nummer 1 im Hoffenheimer Tor gewesen, aber nach der Verpflichtung von Tim Wiese als neuem Torhüter für die Saison 2012/13 erteilte die TSG Hoffenheim Starke die Erlaubnis, den Verein trotz noch laufenden Vertrages bis 2013 ablösefrei verlassen zu dürfen! Außerdem wurde Takashi Usami an Hoffenheim abgegeben.

2013/14 – Thiago Alcántara kam vom FC Barcelona und – aufgrund einer Ausstiegsklausel – konnte Mario Götze für 37 Mio Euro von Borussia Dortmund verpflichtet werden, nachdem man vorher schon Robert Lewandowski im Visier hatte. Ein Zustand, der den ganzen Sommer andauerte, aber der BVB wollte Lewandowski, obwohl dieser partout nur zu Bayern wollte, 2013 nicht nach München ziehen lassen.

Luiz Gustavo ging im selben Sommer nach Wolfsburg, Emre Can nach Leverkusen und mittlerweile hat ihn Bayer (nicht Bayern 😉 ) gut gewinnbringend weiter nach Liverpool verkauft.

2014(/15) – Bayern holt Lewandowski endgültig und ebenso wie Sebastian Rohde von der Frankfurter Eintracht ablösefrei(!) nach München. Pepe Reina kommt aus Liverpool und Juan Bernat aus Valencia.

Die bedeutenden Abgänge der Bayern gingen in diesen Jahren alle ins Ausland: Gomez nach Florenz, Kroos nach Madrid, Mandzukic zu Atletico nach Madrid.

Kommen wir zurück zur Ausgangsthese „Bayern kauft die Bundesliga kaputt!“ Was bleibt davon übrig?

• In den letzten fünf Jahren wurden ganze fünf(!) Bundesligaspieler von Bayern „gekauft“!! Gustavo, Neuer, Dante, Mandzukic, Götze …

• Die aktuellen BL-Zugänge waren ablösefrei und haben beide vor einiger Zeit erklärt, einzig und alleine zum FC Bayern wechseln zu wollen.

• Mario Götze, ein gebürtiger Bayer (Allgäu) ist seit frühester Kindheit bekennender Bayernfan.

• Für die verpflichteten Spieler aus Wolfsburg und Hoffenheim wurden im gleichen Maße Spieler an diese Vereine abgegeben.

• Einzig Schalke 04 (Neuer), Gladbach (Dante), Dortmund (Götze und Lewandowski) wurden durch die Bayernverpflichtungen definitiv geschwächt. Alle Transfers bzw. Verpflichtungen liefen aber ganz regulär ab.

Übrigens ist der Dortmunder Weltmeister Mats Hummels 1995 als Sechsjähriger zum FC Bayern gekommen, hat dort alle Jugendmannschaften durchlaufen, und wurde dann 2009 von Dortmund verpflichtet! Borussia M´gladbach verhindert aktuell den Wechsel seines großen Talents, Sinan Kurt, zum FC Bayern, der ausdrücklich und nur zum FCB wechseln möchte und hat dieses offensichtlich riesige Talent aktuell sogar in die 2. Mannschaft strafversetzt!

Wenn man sich all diese Fakten vor Augen führt, ist die Aussage, dass „der FC Bayern die Bundesliga kaputt kauft“ eigentlich schon ad absurdum geführt. Befeuert wird sie natürlich in jüngerer Zeit erneut aus Dortmund aufgrund des permanenten Fußball-Sommerloch-Themas, um den möglichen Wechsel 2015 von Marco Reus nach München. Auch dieser hat in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel verankert, welche im nächsten Sommer wohl einen Wechsel zu einer fixierten Ablösesumme von 25 Mio Euro ermöglichen würde. Franz Beckenbauer hat Reus darauf hin zu einem „Schnäppchen“ erklärt – dies gilt aber auch für die interessierten Klubs aus Manchester, London, Madrid und Barcelona!

Bei Borussia Dortmund, welches Bayern – bei eigener absoluter Ehrlichkeit – 2012, spätestens nach dem Pokalfinale, schon hinter sich eingereiht hat, ist nun natürlich eine gewisse Dünnhäutigkeit eingetreten und man hat sicher Angst davor, Bayern weiter davonziehen lassen zu müssen.

Natürlich schwächt man seine Konkurrenten, wenn man dessen beste Spieler holt, aber Dortmund hat bei den Wechseln von Götze und eventuell auch von Reus einfach auch das „Pech“, dass man beim FC Bayern schon vor einiger Zeit die Devise ausgegeben hat, dass die besten deutschen Spieler eben alle bei Bayern spielen sollten … Und wenn die besten deutschen Spieler, die nicht schon beim FCB spielen, eben (noch) in Dortmund unter Vertrag stehen, dann besteht eine gewisse Gefahr … Aber diese Gefahr droht auch aus Madrid (2011 wechselte Nuri Shahin zu Real) und aus Manchester (2012 Shinji Kagawa zu ManUnited). Diese Abwerbungen der beiden Spitzenspieler der jeweils abgelaufenen Saison wurden jedoch vergleichsweise gelassen hingenommen … es waren eben nicht die „bösen Bayern“…

Nun werfen wir mal einen Blick auf die Dortmunder Transferbemühungen im selben Zeitraum ab dem Sommer 2010, vor allem auf die innerhalb der Bundesliga:

2010/11 – Neben Shinji Kagawa (Osaka) und einem gewissen Robert Lewandowski (Lech Posen) wurden Lukasz Piszczek und Florian Kringe von Hertha BSC (letzter zurück-)geholt; außerdem Moritz Leitner vom TSV 1860 München.

2011/12 – Verpflichtungen: Ilkay Gündogan, der Spielmacher des 1. FC Nürnberg, sicherlich eine extreme Schwächung des Clubs; Ivan Perisic aus Brügge.

2012/13 – Julian Schieber vom VFB Stuttgart und Marco Reus (PER AUSSTIEGSKLAUSEL!) von Borussia Mönchengladbach! Die Verpflichtung des deutschen Fußballers des Jahres 2012 bedeutete sicherlich auch eine große Schwächung der Fohlen-Elf“!

2013/14 – Sokratis von Werder Bremen: eigentlich hatte bereits Bayer Leverkusen Sokratis fest an der Angel gehabt, bis der BVB diesen Deal torpedierte. Rudi Völler warf daraufhin der Dortmunder Vereinsführung „Scheinheiligkeit“ vor! Außerdem wurden Henrikh Mkhitaryan (für 27,5 Mio Euro von Schachtar Donezk) und der Gabuner P.-E. Aubameyang verpflichtet.

2014/15 – Verpflichtung des Torschützenkönigs der Serie A, Ciro Immobile. Aus der Bundesliga wurde der Jung-Weltmeister Matthias Ginter nach langem Tauziehen mit dessen Club, dem SC Freiburg, welcher eigentlich den Spieler nicht abgeben wollte, verpflichtet. Zudem holte man Herthas Topstürmer Adrian Ramos und den Südkoreaner Dong-Won Ji vom FC Sunderland, welcher vom FC Augsburg ausgeliehen war.

Tja – zu welchem Fazit soll man nun kommen? Sicherlich nicht zu dem, dass der FC Bayern die Bundesliga kaputt kauft! Vergleicht man die Transferaktivitäten der beiden Vereine könnte man eher zu dem Schluss kommen, dass es vielmehr Dortmund ist, welches andere Bundesligakonkurrenten nachhaltig schwächt und schädigt …

Persönlich schließe ich mich Rudi Völler an und behaupte, dass Dortmund neben seiner aktuellen Dünnhäutigkeit auch ein hohes Maß an Scheinheiligkeit an den Tag legt. Bestärkt wird meine Meinung durch die Aussagen der Dortmunder Vereinsführung über Vereine wie die TSG Hoffenheim, RB Salzburg etc., vor allem wenn man sich gleichzeitig folgende heutige „Sportmeldung“ durchliest:

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will mit einer Kapitalerhöhung 114,4 Millionen Euro von Investoren einsammeln. Der Sportausrüster Puma, der Versicherer Signal Iduna und der Spezialchemiekonzern Evonik seien bereit, größere Aktienpakete zu übernehmen.

Das gab der einzige börsennotierte deutsche Proficlub am heutigen Donnerstag in einer Pflichtmitteilung für die Börse bekannt.

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18 Kommentare zu „„Bayern kauft die Bundesliga kaputt“ 2.0“

  1. Folgendes Feedback habe ich gerade auf Facebook als „Personal Message“ bekommen. Ich kenne den Absender nicht persönlich, aber es ist ein tolles Beispiel für sportliche Fairness von einem Fan eines anderen Vereins … absolut nachahmungswert!!!

    „Toller Artikel mit dem Kaputtkaufen. Ich bin zwar Münchner Löwe, aber man muss sagen, was der FCB hier aufgebaut hat, ist meiner Meinung nach weltweit einmalig.

    Kein Verein kann wirklich behaupten, dass ihm das gehört, wo das Logo drauf ist. Siehe Stadion usw. Und andere Teams nutzen hier Scheichs und Russen.

    Und kein Verein tut so viel für seine Spieler abseits des Feldes wie die Roten. Ich sag hier nur Deißler, Breno oder aktuell Badstuber, für den es mir persönlich am meisten leid tut. 3 Jahre Verletzung, wenn ich grob aufaddiere, für 5 Spiele oder so. Aber der FCB hält an ihm fest. Das verdient Respekt.

    Ich kann mich regelmäßig über diese unsachlichen und unobjektiven Kommentare gegen die Bayern aufregen. Aber die Menschen brauchen einfach ein Hassbild. Und wen hasst man? – den der mehr hat, als man selbst.

    Und wenn ich dann des Gejammer aus dem Ruhrpott immer lese. Da stelle ich mir dann so Jogginghosen-Typen, Feinripp-Unterhemd, Adiletten und eine Literdose FAXE-Bier vor. Dummgesoffen und keine Ahnung von nichts.

    Ich wünsche dem FCB in nächster Zukunft alles Gute und hoffe auf alle Titel.

    Und jetzt kommt der Hammer. Meine 9jährige Tochter ist Mitglied beim FC Bayern – zur Erinnerung ich bin eigentlich Löwe. Und wenn ich mir Ihr ins Stadion gehe, muss ich ein rotes Trikot tragen. Da muss ich dazu sagen, dass mein Bayerntrikot ein persönliches Geschenk von Philipp Lahm ist, der in früherer Kinderzeit mein Nachbar war. Wir sind beide sozusagen alte Neuhausener.“

    D A N K E !!!!

  2. Denke das passt hier an besten.
    griege langsam echt das Kotzen, bei den Zeitungen.
    http://www.t-online.de/sport/fussball/bundesliga/id_73037414/sc-paderborn-verspricht-den-profis-helene-fischer-bei-klassenerhalt.html
    Das wollen die als Nachrichten verkaufen!

    Gestern glaub ich hieß die Überschrift “ Helene Fischer wegen BVB Schal in München ausgepfiffen“.
    Ist das eine Werbe action?
    Oder sind die Leute tatsächlich so dumm, das man mit sowas Quete macht?

    Naja immerhin ist einmal „Böses Bayern“ nicht das Thema……

  3. Mit seiner Verurteilung wg. Fahrens ohne Führerschein hat Marco R. Heute seine Bewerbung um Aufnahme in den Ring fussballernder Rechtsverfehler gegeben. Mit der kolportierten Pönale von € 540.000 darf er da im gehobenen Mittelfeld mitmischen; Schönheitsfehler bleibt allein der Tatbestand der Geldbuße, die Dauer von 7 Jahren reicht aber für den Einzug ins Pantheon😉

    1. Letzter Kommentar zu „Bayern kauft die BL kaputt“

      Zu diesem ganzen leidigen Thema möchte ich mich ein letztes Mal ausführlich äußern. Das letztendliche Resultat wird das gleiche bleiben: „Wir Bayern“ können über diese Äußerung nur noch verärgert den Kopf schütteln, die „Gegnerschaft“ wird – häufig auch in Unkenntnis der Fakten und Realitäten – weiterhin darauf bestehen, dass dies so ist.

      Dass der Artikel „Internationaler Vergleich zeigt: FC Bayern verfolgt aggressivste Transferpolitik“ ein t-online.de Artikel ist, welcher einen wirklich harten Umgang mit den Verantwortlichen des FCB „pflegt“, zeigt zusätzlich, dass der FC Bayern seine medialen Partner nicht zur bedingungslosen Nibelungentreue zwingt. Dies wird nämlich vor allem dem Focus unterstellt, weil dessen Herausgeber Hellmut Markwort bis vor Kurzem im FC Bayern-Aufsichtsrat saß. Das tut er nicht mehr – dies macht aber auch keinen Unterschied zu vorher: gerade Focus Sport Online berichtet(e) sehr kritisch und z.T. auch polemisch über den deutschen Fußballrekordmeister. Und nur zur Information: die Deutsche Telekom ist (Trikot-)Hauptsponsor des FC Bayern!

      Im angesprochenen t-online-Artikel wird IMHO das o.g. Thema einmal mehr sehr reißerisch angegangen – Kausalitäten und Daten müssen folglich nicht immer unbedingt zu 100% den Tatsachen entsprechen 😉

      Man nimmt sich die Bayerntransfers von 2004 bis 2013 als Maßstab, um darzulegen, dass Bayern seine Hauptkonkurrenten (hier definiert als Top 3 der Abschlusstabelle) bewusst auf eine aggressive Art (Transfers!) schwächt. Diese „transfergeschädigten Vereine“ fielen dann laut Artikel im nächsten Jahr merklich ab.

      Bayern hat in diesen 10 Jahren ganze 8 Spieler, die dieses Kriterium erfüllen, verpflichtet. Die Ausführungen von t-online hierzu sind z.T. leider definitiv falsch.

      Petersgradmesser bringt auch hier „Licht ins Dunkel“ 😉

      1) 2004: Lucio wurde vom Tabellendritten Leverkusen verpflichtet. Leverkusen lag in der Abschlusstabelle gerade mal einen Punkt vor dem Tabellenvierten aus Stuttgart. Wenn Stuttgart einen oder zwei Punkte mehr erzielt hätte, dann wäre dieser Wechsel nicht mehr in diese vom Verfasser definierte Kategorie gefallen und Bayern „weniger aggressiv“ bei den Transfers gewesen, oder?! Lucio wäre – weil von Bayern als wichtiger Baustein für die Mannschaft der Zukunft gesehen – vom Tabellen-2., 3., 4., 10. oder auch –letzten verpflichtet worden! Hat denn irgendein „Fußballexperte“ Zweifel daran? Leverkusen wird dann im Artikel auch „als geschwächt“ dargestellt, weil man im darauffolgenden Jahr lediglich als Tabellen-6. abgeschlossen hat – übrigens ganze zwei(!) Punkte hinter dem Dritten!

      2) 2005: Valerien Ismael: verpflichtet vom Tabellen-3. aus Bremen. Werder war übrigens 2005 einen ganzen Punkt vor dem 4.und 5. der BL-Abschlusstabelle (Hertha und Stuttgart). Und Werder wurde 2006, im Jahr nach dem Ismael-Abgang sogar Vizemeister hinter Bayern!
      Fraglich ist auch, ob es Bayern im Sommer 2005 wirklich nötig gehabt hat, eine „Konkurrenz“ zu schwächen – man hatte 14 Punkte Vorsprung auf den Vizemeister Schalke und gar 18 Punkte auf Werder!
      War Ismael (ein sehr sympathischer Zeitgenosse) eigentlich überhaupt ein Spieler mit einem Niveau, bei welchem man von einer richtigen Schwächung sprechen kann?

      3) 2006: Daniel van Buyten kam abermals vom Tabellen-3. – dieses Mal aus Hamburg. Der HSV wurde in der darauffolgenden Saison nur Siebter. Gerade bei DvB konnte man erkennen, wie wohl er sich bis zu seinem Karriereende 2014 beim FCB fühlte – vor Kurzem betonte er auf der Weihnachtsfeier des FCB, bei welcher er als Ehrengast geladen war, wie wohl er sich nach wie vor bei der „großen Familie des FCB“ fühle 😉

      4) 2007: Der FCB schloss auf einem für seine Verhältnisse desaströsen 4. Platz ab. Der Verein entschloss sich entgegen früherer Gepflogenheiten noch stärker auf dem Transfermarkt zu beteiligen: Neben den internationalen Stars Franck Ribery und Luca Toni verpflichtete man Hamit Altintop und Miro Klose. Klose kam vom Tabellen-3. aus Bremen, Altintop von S04, dem Vizemeister. In der Abschlusstabelle 2008 tauschten beide Vereine lediglich die Plätze hinter dem Meister Bayern! Zu Klose sei außerdem gesagt, dass er bis 2004 bei Kaiserslautern spielte, dann drei Jahre Bremen, und der FCB war einfach der nächste Schritt auf der Karriereleiter! Hamit, von 2003 bis 2007 Schalker – war er wirklich ein Spieler, bei dem man von einer Schwächung beim abgebenden Verein sprechen konnte. Beide waren dann bis 2011 bei Bayern, mindestens genauso lang wie vorher bei den alten Vereinen.

      5) 2008: Tim Borowski kam ebenfalls von Werder (Tabellen-3.). IMHO war er – ablösefrei – zu diesem Zeitpunkt schon über seinen Karrierezenit(WM2006?!) hinaus und wollte noch einmal eine größere Herausforderung annehmen. Klappte leider nicht, ein Jahr später kehrte er wieder nach Bremen zurück. Bremen war 2009 nur 10., 2010 schon wieder 3. – lag diese Schwankung wirklich an Borowski? Wohl kaum – nach seiner Rückkehr spielte er leider verletzungsbedingt auch in Bremen keine große Rolle mehr.

      6) 2009 kam Mario Gomez vom Tabellen-3. aus Stuttgart an die Isar. Gomez selbst wäre eigentlich schon gerne ein Jahr früher gewechselt; 2008 war der VfB 6., dieselbe Platzierung wie in 2010! 2010 übrigens mit gerade einmal 6 Punkten hinter dem Tabellendritten aus Bremen. Sehen solche Konstellationen nach „aggressiver Transferpolitik zur Schwächung der stärksten Konkurrenten“ aus?

      7) 2010, 2011, 2012: KEINE Transfers von Spielern des Tabellen-2. oder 3. !!

      Mario Götze vom Vizemeister aus Dortmund wechselt zum Triplesieger Bayern München. Der BVB war in der Abschlusstabelle sage und schreibe 25(!!) Punkte hinter Bayern!
      Trotzdem schreibt t-online.de: „Angriff auf den BVB – Lediglich zwischen 2010 und 2012 wurden in den letzten zehn Jahren keine Transfers des FCB aus den Top-3 der Bundesliga-Vorsaison getätigt. Das Resultat ist bekannt(!!): Borussia Dortmund gelang es als erstes Team seit 1997, dem FC Bayern die Deutsche Meisterschaft in zwei aufeinander folgenden Jahren abspenstig zu machen. Die Reaktion der Münchner folgte prompt. Nach Götze wird im Sommer 2014 Top-Torjäger Robert Lewandowski den BVB in Richtung München verlassen….“

      Liebe t-online.de: Zum einen ist die Kausalität (2012/2013) in Ihrem Artikel hier falsch. Zum anderen kennen die Bayernkenner den richtigen Grund für die Götze-Verpflichtung. Der neue Bayerntrainer Pep Guardiola wollte für sein System Neymar aus Brasilien verpflichten. Dessen Verpflichtung lehnten die Bayernverantwortlichen jedoch ab: zum einen hatte man in den vergangenen Jahrzehnten häufiger schlechte Erfahrungen mit Direktverpflichtungen aus Südamerika gemacht, zum anderen schreckte dann doch auch die Ablösesumme von ca. 80 Mio EURO, welche dann später der FCB aus Barcelona locker machte, die seriösen Bayern-Verantwortlichen ab. Zudem hatte man schon Jahre zuvor verkündet, dass die besten deutschen Spieler nicht mehr ins Ausland gehen sollen, sondern in der BL beim FC Bayern … nichts Falsches dran, oder? Und das, liebes t-online-Sport-Team, ist der Grund, warum Götze (übrigens seit Kindheit im Allgäu Bayernfan!) auch bei seinem Lieblingsverein gelandet ist.

      Wenn man jetzt noch einmal in Ruhe einen Blick auf die angegebenen acht Wechsel wirft: Es gibt sicher für jeden Job-/Firmen-/Vereinswechsel immer viele Gründe, aber wie bei fast allen Wechseln im Profifußball sind es auch hier vor allem: Der Verein (FCB) möchte seinen eigenen Kader verstärken, der Profi-Fußballspieler möchte sich verbessern: der FCB ist Garant für Titel, bessere Chancen ins Nationalteam zu kommen, natürlich auch für eine gute (nicht immer DIE beste) Entlohnung – und dann ist die Stadt München auch noch eine verdammt attraktive. Viele Spieler bleiben hier nach ihrer Karriere, andere kommen extra wieder hierher zurück, weil es ihnen und ihren Familien so gut gefällt! Ist das verwerflich, oder doch eher verständlich? 😉

      Ach ja, und dann noch zum internationalen Vergleich, den t-online hier anbietet. Ganz ehrlich, der ist so schmal recherchiert, so vage, teilweise auch etwas schief und abenteuerlich – wo soll man denn da anfangen?
      Ich versuche es mit dem Ansatz und Argument:
      In den letzten 50 Jahren, seit dem Aufstieg des FC Bayern im Frühjahr 1965 in die BL, gibt es wohl in keiner großen europäischen Liga einen Verein, der in seiner Heimat eine derart dominante Rolle spielt. Dies erklärt zum einen – nett ausgedrückt 😉 – die große Polarisierung bzgl. der Fangunst in Deutschland, zum anderen aber auch die Schwierigkeit hier überhaupt etwas vergleichen zu können.
      Gerade die angegebenen Vergleiche mit Arsenal, ManCity und Liverpool in den letzten 10 Jahren (und auch darüber hinaus) sind nahezu abenteuerlich.
      Es bieten sich ausschließlich Vergleiche zu Real Madrid und Barcelona an, und auch die hinken sehr stark. Diese beiden Vereine dominieren den spanischen Fußball (meist gemeinsam) seit Jahr(zehnt)en. Heutzutage ein Wechsel zwischen Barca und Real? Luis Figo wurde vor 15 Jahren einmal ein Schweinskopf im Camp Nou nachgeworfen … aber die Situation damals war ja eher harmlos 😉 😉 Und die Rivalität zwischen dem (ausnahmsweise) aktuellen Meister Atletico Madrid und Real Madrid ist wohl nicht viel geringer, wenn überhaupt …
      Zudem hatten diese beiden genannten Ligen über lange Zeit eine wesentlich größere Anziehungskraft als die BL, ja selbst als der FCB – so bedienten sich nahezu alle Topclubs dieser beiden Ligen (+ Italien + z.T. Frankreich) in allen anderen Ligen dieser Fußballwelt. Die BL-Clubs konnten da lange nur neidisch zuschauen. Folge: die BL-Clubs bedienten sich „hausintern“ … Spielertransfers innerhalb der BL sind noch immer günstiger als von anderen großen Ligen! Und die Bayern wollten eben Verstärkungen für die eigene Mannschaft!
      Dass diese Zeiten aber nun abgeschlossen sind, zeigen die Bayerntransfers der letzten Jahre; 2007 Luca Toni (Florenz), Ribery (O. Marseille); 2009 Robben (Real Madrid); 2011 Boateng (ManCity); 2012 Martinez (Bilbao), Shakiri (Basel); 2013 Thiago (Barcelona); 2014 Bernat (Valencia), Xabi Alonso (R. Madrid), Benatia (AS Rom) !!
      Dass ein Weltklassespieler wie Robert Lewandowski (ablösefrei!) NUR zu Bayern möchte, bestätigt diese Tendenz, die lautet: die besten Spieler zum besten Verein … ob dies nun von Herrn Bertold so gesehen wird, oder nicht! 😉 😉

      Für mich persönlich ist das Thema nun allumfassend abgehakt!!!

  4. Aktuelles Interview mit Daniel van Buyten auf der FCB-HP http://www.fcbayern.de/de/news/news/2014/daniel-van-buyten-im-interview-101214.php
    Eine der Kernaussagen: „Es war schön, mit meinen ehemaligen Kollegen und auch lange mit dem Trainer zu sprechen. Da habe ich wieder richtig gemerkt, dass der FC Bayern eine Familie ist. Das hat man ja auch schon immer gesagt, als ich vor vielen Jahren nach München gekommen bin. Jetzt spüre ich das am eigenen Leib. Es ist jedes Mal eine Freude, hierher zurückzukommen. Diese Familie liegt mir weiter am Herzen.“
    Diesen Grundtenor hörst Du fast von jedem (ehemaligen) Bayernspieler … selbst diejenigen die ihr Karriereende nicht in München hatten, kommen danach übrigens gerne (zum Leben und Wohnen) wieder nach München zurück!

  5. Die Aussage, dass Bayern „die Bundesliga kaputtkauft“, ist doppelt falsch (und doppelt falsch ist noch lange nicht richtig, sondern nur erst recht falsch ..).

    Bayern kauft seit 2007 fast ebenso viele internationale Stars (Ribery, Toni, Robben, Thiago, Xabi ..) wie Bundesliga (Klose, Gomez, Gustavo, Neuer, Mandzukic, Götze, Lewandowski). Bayern hat früher fast nur Bundesliga gekauft (und in Südamerika kein Glück gehabt). Bayern kauft jetzt allerdings auch ganz gezielt Nachwuchs, was man früher nicht so getan hat.

    Und „kaputtgegangen“ ist die Bundesliga an sich selbst. Es ist ja nicht die Schuld der Bayern, dass der BVB mit den Ablösen von Sahin, Kagawa und Götze nur eine fehlpass-spielende Mickymaus und den Aubemayang bekommen hat. Und auf eine (Rekord)Ablöse für Lewandowski hat der BVB freiwillig verzichtet (und das finden die auch noch gut). Und es ist auch nicht die Schuld der Bayern, dass in Schalke, beim VfB und beim HSV so schlecht gearbeitet wird.

    Warum kritisiert eigentlich niemand „Real“, die sich inzwischen ja sehr gern in der Bundesliga bedienen?

    Zum „weißen Hai“ Calle del Haye: Das war ein Konterspieler, der auch bei Gladbach nur ca. 50% aller Spiele gemacht hat (verletzt war er glaub ich auch ab und zu). Bei Bayern hat er laut Wikipedia im Schnitt sogar etwas mehr Spiele gemacht als beim vorherigen Verein (!). Dieses „Image“ hat del Haye nur, weil er im ersten Jahr, als er bei Bayern war, von Csernai konsequent auf die Bank gesetzt wurde. Unter Lattek kam er dann auf diverse Einsätze, war nach meiner Erinnerung sogar so eine Art „Stammspieler“ (wenn auch hin und wieder verletzt).

    1. „…Und auf eine (Rekord)Ablöse für Lewandowski hat der BVB freiwillig verzichtet (und das finden die auch noch gut)…. “
      😉 😉 😉 Ja, wirklich unglaublich … ob der BVB aber aktuell immer noch so denkt? Ein wesentlich besseres Szenario wäre 2013 gewesen: Lewa zu Bayern und die Ablösesumme in Dzeko von ManCity reinvestiert …

      Auch mir ist die Zuneigung vieler deutscher „Bayernhasser“ zu Real Madrid ein völliges Rätsel … da wird der nationale Verein für etwas gehasst, was beim internationalen Konkurrenten im Quadrat passiert und der wird dann von den gleichen Leuten verehrt … Irgendetwas läuft da in manchen Gehirnen völlig falsch ab …

      Die Del´Haye Story ist in dem Artikel sehr gut beschrieben, auf den ich quer verweise …

  6. Ein kluger Beitrag!

    Die genauso langlebige wie überflüssige Behauptung „Bayern kauft die Bundesliga kaputt“ (Hilfe…..!) steht dem genauso schwachsinnigen Evergreen vom angeblichen „Bayerndusel“ in seiner Blödheit eigentlich in nichts nach. Man kann es weder durch vermeintlich permanentes „Glück“ erklären, wenn ein Club von 50 ausgespielten Meisterschaften nahezu die Hälfte gewinnt, noch werden Spieler, die zu genau diesem Verein wechseln, dazu „mit vorgehaltener Pistole“ gezwungen (ihre ehemaligen Clubs, die dabei zum Teil recht viel Geld einnehmen, im Übrigen auch nicht…). Dafür gibt es schlicht Verträge (die man eigentlich immer im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten unterschreibt….).

    Hasta la Vista Amigos! Habe die Ehre!

    El Tren

  7. Diese Version 2 widme ich übrigens auch der Facebookseite gleichen Namens „Bayern kauft die Bundesliga kaputt“ mit der obersten Parole „Keep calm and HATE(!) Bayern“.!! Diese Seite hat sage und schreibe 41.337 „Gefällt mir-Angaben“ und man lädt so allerhand Müll über dem FCB und seinen Fans ab … dass man nur von „Bauern“ oder „Buyern“ spricht, ist noch das Lustigste … Apropos lustig: nachdem ich meinen Ursprungsbeitrag dort eingestellt habe, wurde ich zunächst mal – völlig argumentfrei – vom „Master of the Page“ attackiert … und darauf hingewiesen, dass es sich bei der Seite lediglich um Satire und Ironie handeln würde .. ach ja 😉
    Meiner Bitte um „sachliche Argumente“ ist man irgendwann dann doch auch nachgekommen.
    Diese wurden jedoch von mir seeehr schnell entkräftet … als Reaktion wurde der gesamte Beitrag mit allen Antworten von verschiedenen Personen „entsorgt“ und ich für die Seite gesperrt 😉

    Zensur auf der „Satireseite“ haha 😉

    1. Du musst es so sehen, solange die Medien den Hass weiter anfeuern, werden die Fußball Nazis immer schlimmer werden, solange bis einer stirbt und die Medien wieder die Kamera draufhalten können.

      Echt schade das unser schöhner Sport soviele Itioden anzieht, insbesondere aus den Ruhrpot wirds immer schlimmer, Vereine wie Köln, Bayer und co bleiben auf Fan und Vereinsebene meistens Friedlich.

      Ich hab ja auch nichts gegen shertze oder Gags wie “ zieht den bayern die Leder Hosen aus“ nur das was (leider Primär die Dortmunder Fans Generation 2 facher Meister Titel) von stappel lassen, ist einfach nur noch traurig und lässt meinen eh schon kleinen glauben an die Menschheit nur noch kleiner werden.

      1. Hallo Julian,
        ich muss wirklich sagen, „leider“ muss ich Dir da recht geben.
        Zum Fußball(fan) gehört schon ein bisschen provozieren, lass es ein bisschen pöbeln sein … aber wieviel HASS sich gerade entwickelt und anstaut, das ist wirklich bedenklich!
        Und die Medien spielen dabei wirklich eine ganz traurige und scheinheilige Rolle – man „verurteilt offiziell“ Dinge, die man tagtäglich befeuert!
        In Spanien ist ja vor 2 Wochen vor dem Spiel Atletico Madrid gegen Depor genau der ungeheuerliche Fall eingetreten, dass ein Depor-Fan (Ultra) bei einer Schlacht der verfeindeten Lager ums Leben gekommen ist! … Dort ist gerade die „Hölle los“ ))-:
        Und ja, vor allem aber nicht nur das BVB-Fanlager sollte langsam wieder von seinem zu emotionalen Trip herunter kommen … das ist nicht gesund!!

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